thomasknüwer

In einer kleinen Serie lasse ich einige Journalisten zum Thema Selbstvermarktung zu Wort kommen – und zwar solche, die das ziemlich gut drauf haben. Bisher: Daniel Bouhs, Daniel Fiene, Tobias Gillen, Silke Burmester, Karsten Lohmeyer, Jannis Kucharz, Richard Gutjahr, Ulrike Langer, Gunnar Sohn und Carolin Neumann. Heute als vorerst letzte Journalistenmarke am Start: Thomas Knüwer. Den Netz-Allrounder findet ihr bei Twitter und auf seinem Blog.

„Man sollte einfach nett sein, so wie auf einer Party, auf der man bisher niemand kennt.“

Viele sprechen davon, Journalisten müssten sich zur Marke entwickeln. Du hast das schon geschafft. Verrate uns doch bitte dein persönliches Geheimrezept.

Es klingt nach Esoterik, stimmt aber: authentisch sein. Vieles im Social Web ist menschliche Kommunikation. Die vorzutäuschen ist schwer und anstregend, also ist es besser, so zu sein, wie man ist. Wenn ich mich über etwas aufrege, rege ich mich auf. Wenn ich mich für etwas begeistere, begeistere ich mich. Auf der zweiten Ebene sollte man – und auch das ist menschlicher Alltag – sich so verhalten, wie man es sich von anderen wünscht. Wenn ich zum Beispiel auf Twitter Artikel anpreise, die hinter einer Paid-Content-Wand liegen, kann der Follower mit diesen Links/Hinweisen nichts anfangen. Folglich wird ihn das nicht interessieren, solche Hinweise sollte man unterlassen. Und wenn jemand eine Frage stellt, sollte man reagieren, so es sich nicht um einen Troll handelt. Sprich: Man sollte einfach nett sein, so wie auf einer Party, auf der man bisher niemand kennt.

„Journalisten, die über zu wenig Zeit zur Kommunikation und Informationssammlung klagen, sollten ihre Berufswahl hinterfragen“

Bleibt bei all der Selbstvermarktung überhaupt noch genug Zeit für die journalistische Arbeit, um die es doch eigentlich geht?

Ich bin ja nur Gelegenheitsjournalist. Aber in meiner Vollzeit-Journalisten-Zeit ging das. Die journalistische Tätigkeit besteht in erheblichem Maße aus Kommunikation und Informationssammlung. Nichts anderes passiert auf Twitter oder Facebook. Und ein Blog – ist journalistische Arbeit. Journalisten, die über zu wenig Zeit zur Kommunikation und Informationssammlung klagen, sollten ihre Berufswahl hinterfragen und ihre E-Mail-Politik verändern.

„Die Vernetzung befördert einander.“

Mal ganz ehrlich: Bist du insgeheim froh darüber, dass die Mehrheit deiner Kollegen noch nicht kapiert hat, wie der Hase läuft, weil auch du ansonsten in einem Marken-Meer untergehen könntest?

Absolut nicht. Die Vernetzung befördert einander. Hätten wir in Deutschland mehr Journalisten in Digitalien, könnten wir die leidigen Debatten Journalisten vs. Blogger beenden und verstärkt an Formaten arbeiten. Das Gros der hauptamtlichen Journalisten in Deutschland aber hat keine Lust auf Internet.

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