Björn Tantau im Interview: Erfolg in Social Media (Teil 1)
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Herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Branding Barista Podcasts. Ich bin heute mal wieder nicht alleine, sondern habe einen sehr kompetenten Gast an meiner Seite, der eine ganze Menge zu sagen hat. Björn Tantau ist da, muss jetzt selbst mal schauen, Unternehmensberater, Keynote-Speaker, Coach, Autor. Das ist das zumindest, was er selbst auf der Webseite von sich schreibt.
Alter Hase, kann man glaube ich sagen, in der Marketing-Bubble. Und genau, freue mich sehr, dass wir heute über Social Media Marketing sprechen. Hallo Björn. Branding Barista Hallo Julian, danke für die Einladung.
Ja, kann man, alter Hase, kommt glaube ich hin. Mittlerweile Schwerpunkt tatsächlich Unternehmensberatung, Coaching und Consulting. Eher der Bereich. Eher der Bereich, okay.
Verrat mal, ich bin ja immer so ein bisschen an der Story auch interessiert. Du machst zwar jetzt vor allem Beratung, Social Media Marketing, aber wie bist du denn überhaupt in die, ja ich sag mal in die Marketing-Szene oder in die Selbstständigkeit gerutscht? Ja, klassischer Quereinstieg ist schon recht lange her oder etwas länger her, deswegen ja auch alter Hase. Aber im Prinzip komme ich aus dem Bereich Finanzdienstleistungen tatsächlich mit Ausbildung und Studium und so weiter.
Habe aber dann früh angefangen, andere Sachen mir anzugucken, wie zum Beispiel das aufstrebende Internet damals mit den Möglichkeiten Google und Social Media und so weiter. Das fand ich immer schon sehr spannend und sehr faszinierend und ich habe dann eigentlich nebenbei angefangen, so eigene Website-Projekte aufzubauen. Und eines darunter war unter anderem ein Musikportal, was relativ gut lief und für dieses Musikportal habe ich halt entsprechend dann angefangen, mich im Bereich SEO reinzufuchsen. Weil wenn du Traffic haben willst, guckst du ja immer bei Google, wie das so funktioniert und nachdem dann das quasi auch tatsächlich ganz gut lief, so mit ungefähr 500.000 Besuchern pro Monat damals auf der Hochzeit, tatsächlich war es ein relativ großes Portal, also immer noch klein nach jetzigen Maßstäben, aber damals hatte es schon einen gewissen Bekanntheitsgrad und hat auch entsprechend gut funktioniert.
Und dann habe ich dann gearbeitet mit ein paar Kollegen zusammen, so redaktionell, bis dann da irgendwann so ein bisschen die Luft raus war, wo ich halt mir irgendwann gesagt, also ich habe mir irgendwann gesagt, so sinngemäß, möchtest du noch oder willst du noch mit 50 über Tokio Hotel schreiben, weißt du? Das war so, was ich mir überlegt habe, man muss sich auch ein bisschen weiterentwickeln. Und dann habe ich halt damals schon gesehen, dass es halt so einen Beratungsbedarf gibt, sowohl im Bereich Suchmaschinenoptimierung als auch im Bereich nachher Social Media Marketing. Und ja, dann bin ich da einfach letztendlich da so reingerutscht, habe mich da auch reingefuchst und irgendwann ging es dann darum, es ist ja dein Thema, sich zu positionieren und da habe ich dann gesagt, okay, pass mal auf, den SEO-Part, den lassen wir jetzt mal weg, weil das andere auch schon, finde ich, besser können und jetzt sowieso nach der langen Zeit, wo ich jetzt nur noch Social Media Marketing mache.
Und daraufhin habe ich halt gesagt, okay, ich gehe jetzt hier in diesen Social Media Marketing Bereich voll rein und so war jetzt im Zeitraffer eigentlich die Entwicklung, dass ich jetzt quasi sagen kann, okay, jetzt kann ich mich darauf konzentrieren, tatsächlich Beratung zu machen, Coaching und Consulting, mit 1 zu 1 Coachings, aber auch mit Gruppencoachings und so weiter, um den Leuten halt zu zeigen, wie sie letztendlich Social Media Marketing einsetzen, also strategisch, um da ihre Ziele zu erreichen. Das sind meistens dieselben Ziele, wie zum Beispiel Kundengewinn, Leads generieren, bessere Inhalte, mehr Reichweite und so weiter. Also die Klassiker, habe ich gerade neulich nochmal mit einer eigenen kleinen Umfrage in meiner Zielgruppe so ein bisschen nachgeforscht und tatsächlich verändern sich die Themen eigentlich nicht so stark. Es bleibt eher dabei, dass die Leute immer dasselbe wollen und genau darauf habe ich mich letztendlich auch spezialisiert.
Okay, cool. Ich meine, aus Positionierungssicht könnte man ja sagen, Social Media ist ja auch noch etliches. Genau. Es gibt ja einen bestimmten Kanal oder auf einem bestimmten Weg, die Kunden darüber zu gewinnen, organisch oder Ads und so weiter.
Was begeistert dich denn in Social Media? Also warum hast du dich an dem Thema festgeklammert? Ich finde die Möglichkeiten einfach am verlockendsten. Also unabhängig davon, was immer gesagt wird, dass Social Media ja oft auch einen schlechten Ruf hat wegen irgendwie Hasskommentare und so weiter.
Das ist sicherlich auch richtig in bestimmten Themengebieten, aber in diesen Themengebieten bin ich ja a. gar nicht unterwegs und b. auch nicht meine Kunden, denen ich erkläre, was sie machen sollen. Als Konsument bin ich tatsächlich auch nicht so ein Social Media Fan von diesen breit gefächerten Themen. Also ich würde jetzt nicht sagen, ich bin jemand, der jetzt selber den ganzen Tag rumsitzt und sich Instagram anguckt oder Facebook oder TikTok, sondern ich finde es halt spannender, als Produzent zu agieren. Und das ist ja auch genau das, womit du entsprechend ja auch eine Reichweite aufbauen kannst, womit du eine Marke aufbauen kannst, womit du Kunden und Leads gewinnen kannst.
Da reicht es ja nicht, wenn du einfach nur weißt, wie es funktioniert. Du musst es ja auch selber umsetzen. Und genau das finde ich daran so spannend, dass du, wenn du es richtig machst natürlich, dass du da eine sehr, sehr große Plattform hast, entweder auf einem oder zwei Kanälen oder auf mehreren Kanälen, je nachdem, wo man aktiv sein möchte oder wo man meint, dass es einem am meisten Spaß macht und letztendlich dann dort aktiv sein kann, um halt dann auch wirklich das Ganze so aufzubauen, um auch den Leuten zu erklären, pass auf, das und das sind die Hebel, mit denen wir jetzt entsprechend in Social Media arbeiten. kannst, um deine Ziele zu erreichen.
Denn im Vergleich zu anderen Themen, wie zum Beispiel Suchmaschinenoptimierung oder auch letztendlich jetzt Markenaufbau über die klassischen Wege, ist natürlich Social Media sowohl organisch, da dauert es halt auch ein bisschen länger, aber auch der Ads-Bereich, wo du halt sofort quasi Reichweite generieren kannst, wo du sofort sagen kannst, okay, ich positioniere und präsentiere mich sofort. Und dann kriegst du auch sofort alle mit, je nachdem, wie gut du bist. Auch da brauchst du natürlich Inhalte, die vernünftig sind. Du machst das ja auch immer auf LinkedIn sehr eindrucksvoll vor, wie das funktioniert.
Das muss natürlich dabei sein, ja. Und das wird halt gerne vergessen von den Leuten, aber im Prinzip ist es genau diese Kombination, dass man sagen kann, wenn du etwas aufbauen willst, relativ zügig und bekannt werden möchtest oder auch ein Produkt, Dienstleistung, Event, dann solltest du auf jeden Fall erstmal Social Media bemühen mit den Kanälen, die da sind, wo du jetzt meinst, da erreiche ich die Menschen am besten. Und dann dort überlegen, ob das dann organisch passieren soll oder mit Werbung. Und es hat sich, glaube ich, auch die letzten Jahre nicht verändert.
Aber gibt es aus deiner Sicht irgendwas, was sich so über die letzten Jahre verändert hat in Sachen Social Media? Oder haben sich die Hebel verändert, darüber Kunden zu gewinnen? Ja, es hat sich schon ein bisschen verändert. Also man muss ganz klar sagen, dass es, das war noch nie so einfach, also was immer gerne erzählt wird, machen Social Media irgendwas, poste irgendwie drei, vier Mal und die Leute rennen die Bude ein.
Das wird ja immer gerne von diversen Leuten auch propagiert. Habe ich selber so noch nie gesagt, werde ich nicht mal sagen, weil es einfach nicht stimmt. Es ist nicht so. Du musst letztendlich kontinuierlich was bieten.
Du musst nicht jeden Tag fünf Stunden in Social Media aktiv sein. Aber man sollte schon sich überlegen, im Rahmen einer Strategie, im Rahmen eines Marketingplans, was kann ich jeden Tag tun, damit ich eine gewisse Kontinuität erreiche. Denn diese Kontinuität, die sorgt dafür, dass man immer wieder gesehen wird. Das ist das, was die großen Konzerne, Beispiel Autokonzerne, die machen das halt mit Werbung, weil sie halt Millionen von Euro in der Werbekasse haben.
Das hat nicht jeder. Und die, die es nicht haben, die müssen halt organisch unterwegs sein. Und da musst du aber sagen, dass du auf den Plattformen, die für dich relevant sind, tatsächlich regelmäßig unterwegs sein solltest. Damit das halt nicht in jeden Tag fünf, sechs, sieben Stunden auf Social Media rumeiern ausartet, brauchst du halt dafür auch Strukturen, Prozesse, Herangehensweisen, um halt zu sagen, okay, ich mache jetzt mein eigenes Social Media Marketing so quasi streamgeleint, dass ich letztendlich, keine Ahnung, dafür ein, zwei Stunden am Tag einsetzen muss und den Rest halt letztendlich auch mit Kunden arbeiten kann, selber Vertrieb machen kann, Marketing und so weiter oder die Leute im Team entsprechend ausbilden.
Und das hat sich tatsächlich insofern nicht geändert, als dass dieser Mythos immer noch da ist. Was sich geändert hat, ist, dass es alles tatsächlich etwas schneller geworden ist, auch durch Story-Formate, durch Reels, durch TikToks und so weiter. Was aber auch sich geändert hat, aus meiner Sicht, und das gab es halt früher so auch nicht, dass dieser Akquiseweg direkt über Social Media, wenn du über Social Media mit den Leuten in Kontakt kommst und dann quasi das Gespräch vom Online ins Offline verlagerst, um dann dort mit denen, wie im klassischen Sinne, auch eine Kundenbeziehung anzubahnen. Das gab es tatsächlich früher so nicht, das heißt, früher waren eher die Leute unterwegs, die haben gesagt, ja, bau dir auf Social Media eine Reichweite auf und dann kommen die Kunden schon irgendwie.
Die gibt es heute immer noch, ja, im Einzelfall stimmt das auch, aber insgesamt lässt sich darauf halt keine tragfähige Strategie aufbauen. Aber dieses andere, dass du jetzt wirklich Social Media über den Messenger, bei LinkedIn, bei Instagram, bei Facebook, wirklich gezielt einsetzen kannst, um die Leute anzusprechen oder auch, um mit den Leuten in Kontakt zu treten, wenn du denen irgendwie aufgefallen bist. Das gab es früher so in der Form tatsächlich nicht, das funktioniert auch sehr gut. Aber da musst du halt auch sehen, dass auch da immer mehr Leute auf den Zug aufspringen.
Und da wird es in den nächsten zwei, drei, vier Jahren, glaube ich, sehr interessant und spannend, welche Methoden da noch übrig bleiben werden und welche quasi wegfallen, weil zu viele das Ganze einfach überhitzt haben. Ja, absolut. Meinst du, es braucht heute mehr Strategie als früher, auch weil mehr Konkurrenz etc. da ist? Ja, du brauchst mehr Strategie, Konkurrenz, der Ozean ist noch etwas roter geworden, definitiv.
Du brauchst aber auch Strategie einfach, weil die Konsumenten, auch die Konsumenten zum Beispiel im B2B-Bereich, die jetzt tatsächlich Interesse haben an der Kooperation, dass auch die tatsächlich tagtäglich irgendwelche Informationen bekommen, nicht nur quasi on demand, also aus dem Netzwerk heraus, sondern die werden auch angerufen, die werden angeschrieben und so weiter. Und da gibt es halt, also muss man erst mal sagen, 90 Prozent machen das halt sehr schlecht, 10 Prozent machen das sehr gut und diese 10 Prozent, die sind halt dann entsprechend auch, was man so als Konkurrenz bezeichnen könnte. Aber da ist der Verbraucher, nennen wir es mal so, da ist der Verbraucher mittlerweile, glaube ich, etwas sensibilisierter, als das noch vor fünf, sechs Jahren war, weil die einfach schon ein bisschen mehr gesehen haben. Umso wichtiger ist es halt, dass du als Person, als Produkt, als Marke, als Dienstleistung in Social Media wirklich so rüberkommst, dass die Leute wirklich sehen, okay, da ist jemand oder da ist etwas, was ein Problem löst, was man gebrauchen kann, was halt über dieses reine, sich mit lustigen Tipps präsentieren hinausgeht.
Weil zum Beispiel Tipps bei Instagram, ich würde jetzt heute keinem mehr empfehlen, wenn du bei Instagram wachsen möchtest, hau jeden Tag einen krassen Tipp raus, weil erstens gibt es diese Tipps halt an jeder Ecke mittlerweile, zweitens hast du dann wirklich, du hast viel Reichweite, du hast viel Likes, viel Kommentare, aber fast immer sind das Leute, die halt auch gratis Tipps konsumieren wollen. Und wer halt primär darauf aus ist, gratis Tipps zu konsumieren, der ist wahrscheinlich nicht in der Lage oder nicht gewillt, in sich selber oder in sein Unternehmen zu investieren, weil sonst würde er ja sagen, was soll ich mir hier fünf Wochen lang gratis Tipps reinpfeifen, ich rufe einfach mal jemanden an, der mir helfen kann, bezahle den und zack, ist das Thema fertig. Wie gesagt, das würde ich heute so keinem mehr raten, das rate ich auch meinen Kundinnen und Kunden nicht mehr. So als Beifügung ja, um den Expertenstatus zu manifestieren oder den Status von Produkt- oder Dienstleistung, aber ich würde auch nicht mehr sagen, ja du musst einfach nur ein halbes Jahr krass posten und dann werden die Kunden kommen.
Das funktioniert tatsächlich so einfach in der Form heute nicht mehr. Da muss man strategisch tatsächlich ein bisschen mehr auf Zack sein. Es ist noch entscheidender, was man postet. Ich sage, man muss viel stärker wissen, wie man Bedarf generiert, wie man Bedarf weckt.
Viele sprechen ja vom Sog-Effekt, wie man das tatsächlich hinbekommt. Also irgendwie irgendwas raushauen bringt nichts. Du kennst wahrscheinlich auch Leute, die entsprechende Reichweite haben und vielleicht auch entsprechende Kommentare bekommen, aber letztendlich doch nicht wirklich viel verkaufen. Da gibt es schon so ein App.
Ich erinnere jetzt die Verkaufszahlen von den Leuten nicht explizit, aber ich habe halt selber in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass es halt letztendlich meistens so ist. Also es gibt ja Zahlen, kennst du vielleicht diese lustige Influencer-Auswertung, dass nur vier Prozent der Influencer tatsächlich davon richtig vernünftig leben können. Klar, vernünftig muss man jetzt definieren. Manche sagen, vernünftig ist mit 2.000 Euro netto, andere sagen, unter 20.000 geht gar nichts.
Das ist natürlich Ermessenssache, aber es stand auch drin, dass 41 Prozent der Influencer damit keinen Cent verdienen. Und ich finde, ein Marketingzweig, womit fast die Hälfte tatsächlich kein Geld verdient, das ist ein Hobby. Und das ist halt kein Marketing. Da muss man auch die Kirche im Dorf lassen, da muss man auch mal wirklich sagen, wie die Dinge sind.
Und das einfach, ja, es nicht zwingend funktionieren muss, immer nur gratis Sachen rauszugeben und dann zu hoffen, dass die Menschen halt entsprechend kommen. Klar, ein bisschen was muss immer preisgeben, aber es gehört ja auch in Social Media so ein bisschen Persönlichkeit dazu, bei Personen, bei Personal Brands auf jeden Fall. Bei Unternehmen und Firmen, klar, oder bei Dienstleistungen ist es immer etwas schwieriger. Wobei du auch zum Beispiel ein Produkt emotional aufladen kannst.
Ich denke dann solche Sachen wie der Klassiker Like Ice in the Sunshine aus den 80ern von Lagnese, der Werbespot. Da war das Eis maximal aufgepumpt. Jeder, der diesen Song heute noch hört und damals schon Kinogänger war in den 80ern und 90ern, der war sofort damals im Kino und dann kam der Eistyp, das weckt Emotionen. Das funktioniert immer ganz gut und das ist ja auch der eigentliche Punkt in Social Media, was ich immer oft nicht verstehe, warum viele Menschen an dieses Social Media immer so analytisch rangehen.
Denn letztendlich, es ist ja, sagt das Wort ja, Social Media, Menschen treffen sich, um sich auszutauschen. Manche netter, manche weniger nett, aber im Prinzip, wie ich immer sage, ist Social Media, kannst du Facebook nehmen, Instagram, LinkedIn, TikTok, spielt keine Rolle, ist einfach der digitalisierte mittelalterliche Marktplatz transferiert in die Neuzeit. Da treffen sich Leute, gucken sich lustige Sachen an. Ich meine, TikTok, Instagram, also Videos hochkannst, Storys.
Das ist ja nichts anderes, als wenn irgendwie vor 100 Jahren auf einem, nicht im Mittelalter, aber vor 100 Jahren auf einem Marktplatz die ersten Fotografien so rumgezeigt wurden. So, wow, guck mal, eine Fotografie oder die ersten Filme. War auch voll krass, heute machst du das halt mit dem Smartphone. Aber das Prinzip bleibt gleich, Leute treffen sich, tauschen sich aus.
Und deswegen ist es halt so wichtig, dass du in Social Media auch tatsächlich diese Strategie hast, die auch dann diese Storytelling, Hero Story und so weiter, dass die Leute einfach sehen, da ist etwas, das kann man wirklich greifen, dass es nichts Abstraktes. Und deswegen funktionieren auch diese Plattenverlängerungen von klassischer Werbung in Social Media eigentlich fast nie. Weil es da selten um Emotionen geht, beziehungsweise dort immer nur die Features angesprochen werden, aber niemals das Benefit durchscheint. Das stimmt.
Ganz, ganz interessant, du hast von Ihnen davon gesprochen, dass man irgendwie täglich 1, 2 Stunden dann was tun soll. Ich sage immer Spuren hinterlassen, irgendwas dafür tun. Auf der anderen Seite hast du eine Podcast-Episode veröffentlicht, ich habe es nicht gehört, ich habe nur den Titel gelesen, da schreibst du nämlich, ich habe es mir extra nochmal aufgeschrieben, du musst nicht täglich einen Social Media posten, um Kunden zu gewinnen. Genau, musst du auch nicht.
Frag uns mal ein bisschen, was du damit meinst. Also, wenn ich sage, man sollte 1, 2 Stunden täglichen, ist es natürlich eine Empfehlung, die jetzt einfach so, einfach im Rahmen dieses Gesprächs getan wird. Ja. Ich kann das gerne etwas konkretisieren.
Im Prinzip geht es darum, dass erstens zwei Dinge beachtet werden müssen. Also nicht erstens zwei, sondern zwei Dinge müssen beachtet werden. Erstens ist es, dass natürlich das, was eine Person in Social Media macht, natürlich ganz klar in den Arbeitsalltag der Person reinpassen muss. Ich werde niemals zu jemandem sagen, der mir beraten lässt, sage ich, also du musst jetzt jeden Tag 3 Stunden Social Media Marketing machen.
Wenn er sagt so, ja, ist ja schön, das kann ich aber nicht machen, weil ich habe die Ressourcen nicht und meine Assistentin ist auch schon irgendwie bis oben hin voll, dann sage ich, okay, dann gucken wir, was kannst du machen, damit es in deinen Arbeitsalltag integrierbar ist und das ist regelmäßig passiert. Und das ist der zweite Faktor. Regelmäßig, da denken immer viele Leute an, täglich. Regelmäßig kann auch zweimal die Woche sein.
Ja, was ich nicht empfehlen würde, einmal im Monat oder sowas, das ist zu wenig. Aber zweimal die Woche so ein Posting auf Facebook oder LinkedIn, das entsprechend auch gut vorbereitet ist, das ist zu schaffen, definitiv. Das ist zu schaffen, wenn man seine Zeit entsprechend so einteilt, dass es auch sinnvoll benutzt wird, die Zeit. Das ist zu schaffen.
Und ob das dann nachher aus zwei, drei Sachen werden oder aus drei, vier, das bleibt sich dann gleich. Letztendlich, erstens habe ich Leute, die auch mir zuarbeiten. Zweitens habe ich letztendlich jahrelange Erfahrung und kann deswegen auch schneller sowas abarbeiten. Aber so zwei, drei Podcast-Episoden zum Beispiel für mich aufzunehmen pro Woche ist jetzt kein Problem.
Ich spreche das ein, das ist noch eine Stunde fertig, schicke es an meine Assistentin für diesen Bereich, die macht dann den Rest und ich muss dann noch ab und zu mal posten, wenn ich da entsprechend Lust drauf habe. Und das war es dann. Das muss man natürlich leisten können, entweder selber durch Zeitmanagement effektiv oder indem man Leute hat, die sowas für einen erledigen, was sich ja immer sehr empfiehlt, dass man sich zumindest mal ein paar Freelancer irgendwie heranholt, die solche Sachen vor allem erledigen, damit das Ganze nicht an einem selbst hängen bleibt. Aber das ist auf jeden Fall so möglich.
Würdest du denn sagen, man kommt schneller voran, wenn ich fünfmal die Woche poste im Vergleich zu nur zweimal die Woche? Bringt das schneller Ergebnisse? Oder welchen Effekt hat das? Du siehst auf jeden Fall schneller Ergebnisse, wenn du erstmal herausfinden willst, beispielsweise welcher Content funktioniert gut bei der Zielgruppe.
Das auf jeden Fall. Ich würde jetzt nicht sagen, dass du per se bessere Ergebnisse bekommst, nur weil du einen größeren Output hast. Das würde ich jetzt so nicht sagen. Aber um halt erstmal herauszufinden, was funktioniert und was funktioniert nicht.
Weil das ist ja eigentlich einer der entscheidenden Faktoren, dass du herausfindest, welche Art von Posting funktioniert gut bei der Zielgruppe und welche nicht so gut, weil du natürlich logischerweise nachher mehr von dem machst, was funktioniert. Das macht ja Sinn, um die Reichweite entsprechend aufzubauen. Das definitiv. Aber es hat auch damit zu tun, was du für Ziele hast.
Also du hast es ja jetzt gestern oder vorgestern sehr schön gesagt, dass du dich jetzt auch mit Reels und mit TikToks beschäftigst und hast gesagt, man muss nicht tanzen. Das sage ich auch immer, man muss nicht tanzen und sich zum Affen machen. Man muss halt entsprechend gucken, was macht man für Reels, was macht man für TikToks, für Beiträge, für Postings, mit denen man entsprechend die richtigen Leute ansprechen möchte und die falschen Leute quasi nicht. Das heißt, wenn du jetzt auf TikTok lustig tanzen würdest, dann würdest du vielleicht eine Horde von Leuten anlocken, die das witzig finden.
Aber wahrscheinlich ist niemand davon jemand, der bei dir jemals Kunde werden würde. Also macht es für dich keinen Sinn, sowas zu tun, weder dreimal die Woche noch fünfmal die Woche, weil du einfach das Ergebnis, das Ziel wird verfehlt. Stattdessen macht es Sinn, wenn du dir sagst, okay, ich mache jetzt keine Tanzreels, sondern ich mache halt, so wie ich ähnlich ausmache, ich mache so Talking-Head-Sachen und erzähle ein bisschen was über Social-Media-Marketing und erzähle den Leuten halt, was so besser gemacht wird und so weiter. Und das ist dann quasi das.
Und wenn du erstmal herausgefunden hast, was bei den Leuten gut funktioniert, was sie halt triggert, du hast ja auch vorhin gesprochen von dieser Sogwirkung. Wenn du das erstmal herausgefunden hast, dann kannst du das auch gerne 20 Mal die Woche machen, wenn es bei dir in den Zeitplan reinpasst. Man wird dann ja sehen, was es für Ergebnisse produziert. Ja, absolut.
Sag mal, wie wichtig ist für dich denn, für deine Arbeit, aber vielleicht auch für deine Kunden, Personal Branding? Naja, für mich natürlich sehr, klar, logisch, weil ich ja, auch wenn ich nicht alleine arbeite, ja, ich als Person letztendlich das, so wie du ja auch, das Aushängeschild quasi des Ganzen bin. Ja. Das ist schon wichtig, auf jeden Fall.
Und Social Media ist ja auch einer der Kanäle, um das Ganze gut zu forcieren. Klappt ja wunderbar. Natürlich darf es nicht das alleinige Erleitungsmerkmal bleiben, denn natürlich ist es gut, wenn Leute irgendwie sehen, ah, die Person ist ein Experte, ah, die Person ist irgendwie immer viel zu sehen, ah, die Person ist irgendwie hier und da Speaker. Die Leute müssen natürlich auch merken, dass die Person dann letztendlich denen auch wirklich helfen kann, weil sonst bringt es ja nichts.
Also du kannst ja nicht, klar, du kannst auch von Personal Brand leben und dann wirst du halt irgendwie Speaker und bist dann irgendwie jede Woche fünfmal auf der Bühne. Kann man auch eine Zeit lang machen. Auf Dauer wird es ein bisschen stressig, glaube ich. Aber das ist unterstützend auf jeden Fall sinnvoll.
Aber ich kenne auch zig Beispiele von Leuten, die im Hintergrund arbeiten, die noch nie jemand gesehen hat, die auch damit trotzdem erfolgreich sind, einen guten Job machen, gutes Geld verdienen. Also man muss nicht zwingend in die Öffentlichkeit gehen, weil viele sagen auch, ich will das nicht, ich mag das nicht, da fühle ich mich unbehaglich bei. Also es gibt auch Leute, die im Hintergrund aktiv sind. Da gibt es halt andere Mechanismen.
Die setzen dann möglicherweise nur auf Werbung, nur auf Lead-Generierung, machen vielleicht so Direct-Mailings oder irgendwas und gehen dann eher so diesen klassischen Akquise-Weg, der natürlich in Social Media auch gegangen werden sollte. Aber wie gesagt, wenn man sagt, ich möchte jetzt als Gesicht eines Produktes, einer Firma, einer Dienstleistung unterwegs sein, dann sollte man das auch machen. Und dann ist es auf jeden Fall wichtig, aber es geht auch ohne. Es geht auch ohne.
Es macht es halt deutlich leichter, gerade im Beziehungsaufbau, wenn wir jetzt von organischem Social Media Marketing auch reden, wobei du ja für dich nicht nur Social Media machst. Du hast einen Podcast, auch da habe ich extra mal geschaut, ich glaube seit sieben Jahren oder seit 2015, 2016. Ich vermute mal, dass du auch noch SEO machst für dich, zumindest bei deinem Background wäre das naheliegend. Was machst du denn noch?
Wie sieht denn insgesamt so dein Marketing-Mix aus? Du meinst, was ich mache, um mich selber zu präsentieren? Na gut, klar, also logisch. Suchmaschinenoptimierung brauchst du halt.
Also ich nutze da noch meine eigenen Laienkenntnisse von früher, die jetzt ein bisschen eingerostet sind. Aber im Prinzip weiß ich noch, was du machen musst, damit so ein Artikel ganz vernünftig rankt. Da habe ich mittlerweile auch ein bisschen Nachholbedarf, aber auch dafür habe ich dann jemanden, der das für mich die Kohlen aus dem Feuer holt. Also SEO sollte man auf jeden Fall machen, weil SEO immer ganz gut ist, um letztendlich Leute, die eine gewisse Suchintention bereits haben, abzuholen.
In Social Media musst du ja eher den Leuten so das vorschlagen, das könnte dich interessieren. Und dann sagen die Menschen so, ja, interessiert mich. Oder sagen so, nein, interessiert mich nicht. Mit SEO klappt es halt entsprechend besser, weil du sagen kannst, okay, ich mache einen Artikel zu irgendwas, dann renke ich dazu bei Google irgendwie auf Platz 5 oder so.
Jemand sieht das, hat eine Suchintention, so ähnlich wie Waschmaschine günstig online einkaufen. Dann weiß die Person schon, was sie will. Und wenn die Person danach sucht und dann dich findet, dann ist die Wahrscheinlichkeit, was sie bei dir auch eine Anfrage stellt, deutlich höher. Deswegen sollte man immer dabei haben.
Klar, Social Media Marketing und dann natürlich bei mir seit Jahren auch schon E-Mail-Marketing, weil ich auch Leads einsammle über Social Media, um letztendlich einen Funnel zu haben und dann den Leuten ein bis zum Mal die Woche ein Newsletter zu schicken, weil darüber entsprechend auch, ja, einfach jede Menge Kunden kommen, die sich erstmal angeguckt haben, was denn die Person so von sich gibt und was sie so machen kann. Und das sind eigentlich so die drei Themen. Alles andere, was da jetzt so reinspielt, wie zum Beispiel Videocontent, das fasse ich jetzt unter Social Media Marketing. Also ich habe zum Beispiel kein YouTube-Kanal.
Muss ich mal irgendwann mal machen, aber aktuell noch nicht, weil ich da entsprechend erstmal mich ausgelastet fühle. Aber zum Beispiel, wie gesagt, Instagram Reels sind spannend geworden, TikTok ist spannend geworden, und solche Sachen. Das heißt, diese ganzen Content-Formate, die pack ich jetzt mit rein. Klar, man muss sich auch mit sowas wie Landingpage-Design beschäftigen und mit Conversion-Optimierung, um halt zu wissen, warum habe ich jetzt auf der Seite irgendwie tausend Leute und keiner hat irgendwie geklickt.
Dann ist da was im Eimer, muss man wissen. Also wie üblich, es reicht nicht, der 100 Pro Spezialist zu sein. Du musst aber auch kein Generalist sein, aber du brauchst von den Dingen, die du selber einsetzen möchtest, ein Verständnis, um es entweder selbst machen zu können oder, viel wichtiger, um andere, die es für dich machen, zu kontrollieren. Denn die wissen, wie viele Leute schon x-tausend Euro ausgegeben haben für irgendwelche Leute, die irgendwas hingestellt haben, irgendeine Website oder irgendeine Strategie und am Ende hatten sie halt keine Ahnung, wie sie das machen sollen.
Und das ist ja auch immer mein Ansatz, dass ich die Leute halt ein Stück weit begleite, sie quasi an die Hand nehme, eins zu eins oder im Gruppencoaching und dann letztendlich sage, pass auf, wir gehen jetzt diesen Weg hier ein Stück weit zusammen und dann gucken wir entsprechend, wo du am Ende stehst, ob du die Ziele erreicht hast oder nicht. In der Regel werden die Ziele erreicht und dann kann man auch noch sagen, pass auf, jetzt machen wir das weiter oder ich lasse dich erstmal entsprechend so wie der Vogel und jetzt flieg erstmal, weil Leute entsprechend das ganz einfach machen wollen. Denn selbst, wenn sie das nicht selbst machen wollen, aber sich später jemanden holen, der dann bei ihnen im Unternehmen zum Beispiel Social Media Marketing verantwortet, Assistent oder was, wenn du halt nicht beurteilen kannst, ob die Person das richtig macht oder falsch, dann stehst du halt da und bist auch nicht schlauer als vorher. Bis zum nächsten Mal.