gunnarsohn

In einer kleinen Serie lasse ich einige Journalisten zum Thema Selbstvermarktung zu Wort kommen – und zwar solche, die das ziemlich gut drauf haben. Bisher: Daniel Bouhs, Daniel Fiene, Tobias Gillen, Silke Burmester, Karsten Lohmeyer, Jannis Kucharz, Richard Gutjahr und Ulrike Langer. Heute am Start: Gunnar Sohn. Den Wirtschaftsjournalisten findet ihr bei Twitter und auf seinem Blog.

„Es geht in erster Linie um interessante Storys und Projekte.“

Viele sprechen davon, Journalisten müssten sich zur Marke entwickeln. Du hast das schon geschafft. Verrate uns doch bitte dein persönliches Geheimrezept.

Ich habe eine ganze Menge Macken und Marotten, sehe mich aber nicht als Marke. Das wäre mir zuviel Marketing-Schwülstigkeit. In der journalistischen Arbeit probiere ich eine ganze Menge aus, falle dabei oft auf die Schnauze und beteilige die Netzöffentlichkeit an meinem Tun, ohne mich auf irgendetwas auszuruhen. Es geht in erster Linie um interessante Storys und Projekte. Über jede Form der Beteiligung freue ich mich – auch wenn es mal richtig kritisch wird und man eins auf die Mütze bekommt.

„Fast alle Werkzeuge im Social Web sind Jedermann-Technologien“

Bleibt bei all der Selbstvermarktung überhaupt noch genug Zeit für die journalistische Arbeit, um die es doch eigentlich geht?

Fast alle Werkzeuge im Social Web sind Jedermann-Technologien, die sogar ich beherrsche als bekennender Dilettant. Insofern hat die Selbstdarstellung immer etwas mit meiner Arbeit zu tun – außer vielleicht die Fotos mit saftigen Steaks oder irgendwelche Angeber-Videos über meine alpinen Abfahrtsläufe in Tirol.

„Es geht um Netzwerk-Effekte, es geht um Anregungen, es geht um Wissensaustauch, kollaborative Recherchen, gegenseitige Unterstützung beim Einsatz von Tools, Crowdfunding-Ideen und um Manöverkritik.“

Mal ganz ehrlich: Bist du insgeheim froh darüber, dass die Mehrheit deiner Kollegen noch nicht kapiert hat, wie der Hase läuft, weil auch du ansonsten in einem Marken-Meer untergehen könntest?

Das stimmt mich überhaupt nicht froh. Je mehr im Netz aktiv sind, um so besser läuft die Kooperation, um so mehr Projekt könnte man gemeinsam stemmen. Es geht um Netzwerk-Effekte, es geht um Anregungen, es geht um Wissensaustauch, kollaborative Recherchen, gegenseitige Unterstützung beim Einsatz von Tools, Crowdfunding-Ideen und um Manöverkritik. Viele neue Ideen von anderen Web-Machern werden von mir registriert und in meinem Blog und auf ne-na.de aufgegriffen. So erfreut mich beispielsweise jedes neue Livestreaming-Format. Mehr davon, viel mehr.

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