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Andrea Ballschuh im Interview: Mit Videos begeistern (Teil 2)

·31 Min.

Im zweiten Teil verrät Andrea ihre besten Video-Tipps. Technik ist vielleicht nicht das Einzige und nicht das Entscheidendste, was bei Videos wichtig ist. Technik ist das Gefäß. Aber der Inhalt muss stimmen. Es nützt die schönste Verpackung nichts, wenn der Inhalt nicht passt oder Du nicht authentisch bist. Andrea empfiehlt, wenn Du Videos machen willst, erstmal zu üben und die Kamera zu Deinem Freund werden zu lassen. Wichtig sei aber vor allem, dass Du authentisch bist. Egal, ob Du einen Akzent hast oder nicht. Sie empfiehlt auch Videos nicht zwingend an einem Stück aufzunehmen. Oder auch einen Spickzettel zu nutzen – nur nicht Teleprompter. Und was sagt Andrea zu introvertierten Menschen in Kombination mit einem Video? Ganz klar, es ist das beste Format für Introvertierte – denn Du bist allein vor der Kamera. Auch hier verrät sie etwas über Calvin Hollywood. Hier kommst Du zum Interview mit Calvin - https://www.julianheck.de/blog/calvin-hollywood-im-interview Wen sie ebenfalls empfiehlt im Kontext der Rhetorik ist René Borbonus. (https://www.rene-borbonus.de/home.html) Denn die Kamera ist das Tor zu Deinen Kunden. Die Onlinewelt ist sehr laut – Du musst nicht lauter sein als alle anderen, sondern klarer. Laut durch Deine Klarheit. Die Menschen wollen nicht mehr zugedröhnt werden. Warum das Video so stark in der Kundengewinnung? Im Video nimmt man die Energie der Person stärker wahr als in Texten. Ein Video lügt nicht. Vertrauen wird schneller aufgebaut, und Kaufentscheidungen werden schneller getätigt. Ihr wichtigster Tipp, wenn Du ein Coaching bei Jemanden buchen möchtest: Schau Dir Videos von dem Coach an, und schau, ob Du etwas fühlst. Kann man mit Videos auch etwas falsch machen? Ja, das kann man. Aber nutze dafür Übungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel in Andrea´s Facebookgruppe „Kamerahelden“ (https://www.facebook.com/groups/videotraining.mit.andrea.ballschuh ), oder übe mit Menschen, die Dir objektiv ein Feedback geben. Zum Schluss sprechen wir über mein liebstes Thema. Was Andrea über Personal Branding sagt, erfährst Du hier auch. Persönlichkeit verbindet – ist auch ihre Meinung. Und wenn Du mit Andrea zusammenarbeiten möchtest, schaue bei ihr vorbei: https://www.linkedin.com/in/andrea-ballschuh/ https://andrea-ballschuh.com/ https://www.facebook.com/andrea.ballschuh
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Die liebe Andrea Ballschuh ist bei mir zu Gast. Es geht um natürlich sie als Marke. Es geht vor allem aber auch um Videos, sich in Videos präsentieren. Wie mache ich das am gescheitesten?

Worauf muss ich achten? Und dazu gab es ja schon einen ersten Teil und wir steigen jetzt einfach mitten ins Gespräch ein, denn jetzt kommt Teil 2. Viel Spaß. Jetzt denken die meisten bei Videos ja wahrscheinlich, es fängt eben mit Technik an.

Welches Mikro brauche ich? Welche Kamera? Was auch immer. Aber wahrscheinlich fängt es eher mit einem selbst an, oder?

Die Technik spielt schon eine Rolle, weil gerade bei Social Media geht es viel um den ersten Eindruck. Und es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Und wir können mal selber schauen, wie schnell packen wir Leute in Schubladen, wenn wir etwas sehen. Auf den ersten Blick gesehen, schnell in eine Schublade rein.

So, Label drauf. Und wenn das Video zu billig aussieht, wenn der Ton schlecht ist, wenn wir dunkel sind, wenn wir kein Licht von vorne haben, wenn der Hintergrund unaufgeräumt ist, dann wirkt das billig. Und dann hört man dir auch nicht gerne zu, weil man vermutet, das, was du sagst, ist genauso billig wie dein Videobild. Das heißt, die Technik spielt zwar eine Rolle, aber nicht die entscheidende.

Es kommt dann, also die Technik kann noch so gut sein, wenn du, das ist ja wie so ein Gefäß. Ich sag mal, die Technik ist ein Gefäß. Die Verpackung sollte schon stimmen. Aber eine schöne Verpackung bringt überhaupt nichts, wenn sie nicht mit deiner Energie gefüllt wird.

Also wenn sie quasi leblos ist. Ich sehe bei LinkedIn sehr, sehr viele wunderschöne, angeblich perfekte Videos in einem perfekten Studio mit perfekt gestylten Menschen und perfekten Texten. Und alles ist perfekt und so glatt, so glatt, dass du abrutschst an den Leuten und es bleibt nichts hängen, weil da so gar keine Emotionen drin steckt. Und da nützt die schönste Verpackung nichts, wenn die Menschen, die dort sprechen, in uns nichts bewegen können.

Es braucht nicht viel, um ein Videobild gut aussehen zu lassen. Es braucht guten Ton, es braucht Licht von vorn, die Kamera auf Augenhöhe. Reicht im Grunde genommen schon und dass der Hintergrund aufgeräumt ist. Und wenn das steht, es ist einmal eingerichtet, dann fokussier dich auf deine Präsenz vor der Kamera, weil das schönste Bild nützt dir nichts.

Wenn du versuchst, jemand anders zu sein, wenn du mit Maske unterwegs bist, wenn du nicht du selber bist, wenn du irgendwelche blöden Marketingfloskeln von dir gibst und wir dich aber nicht spüren können, dann bringt das alles nichts. Also von daher, ich gebe auch meinen Leuten immer erstmal an die Hand, weißt du was, sprich erstmal in die Kamera und ist mir gerade egal, wie dein Hintergrund aussieht mit allem Drum und Dran. Mir geht es erstmal darum, dass du dich mit der Kamera anfreundest. Wir üben jetzt erstmal.

Und wenn du dich dann gut genug fühlst vor der Kamera, dann gehen wir Schritt für Schritt daran, dass das Kamerabild gut aussieht und dann gehst du raus damit. Aber vorher erstmal das Üben und die Kamera zur Freundin oder zum Freund werden lassen, das ist das A und O. Und deshalb meine ich auch zu den Leuten, die Videos machen wollen, übt bitte erstmal. Sucht euch eine Gruppe oder Freunde, die vielleicht auch mit Videos rausgehen wollen, um euch auch Feedback einzuholen, dass ihr euch auch sicher genug fühlt vor der Kamera.

Und wenn ihr euch dann sicher genug fühlt, dann raus mit euch. Üben, üben, üben ist genauso wie mit dem Fahrradfahren, wie mit dem Kopfstand, mit allem Drum und Dran. Aber habt das Gefühl, also dass du wirklich, wenn du dich anguckst, du selber bist und dass du dich wohlfühlst mit dem, was du da siehst. Jetzt hast du ja von der Maske gesprochen, viele andere sagen das ja auch, so die Maske abnehmen.

Wie merkst du das als Video-Coach, dass jemand eine Maske noch auf hat oder wie merkt man das denn auch selbst? Ich nehme das wahr. Ich kann dir gar nicht genau sagen, was es ist. Es ist ein Gefühl.

Energie ist lauter als jedes Wort. Das heißt, du nimmst etwas wahr an Menschen, ohne es benennen zu können. Du spürst etwas zwischen den Zeilen. Es ist, es hat was mit Wahrnehmung zu tun.

Und ich kann jemanden, ich habe zum Beispiel jetzt in meiner Masterclass habe ich eine. Jeder würde sagen, die macht doch tolle Videos. Warum ist denn die bei dir in der Masterclass? Das Bild ist schön, die ist Fotografin, ja.

Das Bild ist schön. Sie spricht doch sicher und gut und flüssig. Ist doch alles top. Und ich sage, ja, aber ich habe das Gefühl, sie spielt noch eine Rolle.

Ich habe das Gefühl, sie will jemand sein. Sie will gefallen. Das ist aber nur ein Gefühl, was ich habe. Und dann muss ich ins Gespräch gehen.

Und ich gebe meinen Eindruck wieder und sage, bei mir kommt das so und so an. Ist es so? Fühlst du dich so? Also nehme ich das richtig wahr?

Versuchst du eine Rolle zu spielen, dich anzupassen und zu gefallen? Oder fühlst du dich wohl mit allem? Und in 99 Prozent der Fällen habe ich damit sogar recht. Also ich habe neulich auch eine Kundin gehabt, da kam ich, wir kamen emotional nicht an sie ran.

Also das schönste Video nützt nichts, wenn emotional in uns nichts bewegt wird. Und ich kam auch emotional nicht an sie ran. Ich konnte nicht andocken. Ich denke, irgendwas ist da, was ist da?

Irgendwas stimmt nicht. Und dann habe ich die Frage gestellt, sag mal, kann es sein, dass du eigentlich, weil sie sprach seltsam, dass du eigentlich ein Dialekt hast, aber du versuchst den zu verstecken, weil du glaubst, in Videos dürftest du kein Dialekt sprechen. Und dann hat sie mich mit großen Augen angeguckt und hat auf einmal mit tieferer Stimme geantwortet. Ja, genau so ist es.

Weil sie hat sich verstellt. Und sie hat versucht, Hochdeutsch zu sprechen, obwohl sie, die hat einen ganz, ganz süßen schwäbischen Akzent, gar nichts Schlimmes. Ja. Nichts Schlimmes.

Die Schwaben sprechen auch nicht schlimm. Aber es gibt ja Dialekte, die kannst du halt ganz schwer verstehen nur, ja. Aber die klang total sympathisch. Die hat einfach nur aus dem S ein Scht gemacht.

Das gehört zu ihrer Muttersprache dazu. Und auf einmal hatte sie eine ganz andere Ausstrahlung. Wie gesagt, die Stimme war tiefer. Und es war so, sie wurde alles in allem, auch am ganzen Körper, viel lockerer.

Und plötzlich, als sie gesprochen hat, habe ich die Begeisterung in ihrer Stimme gehört. Ich habe die Begeisterung in ihren Augen gesehen, weil sie nicht mehr versuchte, mit Maske rumzulaufen und diese Maske aufrechtzuerhalten, sondern sie konnte sich jetzt auch fokussieren auf ihr eigenes Gefühl. Und so kann ich sagen, es ist einfach nur ein Gefühl. Und das Gefühl habe nicht nur ich.

Das hätte jeder. Wenn wir in die Wahrnehmung gehen, dann können wir fühlen. Nee, es ist kein Fühlen, es ist ein Wahrnehmen. Dann können wir wahrnehmen, ob jemand echt ist oder ob er versucht, eine Rolle zu spielen und jemand zu sein.

Und diejenigen, die eine Rolle spielen und versuchen zu sein wie andere, vielleicht wie die Mitbewerber, die besonders erfolgreich sind oder die versuchen perfekt zu sein, Die werden es schwerer haben, Kunden anzuziehen. Die werden es definitiv schwerer haben. Und von daher kann ich immer nur die Empfehlung geben, sei wirklich so wie du bist. Es ist so ausgelutscht, dieser Begriff so authentisch sein.

Der ist total ausgelutscht, aber es ist so wichtig, es ist so wichtig, weil diejenigen, denen wir nicht gefallen, so wie wir sind, das sind eh nicht unsere Wunschkunden. Das ist eh nicht unser Perfect Match. Mit denen wollen wir sowieso nicht arbeiten. Aber wenn wir eine Rolle spielen und die springen darauf an, was passiert dann?

Wir ziehen die falschen Kunden an. Nee, also dann, ich will nur die haben, die mich mögen, so wie ich bin, wenn ich ich bin, auch wenn ich damit vielleicht mal anecke. Und mit denen macht es auch echt Spaß zu arbeiten. Absolut.

Also es bringt dir sogar mehr Umsatz, wenn du authentisch bist. Ja, okay. Reden wir gleich noch drüber. Mich würde noch interessieren, ich bin jetzt jemand, eher introvertiert, viele andere auch, die trauen sich gar nicht, Videos zu machen.

Und die wollen sich wahrscheinlich bestmöglich perfekt vorbereiten. Haben vielleicht sogar einen Text vorgeschrieben und am liebsten würden sie einen Teleprompter nutzen. Was sagst du denen denn? Um Gottes Willen, lass den Teleprompter bitte aus.

Beim Teleprompter bist du nicht authentisch. Du liest einen Text vor in der immer gleichen Geschwindigkeit, weil der in der immer gleichen Geschwindigkeit abläuft. Du fühlst nicht, was du sagst. Du liest einfach wie ferngesteuert einen Text vor.

Und wenn wir reden, dann kommen andere Worte aus uns raus, als wenn wir schreiben. Und an einem Teleprompter ist ein geschriebener Text drin. Das heißt, viele schreiben in Schriftsprache den Text für den Teleprompter und sprechen dann in Schriftsprache. Auch das ist nicht authentisch.

Man kann sich Stichpunkte machen. Es ist auch völlig in Ordnung, auch in einem Live-Video auf seinen Spickzettel zu schauen. Dann kannst du dir auch unter die Kamera kleben. Wenn du ein Video aufzeichnest, dann nimm es doch häppchenweise auf.

Du musst doch nicht fünf Minuten am Stück aufnehmen. Du kannst im Schnitt, kannst du Pausen wegschneiden. Und kannst durch eine Veränderung des Bildausschnitts quasi dieses Wegschneiden überspielen, sodass es einfach cool geschnitten aussieht. Weil du gerade das Introvertiertsein angesprochen hast.

Schau dir Calvin Hollywood an. Du hast ihn im Interview gehabt. Calvin Hollywood ist introvertiert. Das würde man nie vermuten, wenn man den bei Social Media sieht.

Weil der ist da so sehr nach außen und laut in Anführungszeichen. Aber kaum einer vermutet, dass der introvertiert ist. Triffst du den aber privat. Ich habe ihn jetzt mehrmals getroffen.

Ist ja total zurückhaltend. Und er sagt, Videos sind perfekt für Introvertierte. Weil du bist alleine. Du bist alleine.

Nicht unter Menschenmassen. Du kannst aber viele erreichen. Oder auch René Bourbonos. Das ist ein ganz, ganz toller Speaker zum Thema Rhetorik.

Ist auch ein sehr zurückgenommener Mensch. Und das ist so angenehm. Es braucht diese ruhigen Menschen. Weißt du, es gibt draußen so viele Introvertierte.

Die würden niemals zu einem extrovertierten Coach gehen. Die sind so dankbar, wenn sie jemanden finden, der auf ihrer introvertierten Wellenlänge schwimmt. Und du bist sogar auch als Introvertierter ziemlich sicher in Videos. Weil du bist für dich alleine.

Du sprichst mit der Kamera. Keine anderen Menschen da, die dir irgendwie auf die Nerven gehen oder die dir zu viel werden. Und das ist ein Tor zu deinen Kunden. Die Kamera ist das Tor zu deinen Kunden.

Du musst jetzt einfach nur durchgehen und sie begeistern. Genau den Satz habe ich mir übrigens sogar rausgeschrieben. Und da muss ich noch was Wichtiges zu sagen. Die Online-Welt ist sehr laut.

Introvertierte sind eher leise. Du musst nicht lauter sein als alle anderen. Du musst klarer sein als alle anderen. Du kannst ganz leise sein und trotzdem in dem Leise sein sehr laut.

Laut durch deine Klarheit. Das ist das, was Menschen brauchen. Die wollen nicht zugedröhnt werden. Dieses Laute geht einem so sehr auf die Nerven.

Wir brauchen Klarheit. Klarheit vermittelt uns Sicherheit. Und da hast du als Introvertierter die besten Karten. Wohl wahr.

Du hast eben den Satz gesagt. Mit der Kamera öffnest du das Tor zu deinen Kunden. Habe ich mir extra nochmal rausgeschrieben. Du hast ja in deinem LinkedIn-Profil-Slogan auch stehen.

Warum ist denn das Medium-Video so stark für die Kundengewinnung? Weil man im Video die Energie der Person noch stärker wahrnimmt als in Texten. Das hast du selber auch erlebt. Du hattest ja schon viele Fans, als du nur geschrieben hast bei LinkedIn.

Deine Texte sind ja richtig gut, weil du einfach auch ein guter Texter bist. Nicht jeder ist aber so talentiert. Nicht jeder kann so gute Texte schreiben und so überzeugend schreiben. Kann aber in einem Video richtig überzeugend sein.

Du kannst mit Videos teilweise schneller was Überzeugendes sagen als in einem Text. Weil ich brauche selber ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde für einen überzeugenden Textpost. Ich mache ein Video innerhalb von manchmal drei Minuten, weil Aufnahmeknopf an, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, da, redet, Aufnahmeknopf aus. Okay, wenn ich das Video noch ein bisschen unterschneiden will mit was, dann dauert es ein bisschen länger.

Aber im Grunde genommen kann ich innerhalb von drei Minuten ein Video aufnehmen. Ich lasse manchmal sogar auch Versprecher drin in einem Video. Und im Video nehmen wir viel mehr von der Persönlichkeit wahr. Ein Video lügt nicht.

Texte können so geschönt sein. Es kann auch ein Texter geschrieben haben. Wissen wir, ob die Person das selber geschrieben hat? Vielleicht hat es auch ein sehr guter Texter geschrieben.

In einem Video bist du greifbar, fühlbar und wir können, also auch mit unserer Mimik und Gestik, wir können, also eine Lüge wird einfach auch entlarvt durch Mimik und Gestik. Deswegen empfehle ich jedem, der viel Geld in ein Programm investiert, sich die Person, diesen Coach, der da sehr, sehr viel Geld nimmt, in Videos anzugucken. Und da in die Wahrnehmung zu gehen, was fühle ich, wenn ich diesen Menschen sehe. Es gibt die, die ganz toll Floskeln rüberbringen können, aber schau den Menschen in die Augen, geh in die Wahrnehmung.

Was nimmst du wahr? Bekörpert der das, was er sagt? Oder hat er das nur aus irgendwelchen Büchern und will jetzt damit viel Geld machen? Also du kannst eine Person in einem Video viel besser einordnen.

Das Vertrauen wird viel, viel leichter aufgebaut. Das ist natürlich für diejenigen blöd, die sagen, ach scheiße, dann kriegt man ja auch schneller mit, wenn ich das nicht so ernst meine. Dann kriegt man ja viel schneller mit, wenn ich es nur in Büchern gelesen habe und noch gar nicht selbst die Erfahrung gemacht habe. Ja, das kriegt man dann auch schneller mit.

Aber all diejenigen, die etwas weitergeben, was sie wirklich verkörpern, was sie selber erfahren haben, die können aufatmen, weil auch das wird man spüren. Wenn du darüber redest, kriegen die Leute mit, was du fühlst. Wenn du begeistert bist, überträgt sich die Begeisterung in Videos automatisch auf dein Gegenüber. Das heißt, die Leute bauen schneller Vertrauen zu dir auf.

Sie finden dich schneller sympathisch und dadurch treffen sie auch schneller Kaufentscheidungen. Und die Erfahrung hast du, Julian, auch gemacht. Als du dich zum ersten Mal in Videos gezeigt hast, ich kann mich noch erinnern, was da für ein Kommentarsturm losging und die Leute mega begeistert waren, als sie dich gesehen haben, weil sie dann auch die Wärme deiner Stimme gehört haben. Gut, im Podcast hat man sie jetzt auch schon, aber wenn man dich dazu auch noch sieht, ist es einfach nochmal was ganz, ganz anderes.

Und ich bin sicher, du hast seitdem mehr Fans dazu gewonnen, seit du dich in Videos auch ab und zu zeigst. Ja, also ich merke das ja auch nicht nur als derjenige, der Videos macht, sondern auch Videos anschaut. Also der Tipp von dir, schau dir ein Video an von einer Person, bevor du sie buchst, den finde ich super stark. Ja, absolut.

Aber trotzdem, du veröffentlichst jetzt nicht. Ich habe auf Basis dessen auch schon Trainings abgelehnt. Wenn mir jemand, also wenn ich einen Text gelesen habe, denke ich so, überzeugender Text, wo ich noch dachte, ach, vielleicht buche ich das. Und dann habe ich mir ein Video angeguckt von der Person und dann habe ich so, öh, nee, die Person ist mir unangenehm aus irgendeinem Grund.

Ich kann nicht sagen, warum, aber irgendwie ist sie mir unangenehm. Und dann habe ich es bleiben lassen. Und lustigerweise habe ich dann Monate später von anderen, die bei dieser Person gebucht haben, dann die Rückmeldung bekommen, ja, das Angebot, das klang so toll. Aber im Programm selber ist überhaupt nicht das gehalten worden, was man da versprochen hat.

Und das war alles ganz doof. Und deshalb, jeder von uns hat auch sowas wie ein Bauchgefühl, eine Intuition. Jeder von uns hat diese Intuition. Und unsere Intuition führt uns genau richtig.

Und wenn die Intuition bei einer Person sagt, irgendwie fühlt sich das komisch an, dann höre darauf. Vertraue da nicht auf die Wortfloskeln, sondern höre auf dein Gefühl. Und wenn deine Intuition sagt, geil, hier kribbelt was. Ich weiß nicht, was es ist, aber alles in mir sagt, ich will da hin, ich will da hin.

Und der Kopf sagt, ja, aber das ist ja eine ganz schön große Investition. Ist egal. Wenn dein Körper förmlich danach schreit, zu dieser Person zu gehen, dann investiere dieses Geld. Wenn du weißt, es ist ein Experte, der also auch schon bewiesen hat, dass das, was er tut mit anderen, auch schon mal funktioniert hat.

Und die Person versteht viel von dem, was sie sagt. Dann ist es meistens richtig. Aber jetzt auch nach deinem Beispiel, ich kann mir jetzt vorstellen, wie der eine oder andere denkt, oh shit, dann kann ich ja vielleicht mit einem Video mehr falsch machen, als richtig machen. Also wenn ich sage, ich bin gar nicht so gut in Videos und ich bin mir unsicher und ich weiß nicht, wie ich wirke.

Also entweder brauche ich jemanden wie dich, der mir Feedback gibt oder ich traue es mich vielleicht gar nicht, weil ich Schiss habe, dass ich dann mehr abstoße, als ich anziehe. Ja, diese Angst ist durchaus berechtigt, aber wenn du übst, kann dir das nicht passieren. Ich habe ja auch eine kostenlose Facebook-Gruppe, die Kamera halten. Die kann zum Beispiel genutzt werden, um einfach mal ein paar Übungsvideos zu posten.

Kostet nichts und da sind alle ehemaligen aus der Video-Challenge drin. Und das heißt, da sind Leute, die ebenfalls anfangs noch unsicher waren mit Videos und wo man mal so ein Video reinstellen kann, um zu fragen, hey Leute, könnt ihr mir mal Feedback geben? Es gibt unzählige Möglichkeiten oder sucht ihr im Freundeskreis Leute, die sagen, hey wollen wir das nicht zusammen machen, lass uns gegenseitig Feedback geben. Das Feedback ist wirklich entscheidend, weil wir selber sind auch viel kritischer mit uns als die anderen.

Also wenn ich jetzt ein Video mache und ich finde das gar nicht so gut, ich finde, meistens finden wir ja immer selber an uns ständig was auszusetzen. Dann kann es aber sein, ich zeige das Video jemand anderem, zum Beispiel einem, der meinem Kunden Avatar entspricht und die Person sagt, geil. Und ich sage, ja, aber siehst du nicht da und ich habe da die Falte und da steht das Haar, was? Ne, ist mir gar nicht aufgefallen, aber was du sagst, ist doch geil.

So, das heißt, lass dir wirklich Feedback von jemand anderem geben, der objektiv drauf raufschaut. Family Fools and Friends kann passieren, dass die einem das falsche Feedback geben, weil die sind nicht Kunden. Das heißt, wenn du in deiner Business-Sprache sprichst, also wenn du in deinem Business-Kontext sprichst, redest du ja anders, als wenn du mit deiner Mutter sprichst. Deshalb kann es sein, dass deine Mutter sagt, na aber Julian, da erkenne ich dich aber nicht wieder, mit mir redest du ganz anders.

Ja, Mama, mit dir rede ich anders als mit meinen Kunden. Aber wenn du Gleichgesinnte findest oder wenn du eine Gruppe hast, poste da deine Übungsvideos rein, dass die Leute dir auch sagen können, guck mal, da habe ich das wahrgenommen, da ist ein blinder Fleck. Mensch, gut, dass du mir das sagst, das ist mir gar nicht aufgefallen. Aber vor allem auch, hey, ist das toll, was du machst.

Echt, wirklich, das hätte ich nicht gedacht. Das ist der Zauber von den Video-Challenges, die ich seit zweieinhalb Jahren mache. Ich habe jetzt gerade die fünfte hinter mir, hinter mir klingt aber auch, das klingt aber doof. Also ich habe gerade die fünfte abgeschlossen.

Und da steigen Leute ein, die anfangs denken, sie können das gar nicht mit den Videos. Und dann sind da 300 Leute, die alle denken, sie können das nicht mit den Videos. Sie bekommen eine Aufgabe, posten mit ganz viel Herzklopfen ihr Video in die Gruppe. Und plötzlich schreiben andere, boah, du hast mich total berührt mit dem, was du gesagt hast.

Ich finde das so klasse. Und wie du wirkst, du hast so eine warme Ausstrahlung. Und die Person, was? Wirklich?

Das hätte ich ja gar nicht gedacht. Und dadurch, durch das Feedback, wachsen sie plötzlich über sich hinaus. Und ich mache im September nochmal eine Video-Challenge. Also wer da Lust drauf hat und da ein bisschen rumüben will, muss halt leider bis September warten.

Aber es gibt auch andere Video-Coaches, die Video-Challenges machen. Also such dir jemanden, muss ja nicht ich sein, es gibt wirklich viele andere Gute. Such dir jemanden, wo du sagst, das spricht mich total an, da ist eine Übungswiese, hier möchte ich mich gerne mal austoben. Oder ansonsten kommst du einfach in meine kostenlose Kamerahelden-Facebook-Gruppe, da kannst du dich auch gerne austoben.

Mindestens das, genau. Wobei die Video-Challenge kann ich sehr empfehlen. Aber auch mit der Fremd- und Selbstvernehmung. Ich muss sagen, ich hätte wahrscheinlich auch keinen Podcast gestartet.

Hätten Leute nicht irgendwann gesagt, Julian, du hast eine ganz angenehme Stimme, weil ich meine Stimme... Das war dir nicht bewusst, dass du eine angenehme Stimme hast? Nee, gar nicht. Nee.

Deshalb, das ist so ein Beispiel dafür. Ich liebe deinen Podcast. Ich höre dir total gerne zu. Ja, total gerne.

Das Spannende, Andrea, finde ich, obwohl Video dein Medium ist, du haust jetzt aber bei LinkedIn. LinkedIn ist dein stärkster Kanal wahrscheinlich, oder? LinkedIn ist mein allerstärkster Kanal. Haust du aber nicht täglich Videos raus?

Nee, nee, nee. Ich poste vielleicht nur ein Video pro Woche. LinkedIn ist mein stärkster Kanal und ungefähr 90 Prozent aller Kunden kommen über LinkedIn zu mir. Man muss nicht jede Woche fünf Videos machen.

Es reicht auch, alle zwei Wochen mal ein Video zu machen. Ich mache relativ viele Lives und man findet mich bei YouTube und auf meiner Facebook-Seite. Also man kriegt schon mit, dass ich was verstehe von dem, was ich tue. Und auch alle anderen, die jetzt zuhören, du musst gar nicht so viele Videos machen.

Wenn du ein Video hast auf deiner Landingpage, auf deiner Homepage, wenn du was launchst, wenn du ein Video hast bei LinkedIn, was du dann vorne in den Fokusbereich stellst, also dass Leute, die auf dein Profil kommen, einfach auch sofort einen Eindruck von dir bekommen, dann kann das schon ausreichen. Du musst nicht alle Nase lang Videos machen. Ich texte mehr, als dass ich Videos mache, lustigerweise. Und weil ich, auch wenn es bei mir länger dauert, aber ich schreibe schon gerne.

Das mache ich schon gerne. Okay, also gut, das ist aber auch nochmal beruhigend, auch wenn ich jetzt Videos, weil es gibt ja Plattformen, also ich weiß nicht, bist du bei Instagram aktiv? Ja, bist du. Ich bin bei Instagram aktiv, aber mache da hauptsächlich Storys.

Storys, okay. Tanzt jetzt aber nicht in Reels rum und machst da ganz viele Videos. Nee, ich selber kann mit Reels, ich selber kann mit Reels nicht so viel anfangen. It's not my kind of marketing.

Okay. Das sollen andere machen. Mein Ding ist es nicht. Ja, verstehe ich aber auch.

Du hast eben noch Live-Videos angesprochen. Also ich finde ja, es gibt einen totalen Unterschied. Live-Videos fallen mir zum Beispiel total leicht. Ich muss sie mir nicht nochmal angucken.

Ich muss auch nichts verarbeiten. Die gehen einfach so raus. Gibt es einen Unterschied von der Art und Weise, wie ich rangehe, wenn ich ein Live-Video mache, im Vergleich zu einem aufgezeichneten Video? Lustigerweise fallen vielen die Live-Videos leichter als die aufgezeichneten Videos.

Ich habe ja schon über 3000 Sendungen live moderiert und der Adrenalinspiegel ist ein anderer. Du bist echter. Du bist authentischer in Lives. In einem aufgezeichneten Video weißt du, ich kann es ja nochmal machen.

Ich kann es ja nochmal machen. Und irgendwie ist die Aufmerksamkeit dann nicht ganz so groß und dann verspricht man sich lustigerweise auch eher. In Live-Videos hast du Zuschauer. Das heißt, du hast das Gefühl, ah, da hört mir jetzt jemand zu, ich rede mit jemandem.

In einem aufgezeichneten Video redest du mit einer toten Kamera und die nicht reagiert. Das ist für viele schwieriger. Mit Live-Videos kriegen wir mehr Reichweite, weil mehr Interaktion stattfindet. Ich würde mich immer vorbereiten auf Live-Videos, dass du einen Spickzettel hast, auf den du auch gucken kannst, damit du nicht den Faden verlierst.

Ansonsten geh sehr in die Wahrnehmung, schau, wie reagieren deine Leute, dass du spontan darauf reagieren kannst. Aber du wirst feststellen, dass dir Live-Videos wahrscheinlich sogar mehr Spaß machen werden, wenn du ein bisschen mal geübt hast. Man kann sich ja auch bei Facebook zum Beispiel eine Übungsgruppe zulegen, eine eigene Übungsseite, wo man einfach übt. Live-Streams übt, live gehen übt, wo kein anderer dabei ist, sodass man unter Ausschluss der Öffentlichkeit einfach üben kann.

Und wenn da so eine Routine reingekommen ist, dann wirst du merken, dass du wahrscheinlich sogar in Lives noch überzeugender bist als in aufgezeichneten Videos. Ja, das stimmt. Letzte Frage, Andrea. Personal Branding.

Du teilst immer mal wieder auch Persönliches von dir. Ob das jetzt, ich weiß gar nicht, Hula-Hoop, glaube ich, ist teilweise oder deine Challenges, die du hast. Wie wichtig ist Personal Branding für dich? Auch in Videos natürlich, aber jetzt speziell für dich als Marke.

Ohne Personal Branding geht's nicht. Also du kannst dich nicht von der Masse unterscheiden, wenn du dich nicht um dein Personal Branding kümmerst. Und Personal Branding sagt ja schon, was es ist. Persönlichkeit.

Es geht nicht darum, Privates zu teilen. Also wie meine Privatsphäre ist, also wie mein privater Zustand ist, das wissen viele nicht. Es geht auch niemandem etwas an, weil es keine Relevanz hat für meine Zielgruppe. Aber wie ich denke, wie ich fühle, welche Erlebnisse ich hatte, welche Ängste ich hatte, was mich erfüllt, was mir Spaß macht, welche Musik ich gern höre.

Dass ich meine Herausforderungen mit dem Hula-Hoop reifen hatte. Dass ich eine Entscheidung getroffen habe, die mir schlaflose Nächte bereitet hat. Das ist ganz wichtig, das zu teilen, weil sich dadurch die Menschen einfach noch besser mit uns verbinden können. Dadurch werden wir ja menschlich.

Und wenn wir sowas erzählen, etwas erzählen, was wir selber erlebt haben in einem Video, dann spricht unser ganzer Körper, unser Gesicht spricht mit und erzählt eine ganz eigene Geschichte nochmal, die sowas von glaubwürdig ist. Und dadurch, durch unsere Persönlichkeit unterscheiden wir uns doch von der Masse, weil es gibt uns nur dieses eine Mal. Wir kommen dadurch raus aus der Vergleichbarkeit. Und darum geht es ja bei Social Media, quasi wie so ein Leuchtturm herauszuragen.

Und das geht nur mit gutem Personal Branding. Und mit einer ganz starken, klaren Werteorientierung. Das finde ich bei dir immer so klasse, wie du auch abgrenzt. Welche Soul Mails, welche Kunden willst du haben?

Was für eine Art von Marketing magst du gar nicht? Das finde ich sehr inspirierend. Dankeschön. Vielen Dank.

Ja, das halte ich auch für wichtig, dass man da ziemlich klar ist, was die Werte angeht. Weil dadurch sortiert man auch gleich aus. Und die, die mit diesen Werten nicht konform gehen, die sind dann auch nicht meine Wunschkunden. Die will ich nicht haben und die kommen dann aber auch nicht zu mir.

Also man muss darauf gefasst sein, dass die Leute dann auch sagen, die finde ich jetzt aber doof. Aber die dürfen mich auch doof finden, weil mit denen will ich nicht arbeiten, die, die mich doof finden. Und wer mit dir arbeiten möchte, kann das auf welche Art und Weise? Auch mich einfach mal anschreiben oder mal auf den Social Media Profilen gucken, ob das, was ich mache, überhaupt gefällt.

LinkedIn, wie gesagt, ist mein Hauptkanal. Ich bin bei Instagram hauptsächlich in Storys, auf meinem privaten Facebook-Profil auch. Ich habe eine Homepage, da kriegt man auch ein Gefühl für mich. Wer ein bisschen einen Eindruck von mir kriegen will, findet im Netz was, findet im Fernsehen was, in der ZDF-Mediathek.

Und dann kann man mir schreiben, eine Mail oder auch per Messenger, wie auch immer. Und du hast jetzt glaube ich, das haben wir jetzt nicht besprochen, aber ich habe es vorhin auch gerade gesehen, du hast glaube ich ein Training, was du demnächst machst, oder? Kann das sein? 90 Minuten?

Ja, ich habe am 4.4. um 18 Uhr, biete ich ein gratis Online-Training an, so für 90, 90 Minuten. Da geht es um authentisch sein in Videos. Mit welchen Themen kann ich überhaupt meine Wunschkunden erreichen?

Wie bringe ich das in einem Video dann auch überzeugend rüber? Also so, dass es nicht gekünstelt ist, so dass es gut aussieht, so dass sich meine Wunschkunden dann auch angesprochen fühlen. Und ich mache das kostenlos, weil ich einfach gerne viele Menschen erreichen möchte, die den Sprung aus der Komfortzone wagen und einfach auch die Möglichkeit bieten möchte, mich kennenzulernen. Weil viele denken, die aus dem Fernsehen.

Und viele haben auch Vorurteile über die aus dem Fernsehen. Und so kriegen sie auch einfach mal mit, wie die aus dem Fernsehen ist, wenn sie einfach drauf losredet. Und deswegen biete ich das kostenlos an. Am 4.4.

um 18 Uhr. Dann geht die Episode hier noch pünktlich raus, damit alle daran teilnehmen können, die es möchten. Andrea, vielen, vielen, vielen lieben Dank für deine Zeit. War ein sehr inspirierendes Gespräch.

Ich danke dir sehr. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.