Das notgelandete Kleinflugzeug - Ziel meines Mobile Reporting Ausfluges.

Das notgelandete Kleinflugzeug (mit einem S3 fotografiert) – Ziel meines Mobile Reporting Ausfluges.

Ein kurzer Erfahrungsbericht in Sachen Mobile Reporting. Habe es heute am eigenen Leib erfahren (müssen) – nicht tragisch, aber bezeichnend.

Heute ist in meiner Heimatstadt ein Kleinflugzeit, eine Cessna, notgelandet. Im Spargelfeld blieb die Maschine stecken. Ich habe es unterwegs mitbekommen und bin zur Stelle geeilt. Im Gepäck? Einkaufszettel, Portemonnaie und Smartphone. Die ganze Kreisstraße ist gesperrt: vorne Polizei, hinten Polizei, in der Mitte das gestrandete Flugzeug. Ich parke mein Auto und frage bei den Beamten im Wagen nach, ob ich zur Unfallstelle gehen darf, um mir einen Eindruck von der Situation zu verschaffen, ein paar Fotos zu schießen – als Redakteur der lokalen Onlinezeitung.

Polizist: „Haben Sie einen Presseausweis dabei oder nur Ihr Visitenkärtchen?“
Ich: „Ui, nur den vom letzten Jahr. Den aktuellen Ausweis habe ich noch nicht beantragt.“ (Ich brauche ihn wirklich so gut wie nie)
Der Polizist schaut mich an und fragt: „Und wo ist Ihre Kamera?“
Ich zeige auf meine Hostentasche und hole mein Smartphone heraus: „Hier, mein Smartphone!“ (Der Beamte blickt etwas kritisch)
Ich kläre auf: „Ich bin mobiler Reporter: Kamera, Block, Stift – alles in einem.“
Er antwortet, während er sein Funkgerät in die Hand nimmt: „Ich habe hier einen jungen Herren von (er liest von meiner Visitenkarte vor) weiterstadtnetz.de, der lokalen Presse. Darf ich ihn durchlassen und zu euch schicken?“
Aus dem Gerät ertönt ein etwas undeutliches „Na klar, lass ihn durch.“
Der junge Polizeibeamte gibt mir Visitenkarte und den alten Presseausweis zurück und empfiehlt: „Aber beantragen Sie mal den Neuen“.

Warum ich den Dialog ausführe? Weil er bezeichnend ist.

  1. Der Presseausweis scheint bei Behörden immer noch ausschlaggebend zu sein, um sich als Journalist ausweisen zu können. Heißt das, dass man auf den Presseausweis doch nicht verzichten kann, wenn man es mit der Polizei zu tun bekommt? Was ist mit Bloggern, die journalistisch sauber recherchieren, dies aber nicht hauptberuflich machen – und damit nicht in den Besitz eines Presseausweises kommen? Erinnerungen an die Bundestags-Jahresakkreditierungs-Debatte werden wach.
  2. Mobile Reporter – Smartphone-Journalisten – scheinen für Polizisten noch ein ungewohntes Bild zu sein, das sie verunsichert. Jetzt hat der gute Mann schon keinen Presseausweis dabei und Stift und BlogBlock fehlen genauso wie eine riesige Spiegelreflexkamera. Kann das überhaupt ein echter Journalist sein? Ja, das kann er sein!

In meinem Fall hat alles funktioniert – nach anfänglicher Skepsis der Polizeibeamten. Ich habe mit meinem Smartphone Bilder und Notizen gemacht, unterwegs die Facebook-Seite der Online-Zeitung mit Informationen und Fotos bespielt und auf dem Rückmarsch mit der WordPress-App einen kurzen Beitrag mit den wichtigsten Informationen und ersten Fotos online gestellt. Zu Hause wurden die Fotos dann leicht bearbeitet und angepasst und der Beitrag in Form eines Updates mit weiteren Informationen ergänzt. Mobile-Reporting? Funktioniert!

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