Bücherregal

Auf dieses Jahr blicke ich in zweierlei Hinsicht auf eine Steigerung des Lesekonsums zurück: Einerseits habe ich mich 2014 mehr denn je mit digitalen Inhalten beschäftigt und selbst auch Content produziert, andererseits ist meine Liebe für tolle Print-Produkte zunehmend stärker geworden. Und ich freue mich, dass ich neben den vielen digitalen Magazinen und Blogs auch für einige schöne gedruckte Hefte schreiben darf. Während Monat für Monat, Woche für Woche oder sogar Tag für Tag über den Untergang der „Totholz“-Medien debattiert wird, entdecke ich mehr und mehr meine Vorliebe für den Kanal Print. Das gilt weniger für Tageszeitungen, etwas mehr für Wochenzeitungen und extrem für Magazine und Bücher.

Welche Werke ich in den letzten Monaten mehr oder weniger schnell verschlungen habe, zeige ich euch hier unten. Noch viel mehr Bücher sind es übrigens, die noch auf meiner Agenda – beziehungsweise im Bücherregal – stehen. Am Ende dieses Beitrags könnt ihr übrigens noch ein Buch gewinnen.

Ja, ich liebe Zeitschriften

Was die Magazine angeht, so bin ich nach wie vor in die Brand Eins verliebt. Ein erstklassiges und kurzweiliges Wirtschaftsmagazin, auf das ich mich jedes Mal freue, wenn ich es aus dem Zeitungsrohr hole. Ähnlich geht es mir bei der neuen deutschen Wired, die wirklich gut umgesetzt ist und einen echten Mehrwert bietet. Von Anfang an im Abo habe ich übrigens auch The European. Das Debatten-Magazin, das vierteljährlich erscheint, liefert interessante Beiträge, die in dieser Form eher selten in anderen Publikationen aufzufinden sind.

Gekündigt habe ich in den letzten Wochen die Abos des Cicero und von Politik und Kommunikation. Ersteres ist nicht unbedingt schlecht, hat von mir allerdings viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, als dass sich das Abo gelohnt hätte. Genauso ging es mir beim zweiten Titel, wobei mir die Abo-Kündigung hier schon wieder Leid tut, weil es dem Magazin nicht gut geht. Dafür sind drei neue Hefte im Abonnement hinzugekommen. Begrüßen darf ich demnächst den Business Punk und Impulse, die beide immer wieder im Einzelkauf bei mir gelandet sind und StartingUp, ein lesenswertes Startup-Magazin. Print ist toll und macht Spaß. Mal schauen, ob auch die FAS sonntags auf dem Tisch liegt. Ich bin noch unschlüssig.

Ja, ich liebe Bücher

Kopf schlägt Kapital
Für jemanden, der zunehmend das Thema Entrepreneurship für sich entdeckt hat und die Startup-Szene beobachtet, ist dieses Buch ein großartiges Werk. Man sollte mal etwas vom Gründen mit Komponenten gehört haben und sich von Günter Faltins Buch inspirieren lassen. Vielleicht ist es für den Leser der ideale Anlass, um die eigene Idee endlich umzusetzen.

New Business Order
Wie funktioniert die Startup-Welt und wie verändern sie die Wirtschaft und Gesellschaft? Wer verstehen will, warum diese neuen, aufstrebenden Internet-Unternehmen einen solchen Erfolg haben, der hat mit „News Business Order“ einen guten Erklärbär gefunden.

Eine neue Version ist verfügbar – Update
Wer sich mit der Kulturtechnik des Lesens und Schreibens im digitalen Zeitalter auseinandersetzt, der kommt an Dirk von Gehlens „Eine neue Version ist verfügbar“ nicht vorbei. Denn das Buch ist nicht nur inhaltlich interessant. Auch der Entstehungsprozess (Crowdfunding) macht dieses Werk zu etwas Besonderem. Meine Rezension bei den Netzpiloten findet ihr hier.

Wer wir sind, und was wir wollen
Eine Empfehlung für dieses Buch abzugeben, das fällt mir irgendwie schwer. Einerseits schreibt der sehr junge Unternehmer Philipp Riederle viel Richtiges und Wichtiges über die Generation Y, andererseits halte ich von diesen pauschalen Aussagen nicht viel. Es gibt eben nicht DIE Generation. Insofern: Lesen und sich selbst ein Urteil bilden.

Bullshit
Ich gebe zu: Ich habe mich von diesem Buchtitel etwas verleiten lassen, mir es zu schnappen. Ein Essay in dieser Kürze zu diesem Thema kann ja nicht schaden. Was unterscheidet Bullshit vom Lügner? Dieser Frage wird nachgegangen. Alles in allem muss ich leider sagen, dass dieses Buch in meines Augen eines ist: Bullshit.

Dachdecker wollte ich eh nicht werden
Zu diesem Buch gibt es eine besondere Geschichte. Ich habe das Buch nämlich vom Autor Raul Krauthausen persönlich bekommen, bei einer Veranstaltung in Nürnberg, wo er Keynote-Speaker war. Ich mag ihn. Genauso wie seine Arbeit. Sein Buch mag ich auch, klar: Es ist persönlich, aufklärerisch, humoristisch. Ihr werdet es mögen.

Die Volksverblöder
Na ja gut, es ist ein typisch Wieczorek-Buch. Man muss ihn mögen. Aber es ist kein schlechtes Buch, wenn man sich mal mitaufregen möchte über die Politik. Man entdeckt immer wieder interessante Einblicke und regt sich dann wahrscheinlich noch mehr auf. Also: Es ist ein Aufreger-Buch. Für alle, die sich gerne aufregen. Alles klar?

Ruhm
Man sollte „Ruhm“ schon zügig am Stück lesen, damit man voll auf seine Kosten kommt. Daniel Kehlmann hat neun Kurzgeschichten vorgelegt, die erst nach und nach zu einem Roman verwoben werden. Ein intelligentes Werk in Sachen Inhalt und Stil, wobei Letzterer vom Leser gemocht werden sollte, damit dieser nicht enttäuscht wird.

Wunder muss man selber machen
Eines meiner Lieblingsbücher, das Mut macht. Sina Trinkwalder, von einer Werbeagentur-Inhaberin zur sozialen Textil-Chefin. Ihre Geschichte ist so ehrlich, so authentisch und so voller Ehrzeiz und Idealismus, dass nicht nur das Lesen Spaß macht, sondern auch das Nachdenken über das Geschriebene. Ein tolles Buch.

Drohnenland
Ein Europa-Parlamentarier wird in Brüssel ermordet. Die Ermittlungen werden mithilfer modernster Technologien unterstützt. Ein hochinteressanter Roman – und zwar gleich doppelt. Erstens traut sich jemand an die Europapolitik und zweitens scheint die fiktionale Story so realitätsnah. „Drohnenland“ ist das bessere „Circle“ von Dave Eggers.

Höllenritt Wahlkampf
Wie sieht der Wahlkampf eigentlich hinter den Kulissen aus? Der Normalo-Bürger sieht die Politiker nur auf Plakaten, in TV-Shows oder in Kürze auf irgendwelchen Veranstaltungen. Frank Stauss weiß, welche Überzeugungskünste es dahinter braucht, um den „Höllenritt Wahlkampf“ zu überstehen. Ein interessanter und zugleich amüsanter Insider-Bericht.

Digitale Rationalität und das Ende des kommunikativen Handelns
Das Internet ist ein öffentlicher Raum, in dem öffentliche Debatten im Sinne der Demokratie stattfinden? Von wegen. Professor Byung-Chul Han sieht eher den Zerfall in Privat- und Ausstellungsräume des Ich – statt des Wir. Doch er sieht das Potential in der Schwarmintelligenz oder, etwas weitergedacht, in einer Schwarmdemokratie. Spannend.

Wir nennen es Politik
Das Buch der ehemaligen Geschäftsführerin der Piratenpartei erzeugt sicherlich unterschiedliche Reaktionen. Mit hat Weisbands Aufruf zu mehr politischer Beteiligung gut gefallen, weil es sehr bodenständig, sehr menschlich und sehr ehrlich geschrieben ist. Es regt zum Nachdenken an und bringt einige der eigenen Sichtweisen ins Schwanken.

Die Kunst des klaren Denkens
Gruppenzwang. Ich hatte nicht unbedingt vor, diesen Bestseller von Rolf Dobelli zu lesen. Aber nachdem ich zum x-ten Mal in der Buchhandlung darüber gestolpert bin, habe ich es zugegriffen. Resultat: Es lässt sich gut lesen, es spricht nichts dagegen, aber es ist kein Must-Have, das gebe ich zu.

Musenküsse. »Für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche.«
Ich liebe dieses Buch und bin richtig happy, dass ich darauf gestoßen bin. In „Musenküsse“ erfährt der Leser, wie bekannte Schriftsteller, Maler und andere Kreative im Alltag zu kreativen Ergüssen kommen. Die Einblicke sind nicht nur sehr inspirierend, sondern sie liefern auch einige brauchbare Zitate. Ein wahrer Geheimtipp.

Big Data: Das neue Versprechen der Allwissenheit.
Es ist nicht mein erstes und einziges Buch über den so relevanten Themenkomplex Big Data, aber es ist eines der besten Bücher. Auch, wenn der rote Faden aufgrund vieler verschiedener Texte verschiedener Autoren manchmal zu fehlen scheint: Genau diese unterschiedlichen Perspektiven machen das Buch so interessant. Großer Mehrwert.

Die Känguru-Chroniken
Ein bisschen spät dran, oder? Das mögen jetzt vielleicht einige von euch denken. Nicht ganz so weit hergeholt, muss ich zugeben. Mir wurde die in der Tat politische Känguru-Bücher von Marc-Uwe Kling mehrmals empfohlen. Jetzt habe ich damit angefangen. Endlich. Denn die Känguru-Chroniken sind genial.

Die Paten des Internets
Rocket Internet ist das deutsche Internet-Unternehmen schlechthin. Es ist eine Startup-Fabrik, die so noch nicht da gewesen ist. Wer verstehen möchte, wie die Samwer-Brüder Jamba, eBay, Zalando und Co. aufgebaut haben und damit reicher und reicher wurden, der sollte zu diesem Buch greifen.


Hinweis: Die Links der präsentierten Bücher verweisen auf die Amazon-Produktseite. Wenn ihr einen Link anklickt und dieses Buch für den normalen Preis kauft, dann erhalte ich ein paar Cents.


Gewinnspiel

Weil jetzt Weihnachten ist, das Jahr sich dem Ende zuneigt und ich gerade gut gelaunt bin, möchte ich einem von euch gerne „Die Paten des Internets“ schenken – als zweites Weihnachtsgeschenk sozusagen. Mitmachen könnt ihr bis zum 26. Dezember um 24 Uhr mit einem Kommentar unter diesem Beitrag, warum euch das Buch interessiert. Der Gewinner wird am 27. Dezember hier an dieser Stelle bekanntgegeben. Viel Glück! 🙂

Update: Das Los hat – etwas verspätet – entschieden. Gewonnen hat: Jesse. Herzlichen Glückwunsch!

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