carolinneumann

In einer kleinen Serie lasse ich einige Journalisten zum Thema Selbstvermarktung zu Wort kommen – und zwar solche, die das ziemlich gut drauf haben. Bisher: Daniel Bouhs, Daniel Fiene, Tobias Gillen, Silke Burmester, Karsten Lohmeyer, Jannis Kucharz, Richard Gutjahr, Ulrike Langer und Gunnar Sohn. Heute am Start: Carolin Neumann. Die Medienjournalistin findet ihr bei Twitter und auf ihrer Webseite.

„Mit der Zeit wurde daraus eine Strategie“

Viele sprechen davon, Journalisten müssten sich zur Marke entwickeln. Du hast das schon geschafft. Verrate uns doch bitte dein persönliches Geheimrezept.

Das ist einfach so passiert im Laufe der letzten sechs Jahre. Es steckte kein Plan dahinter außer: Ich möchte das, was ich tue, gerne online präsentieren, möchte die vorhandenen Mittel dafür nutzen, mich vernetzen und meinen (digitalen) Horizont erweitern. Mit der Zeit wurde daraus eine Strategie, ein Geheimrezept, wenn du so willst – aber nicht umgekehrt.

„Das ist längst Alltag, keine bewusste Selbstvermarktung.“

Bleibt bei all der Selbstvermarktung überhaupt noch genug Zeit für die journalistische Arbeit, um die es doch eigentlich geht?

Selbstvermarktung nehme ich nicht als etwas Getrenntes wahr, sie ist Teil meiner journalistischen Arbeit: Ich twittere beispielsweise, weil ich Spaß daran habe, gleichzeitig einen Mehrwert für meine verschiedenen journalistischen Aufgaben sehe und es zusätzlich noch meiner Sichtbarkeit hilft. Das ist längst Alltag, keine bewusste Selbstvermarktung. Aber klar: Je mehr Profile im Netz man pflegt, um überall gefunden werden zu können, desto mehr muss man auch aktuell halten. Mir fällt das leicht, aber ich kann verstehen, wenn andere es als einen Zeitfresser empfinden; da muss letztlich jede ihr eigenes Verhältnis von Aufwand und Nutzen finden.

„Bis der digitale Graben im Journalismus zugeschüttet ist, wird es ohnehin noch lange dauern“

Mal ganz ehrlich: Bist du insgeheim froh darüber, dass die Mehrheit deiner Kollegen noch nicht kapiert hat, wie der Hase läuft, weil auch du ansonsten in einem Marken-Meer untergehen könntest?

Ha, kein doofer Gedanke. Aber dann ist das eben so. Deswegen werde ich nicht aufhören, Journalisten allen Alters von den Vorteilen der Vernetzung und Vermarktung zu berichten und sie fürs Netz zu begeistern. Bis der digitale Graben im Journalismus zugeschüttet ist, wird es ohnehin noch lange dauern, fürchte ich.

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