Was ist eigentlich aktuell der heißeste Social-Media-Kanal für dich? Die einen werden jetzt sagen: Instagram. Das mag für den ein oder anderen auch stimmen, denn insbesondere mit den Instagram Stories entsteht für Nutzer viel Potential, sich als authentische Marke zu zeigen und eine Community aufzubauen.
Was noch? Einige werden jetzt TikTok nennen. TikTok ist das ehemalige Musical.ly und richtet sich vor allem an das sehr junge Publikum – jünger als Instagram.
Ich möchte aber weder auf Instagram, noch auf TikTok hinaus. Der meiner Meinung nach heißeste Social-Media-Kanal für Selbstständige und Unternehmer ist definitiv LinkedIn.
Ja genau, der einst so total seriöse, etwas altbackene internationale Xing-Konkurrent, auf dem alles etwas steif zuging und Duzen somit eher die Ausnahme war. LinkedIn, der Kanal, der früher mehr als Visitenkarte gedient hat und weniger social war als Facebook und Co.
LinkedIn ist mit Vollgas auf der Überholspur
LinkedIn ist im Aufwind und hat sich knallhart modernisiert, vor allem seit LinkedIn in den Händen von Microsoft ist.
Ich möchte dir ein paar Einblicke und Argumente liefern dafür, dass LinkedIn für dich schon sehr zeitnah die wichtigste Plattform werden könnte – noch vor Facebook.
LinkedIn steht meinem Gefühl nach momentan da, wo Facebook vor einigen Jahren stand.
Ein Hinweis darauf ist der aktuelle Funktionsumfang von LinkedIn. Noch ist der mit Facebook nicht vergleichbar, aber es gibt immer mehr Funktionen, die wir zuerst von Facebook kennen. Da wäre zum einen der generelle Aufbau von LinkedIn mit der Timeline, die gefiltert wird nach Relevanz oder Aktualität, oder die Möglichkeiten von Status-Updates (also die ganz normalen Posts), die wir mit Bildern oder auch Videos ergänzen können, oder auch die Gruppen, die bei LinkedIn immer präsenter werden.
Zum Vergleich: Bei Xing können nur Texte oder eben Links geteilt werden. Das kommt einem vor wie digitale Steinzeit, weil wir von Facebook gewohnt sind, dass das Teilen von Bildern oder Videos nichts Außergewöhnliches mehr ist. LinkedIn bietet inzwischen sogar die Möglichkeit, PDF-Dokumente zu teilen. Das klingt erstmal eigenartig, ist aber eine tolle Vorlage für neue Content-Ideen.
Was bei LinkedIn kommt, ist bei Facebook schon da
In diesen Bereichen wird LinkedIn Facebook also immer ähnlicher. Aber auch das, was bei LinkedIn noch in der Pipeline ist beziehungsweise nach und nach ausgerollt werden soll, ist im Grunde nicht ganz neu, weil wir auch das von Facebook kennen.
Gemeint sind zum Beispiel die Live-Videos. In Sachen Authentizität und Reichweite erreicht man damit nochmal ein ganz anderes Level. Eine andere Funktion sind Events. Bei Facebook können wir schon lange Veranstaltungen anlegen und andere Personen dazu einladen, ihre Teilnahme zu bestätigen. Bei LinkedIn gab es hier schon erste Tests.
Warum LinkedIn für Selbstständige & Unternehmer so interessant ist
Der große Vorteil liegt vielleicht nicht gleich auf der Hand. Die Möglichkeiten sind begrenzter als bei Facebook. Aber es gibt einen so riesigen Vorteil, dass ich behaupte: LinkedIn ist zurzeit das bessere Facebook.
Wovon ich spreche: LinkedIn ist noch nicht verbraucht und befindet sich trotz der bereits jahrelangen Existenz immer noch im Aufbau. Davon können wir profitieren. Denn konkret sieht es so aus, dass die organische Reichweite auf Facebook-Seiten immer weiter sinkt. Klar, Facebook möchte, dass wir den Geldbeutel ganz weit öffnen.
LinkedIn wiederum möchte erstmal, dass wir die Plattform fleißig nutzen und dort so lange wie möglich aktiv sind. Dafür muss LinkedIn Anreize schaffen.
Die Anreize sind unter anderem, dass die organische Reichweite bei LinkedIn noch überdurchschnittlich hoch ist. Mit einem ganz normalen Post kannst du immer noch viele deiner Kontakte erreichen. Der Reichweiten-Aufbau bei LinkedIn funktioniert noch organisch. Das sind gute News.
Aber nicht nur die Reichweite kann sich sehen lassen, auch das Engagement, also die Interaktionsraten, sind bei LinkedIn vergleichsweise gut.
Facebook vs. LinkedIn: Ein Kultur-Unterschied
Es gibt noch einen großen Vorteil, den LinkedIn im jetzigen Stadium gegenüber Facebook hat. Es ist ein Kultur-Vorteil – und zwar in zweierlei Hinsicht.
Zum einen herrscht bei LinkedIn eine ganz andere Diskussionskultur. Während es bei Facebook leider nicht mehr zur Ausnahme gehört, dass es in der Kommentarspalte schnell mal ausartet und es zu Beleidigungen oder sogar Hass kommt, ist der Umgangston bei LinkedIn locker, aber sehr sachlich. Die Kommunikation ist sehr wertschätzend und verläuft auf Augenhöhe.
Zum anderen gibt es bei Facebook inzwischen eine Kultur des Werbens, die so manche Grenze des Ertragbaren überschreitet. Bei LinkedIn ist das nicht völlig ausgeschlossen, aber Marketing erfordert dort mehr Fingerspitzengefühl.
Nicht umsonst spricht man besonders bei LinkedIn von Social Selling, also dem nachhaltigen Beziehungsaufbau zu potentiellen Kunden durch hochwertige und relevante Inhalte und stetige Interaktion.
Fazit: LinkedIn ist das bessere Facebook
Für mich ist LinkedIn aus all den genannten Gründen die inzwischen attraktivere Plattform geworden. Zwar bedeutet das nicht, Facebook komplett den Rücken zu kehren. Dafür spielt Facebook für meine Marketingstrategie eine immer noch zu große Rolle.
Aber LinkedIn ist dabei, Facebook den Rang abzulaufen. Es gibt also wirklich keinen Grund mehr, sich nicht intensiv mit LinkedIn auseinanderzusetzen, wenn man ernsthaft auf der Suche nach einem Kanal ist, der sich insbesondere für die B2B-Kundengewinnung eignet.