Die Elefantenrunde auf dem Scoopcamp 2014 in Hamburg.

Die Elefantenrunde auf dem Scoopcamp 2014 in Hamburg.

Stopp! Ich möchte die Überschrift gleich etwas korrigieren: Ganz verschwunden ist der Mehrwert von Jahrestagungen, Journalistentagen und Medien-Kongressen natürlich nicht. Das Netzwerken möchte ich nicht missen. Aber der Mehrwert war schon mal größer, auffälliger und reizvoller. Zumindest für mich, den 23-jährigen Journalisten aus der Provinz. Zwar unterscheiden sich die Tagungen von Netzwerk Recherche, die DJV-Veranstaltungen, das Scoopcamp oder andere Medien-Veranstaltungen etwas voneinander, aber mein Fazit der letzten Events war immer ähnlich: Jo, war ganz nett. Aber so richtig gelohnt… na ja.

Mag sein, dass ich als „Onliner“, Digital Native und jemand, der sich als Medienjournalist tagtäglich mit den Problemchen unserer Branche auseinandersetzt, weniger Erkenntnisgewinn mitnehme als andere Kollegen. Mag sein, dass ich – trotz meines Alters – schon auf so vielen Veranstaltungen herumgetanzt bin, dass die Themen beziehungsweise die Diskussionen darüber für mich irgendwann ausgelutscht sind. Vielleicht sind aber auch nur Veranstaltungsformat, Gäste und Anspruch der Veranstalter an all das ausgelutscht. Meines Erachtens ist es sogar nicht nur „vielleicht“ so, sondern definitiv.

Die Elefantenrunde ist beendet!

Sehr gut lässt sich das an den sogenannten Elefantenrunden veranschaulichen: Da sitzen Chefredakteure, Verlagsmanager (eher weniger) und andere bekannte Branchenkenner, die ich schätze und ehre, zusammen und reden sich um Kopf und Kragen. Und auch sie haben nach der 38. Podiumsdiskussion wahrscheinlich nicht viel mehr zu Neues zu sagen. Keine Kritik an sie. Kollege Mark Heywinkel hat das am Beispiel des Scoopcamps vergangenen Donnerstag schön beschrieben. Statt Wegner, Zielina und Co. wünscht er sich „mehr small names“. Es ging bei dem Abschlusspodium um Medieninnovationen. Wer hat hier denn bitte mehr zu sagen als innovative Startups aus dem Medienbereich? Aber nein. Große Namen ziehen ja in der Regel Leute an, sie sind offenbar gut für die Öffentlichkeitsarbeit für eine Veranstaltung. Nochmal: Ich möchte weder Veranstaltungen wie das Scoopcamp niedermachen noch die Chefredakteure und andere Verantwortliche herabstufen, sondern betonen, dass es die Debatten über die Zukunft und Gegenwart des Journalismus nicht wirklich vorantreibt.

Aber mehr noch. Es geht mir nicht nur um Persönlichkeiten und Funktionen, sondern um die Art und Weise, wie Veranstaltungen konzipiert sind. Welches Ziel verfolgen sie? Welche Zielgruppe fokussieren die Veranstalter? Welcher Mehrwert springt für die Teilnehmer heraus? Das alles sind Fragen, die meiner Meinung nach aus dem Blickfeld geraten und von der Routine verdeckt worden sind. Ich behaupte, es wurde inzwischen ausreichend diskutiert – zumindest mit denjenigen, die zu solchen Events kommen. Wer beim 38. Mal nicht dabei war, wird auch beim 39. Mal nicht dabei sein. Vermutlich.

Die Zeit ist reif!

Es ist an der Zeit, sich einen Schritt weiter zu bewegen. Nach einer ausführlichen Debatte haben Taten zu folgen. Oder: Neben einer fortlaufenden Debatte für Neueinsteiger muss es für etablierte, engagierte Kollegen eine Möglichkeit geben, endlich anzupacken. Der Hackathon ist dafür ein grandioses Format. Bitte mehr davon! Wir müssen die Debatten zu Taten weiterentwickeln, endlich konkreter werden. Lasst uns verbindliche Konzepte entwerfen, neue Formate ausprobieren und Experimente eingehen! Lasst und aus Laber-Veranstaltungen mehrstündige Workshops machen! Bilden wir uns im Design Thinking weiter! Lasst uns bitte machen statt meckern! Die Zeit ist reif!

Und damit es nicht bei diesen Worten bleibt, lade ich euch ein, mit mir an solch einer produktiven Veranstaltung mitzuwirken und sie Wirklichkeit werden zu lassen. Ich nehme es in die Hand, wenn sich genügend Mitstreiter finden. Ich freue mich auf eure E-Mail (hier kontaktieren).

 

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