Björn Tantau im Interview: Erfolg in Social Media (Teil 2)
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In der letzten Folge habe ich Björn Tantau, Mr. Social Media, ausgequetscht zu allem, was eben für Social Media wichtig ist, was wir vielleicht auch weglassen könnten, worauf es wirklich ankommt und da setzen wir genau jetzt wieder an. Deshalb viel Spaß bei Teil 2. Bevor wir jetzt nochmal gleich zu dem Weg kommen, bin natürlich neugierig, ein bisschen was zu wissen, wie du mit deinen Kunden vorgehst.
Sag nochmal bei all deinen Marketingmaßnahmen, wie zahlt denn was ein sozusagen auf den Erfolg? Kannst du das sagen, Podcast hat den und den Einfluss oder ist das mehr so, ja, viele Touchpoints, alles wirkt irgendwie ineinander? Da wirkt schon viel ineinander. Man muss ganz klar sehen, dass sowohl der Podcast als auch der Newsletter als Verlängerung von dem, was man in Social Media macht, sehr gut funktionieren.
Einfach aus dem Grund, weil dann Leute, die entsprechend noch nicht so bereit sind, erstmal dieses Format Podcast beziehungsweise Newsletter benutzen, um erstmal zu erfahren, ist das jetzt wirklich das Richtige für mich? Will ich das machen? Passt die Person zu mir? Gefallen mir die Methoden?
Und so weiter und so fort. Social Media selber ist da tatsächlich etwas direkter. Das heißt, Leute, die einen insbesondere via Ads über Social Media erreichen, die kommen auch dann meistens relativ schnell, weil die halt schon vorher wussten, was sie brauchen. Beim Podcast und beim Newsletter ist es halt so, dass die Leute erstmal ein bisschen, ja, ich will nicht sagen, weichgekottet, ein bisschen angefüttert werden müssen, weil viele halt noch nicht so eine ganz konkrete Vorstellung haben von dem, was sie wirklich wollen.
Und Leute, die halt wirklich dann in Social Media auf einen zukommen oder auch über ein Google-Suchergebnis, da merkst du halt richtig, das sind Leute, die haben sich mit dem Thema schon längere Zeit befasst. Die wissen schon, was sie wollen und die suchen jetzt einfach nur noch jemanden, der für sie ausführt oder mit ihnen gemeinsam ausführt. Wohingegen im Podcast und so eher die Leute unterwegs sind oder Newsletter, die halt wissen, ja, ich weiß, mit Social Media, da kann man irgendwie das und das machen. Das finde ich cool, das möchte ich auch, aber ich brauche noch ein paar Infos, wie das genau funktioniert.
Und dann entscheiden die sich halt jemanden zu nehmen. Wenn aber, dann funktioniert das sehr gut. Also da muss ich sagen, das ist ein Podcast. Ich weiß nicht, Video klappt wahrscheinlich noch besser, wenn du es in einem längeren Videoformat, also sowas wie Instagram Reels und TikToks, ist jetzt für mich eigentlich ein Videoformat so zum allerersten Touchpoint.
Aber mal gesehen haben und dann irgendwie, es gibt mehr von der Person und dann kann man sich ein Video angucken, beispielsweise bei Facebook oder auch bei LinkedIn, wobei Videos ja bei LinkedIn, soweit ich weiß, gar nicht so gut funktionieren. Oder YouTube und dann werden die halt warm mit dir. Aber der Podcast, der funktioniert so ähnlich. Das heißt, da sind Leute, die tatsächlich mich auch entdecken und dann zu mir kommen und sagen, du pass mal auf, ich habe mir jetzt irgendwie 120 Folgen von dir reingezogen, ich möchte jetzt gerne mit dir arbeiten.
Habe ich gerade letzte Woche wieder genauso erlebt. Oder ich habe gesehen, du hast einen Podcast voll geil, ich mache jetzt erstmal Urlaub und im August machen wir dann irgendwas, weil sie halt dann nach 50 Folgen gesehen haben, das funktioniert. Klar, diese ganzen Folgen müssen erstmal auch da sein. Aber im Prinzip greifen die Sachen zueinander.
Ich versuche natürlich bei den Gesprächen, die ich mit Kunden führe, herauszufinden, wie die denn auf mich aufmerksam geworden sind. Da muss man halt sagen, Leute, die vom Podcast kommen, die wissen das ganz genau. Newsletter auch. Wenn es um Social Media geht, sagen viele, ja, ich habe dich irgendwo bei Facebook gesehen.
Dann frage ich immer so, na, war es eine Facebook-Anzeige? Das wissen die meisten einfach nicht, weil es auch in Social Media ja nicht so prominent platziert wird, was eine Anzeige ist und so weiter. Aber da kann man schon ganz gut sehen, dass tatsächlich ein Großteil wirklich über einen Podcast kommt, ein anderer großer Teil Newsletter. Also ich würde mal sagen, es ist so, sind so, wenn man die drei Mechanismen nimmt, wobei natürlich man ganz klar sehen muss, Podcast und Newsletter wären halt ohne Social Media nicht so groß.
Das ist der Punkt, ja. Das ist halt der Punkt. Also ich kann jetzt nicht sagen, es gibt ja weder bei Apple noch bei Spotify noch bei Google Podcasts gibt es ja irgendein internes Social Network, wo du einen Podcast bekannt machen könntest. Das heißt, der Podcast ist eigentlich deswegen groß, weil ich in Social Media bekannt war und der Newsletter deswegen, weil ich über Social Media den Newsletter bewerbe und da entsprechend auch organische Lead-Generierung mache.
Das fließt ja alles da rein. Am Ende kommen tatsächlich mehr Kunden raus bei den beiden äußeren Segmenten, aber die gäbe es gar nicht ohne Social Media. Das heißt, man muss da ein bisschen um die Ecke denken. Ja.
Die Schlussfolgerung ist jetzt wichtig, weil einige hätten jetzt gesagt, okay, wenn er über Podcast den meisten Kunden gewinnt, warum denn Social Media? Aber dass das quasi die Brücke dazu darstellt, ist super interessant. Und weil der Podcast halt auch in deinen Social Media, bei Facebook, bei Instagram, überall, immer wenn neue Folgen wird er halt beworben, mit einer Story und so weiter. Ich hatte jetzt im Mai auch den stärksten Monat mit den meisten Hörern des Podcasts und Allzeithoch.
Mal gucken, ob wir das im Juni auch wieder hinbekommen. Das wäre natürlich ganz nice, aber ich vermute, die beginnende Ferienzeit macht da einen Strich für die Rechnung. Aber ist ja auch egal. Aber da muss man ganz klar sehen, der wäre halt nicht so groß.
Man merkt es halt. Man merkt es halt, wenn du zwei Folgen die Woche hast und die Folge am Dienstag wird in Social Media gepusht über die Kanäle, dann merkst du halt ganz klar einen Peak bei den Downloadzahlen. Weil der am Donnerstag kommt und die wird dann nicht so promotet, dann siehst du, die bleibt dann locker 20 Prozent dahinter. Also wie gesagt, die Schlussfolgerung, darauf wollte ich auch hinaus, ist auf jeden Fall wichtig.
Hast du völlig recht. Die ganzen Dinge wäre nicht so, wenn mich die Leute, die mich im Podcast hören oder mein News abonnieren, wenn die nicht schon mal irgendwo gesehen hätten, ah hier, Björn Tantau, der scheint ja irgendwie so drei, vier, fünf Sachen korrekt zu sagen, dem folge ich jetzt mal. Also das ist quasi das Fundament, wie ich es so schön sage. Ja.
Was würdest du denn sagen, ist gerade der heißeste Scheiß in Social Media? Also gibt es einen Kanal, wo du sagen würdest, der hat das größte Potenzial oder irgendwelche Aspekte? Das weißt du doch selber, das ist TikTok. Also muss man zur Zeit ganz klar sagen, einziger Unterschied ist, dass jetzt, ich weiß nicht warum, das hat so vor vier bis acht Wochen angefangen, dass jetzt wirklich alle, auch die, die jetzt noch vor dem Heimler gesagt haben, ah TikTok, komm, lass mich in Ruhe, die probieren sich da jetzt wenigstens mal aus.
Das Ding ist halt, dass viele auch wieder wegfallen werden, aber jetzt ist die Zeit, um TikTok auszuprobieren, um dann in zwölf bis achtzehn Monaten sich nicht zu ärgern, weil TikTok wird auf jeden Fall für Meta noch gefährlich. Nicht in der Kombination Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger, aber in der Kombination Instagram versus TikTok. Da wird TikTok gefährlich werden, definitiv. Und das ist jetzt aktuell der heißeste Trend.
Es bleibt halt abzuwarten, wie das Ganze sich bei den Leuten, die jetzt keine Early Adopter sind, wie das sich bei denen manifestieren. Also schafft es TikTok wirklich, über dieses Teenie-Image herauszukommen, über dieses total Hardcore-Fun, mega lustig, hinauszukommen und wirklich auch dann seriöse Inhalte zu pushen. Das versuchen sie schon. TikTok sitzt ja auch hier bei mir in Hamburg, deswegen habe ich da ein bisschen Einblicke.
Sie versuchen jetzt schon, dieses Lernen mit TikTok und Edu-Talk und sowas nach vorne zu bringen, was ich ja auch selbst befeuere. Aber wenn du dir den Newsfeed anguckst, also 98 Prozent ist ganz krasses Entertainment. Also von Leuten, die auf die Fresse fallen, über Leute, die tanzen, bis hin zu DJs, jedes Festival, Technosets, Katzen, Hunde, Kinder, die gegen die Scheibe laufen, Pranks und so weiter, 98 Prozent. Da wird noch eine ganze Weile Zeit vergehen, bis tatsächlich dort auch seriöse, kann man jetzt nicht hören, ich mache gerade Gänsefüßchen, seriöse Formate mehr gepusht werden und mehr gefragt werden.
Aber so war das ja immer. Also auch Facebook zu Anfang als Studentennetzwerk hat ja sicherlich auch nicht mit hochseriösen Inhalten angefangen. Das entwickelt sich, aber es ist jetzt halt die Zeit, um jetzt schon mal so ein Following sich aufzubauen bei TikTok, damit du halt nicht irgendwie in ein oder zwei Jahren da stehst und sagst, das klappt nicht. Das empfehle ich, weiß Gott, nicht bei jedem sozialen Netzwerk.
Alle, die in letzter Zeit kamen, inklusive Snapchat, was ich ganz cool fand, 2015, hat es auch nicht geschafft. Die wurden halt wegen dieser einen Funktionsstory von Instagram einfach platt gemacht. Aber TikTok hat auf jeden Fall das Zeug, sich definitiv zu etablieren. Ich denke auch, dass sie Instagram überholen werden, glaube ich schon.
Meta in der Kombination nicht, weil dafür ist Facebook einfach zu groß. Und dafür hat Facebook auch zu viele Elemente, die man in so eine einzelne App wie TikTok einfach reinflanschen kann. Events, Gruppen und so weiter. Aber ich glaube, Instagram werden sie im Laufe der nächsten zwölf Monate knacken, auf jeden Fall.
Ja, mega spannend, die Entwicklung. Ich habe jetzt gerade für meine TruePent Academy im Juli ein TikTok-Training organisiert, weil ich auch glaube, dass wir da genau hinschauen müssen zumindest. Wobei ich sagen muss, ich habe jetzt bei einigen mal so geschaut, die da schon einen Account haben. Einige haben, ich weiß gar nicht, Mitte, Ende 2020 da zwei, drei Videos produziert und seitdem ist nichts mehr passiert.
Ich glaube, das war so ein erster Peak, wo einige mal ein bisschen hingeschaut haben. Also, wie du schon sagst, man muss gucken, wer tatsächlich dranbleibt und das für sich nutzt. Aber ich bin jetzt auch neu gering geworden. Da kann sich auch jeder angucken, was du machst.
Also, du bist ja auf LinkedIn am stärksten und da bist du ja auch ständig aktiv. Also, dranbleiben ist halt der Schlüssel, auch wenn es auch, ich weiß, dass es schwer fällt. Ich weiß, dass es hart ist. Aber ich meine ganz im Ernst, wenn man einen ganz normalen Job hat, also Beispiel, du bist jetzt irgendwie Lehrer.
Ah, schlechtes Beispiel. Beispiel, du bist jetzt irgendwie, also ich wollte sagen, Lehrer müssen sich auch quasi fortbilden. Machen manche, manche machen das nicht. Aber in jedem Job, zum Beispiel Arzt, machen wir mal Arzt.
Arzt ist ein gutes Beispiel. Wenn du jetzt, jetzt wirst du jetzt Arzt, bist du irgendwie Mitte 20, wirst du Arzt. Und dann machst du jetzt 40 Jahre lang dieselben Techniken. Das ist ja Quatsch.
Ja, die Technik entwickelt sich ja weiter. Und in 20 Jahren gibt es irgendwie hier Operationstechniken. Da musst du ja am Ball bleiben. Und wenn du dann nicht am Ball bleibst kontinuierlich und dich informierst und dranbleibst, dann weißt du ja nicht.
Und auch der Arzt operiert dann ja täglich oder wöchentlich. Und durch diese Practice bleibt er ja auch mit drin. Und wir bleiben ja auch durch die Practice quasi in dem Thema drin, dass wir auch dann hoffentlich immer besser werden mit den Postings, die man entsprechend so macht. Das ist das Ziel.
Also, das gibt es überall im Leben, nicht nur in Social Media. Ja, das stimmt. Normalerweise würde ich jetzt fragen, was sind denn die ersten Steps, die man gehen sollte? Aber ich glaube, die meisten sind ja schon irgendwie auf Social Media aktiv, die jetzt diesen Podcast hören.
Deshalb, die, die jetzt schon ein bisschen aktiv sind, aber merken, irgendwie bekomme ich da nicht so richtig Schwung rein. Entweder, weiß ich nicht, weil ich für mich noch keine Routine entwickelt habe. Oder sie machen schon einiges, aber irgendwie funzt es noch nicht so richtig. Was würdest du denen denn empfehlen?
Wo muss man denn als erstes hinschauen? Also, wer bereits aktiv ist und da was tut, der oder die sollte auf jeden Fall mal kontrollieren, was er oder sie bisher gemacht hat. Inwiefern sich das möglicherweise von den Dingen, die erfolgreich sind, unterscheidet. Ich meine damit nicht, dass man andere Leute kopieren soll.
Ich meine, dass man sich andere Leute inspirieren lassen soll und dann adaptieren soll. Wenn ich zum Beispiel sehe, dass das dann ein Account ist, der jetzt ständig irgendwelche Zitate postet und man sieht, das funktioniert. Dann kann man sich überlegen, ob man in seinem thematischen Kontext, in seinem Bereich, vielleicht bei jedem dritten, vierten Posting auch mal so ein Zitat einfließen lässt. Nicht nur, aber auch mal, um entsprechend davon zu profitieren und dann zu gucken, wie es funktioniert.
Oder wenn man sieht, so kleine Mini-Infografiken funktionieren super, dass man sowas einfließen lässt. Oder wenn man sieht, ab und zu mal einen kleinen Rant machen und sich aufregen, das funktioniert. Auch das gern mal machen. Oder wenn man sieht, man macht so kleine kurze Videos, wo man Sachen erklärt, das machen.
Die meisten probieren halt irgendwas aus, von dem sie glauben, dass es andere interessiert, weil es sie selber interessiert. Machen das dann, es funktioniert und dann sagen sie, ah, der Kanal funktioniert nicht. Also gucken, was machen andere, was funktioniert, was machen andere, die auch schon längere Zeit dabei sind, die auch vielleicht nicht so groß sind. Also ich bin jetzt auch lange dabei, aber habe jetzt mit irgendwie 13.000 Instagram-Followern ja jetzt nicht so was wie manche anderen Menschen, die ich so kenne, mit irgendwie 500.000 Leuten.
Also auch eher bescheiden, weil es mir auch darum geht, eine bestimmte Klientel zu erreichen. Aber ganz kurz, ich finde diesen Aspekt ganz spannend, die nicht so groß sind, weil wenn man sich Accounts anguckt, wie ein Gary Vaynerchuk, das sind ja so Klassiker, oder Marie Forleo oder wie auch immer, da hat man ja so das Gefühl, die können machen, was sie wollen, an dem Level, wo sie gerade sind. Das funktioniert so oder so. Das kannst du auch irgendwann.
Ja. Ja, das kannst du auch irgendwann. Also ein Gary V, der ist natürlich eine unantastbare Legende mittlerweile. Online-Marketing.
Der könnte, glaube ich, auch irgendwie einmal husten und daraus ein Video machen. Alle würden sagen, geil, Gary hat gehustet. Krass. Aber das sind ja Ausnahmen.
Das sind ja Ausnahmen. Und das ist ja nichts, was ich jetzt, ich würde jetzt zu keinem Kunden gehen und sagen, guck dir mal Gary V an und mach das genau wie der. Ja. Das funktioniert allein schon deswegen nicht, weil Gary V, das muss man ja wissen, wenn man sich ein bisschen befasst hat mit dem Typen, dass der ja eine Maschine ist.
Erstens hat er eine Company aufgebaut mit 500 Leuten, die für ihn arbeiten. Wenn ich 500 Leute hätte, die für mich arbeiten, dann würde ich auch jeden Tag omnipräsent sein, was ja auch bei dem so ist. Der hat einen Typen, diesen D-Rock. Das ist die Story, dass der einen Videograf, einen Fotograf und der hat irgendwie 2014 kam der bei Gary V an und sagte, Gary, ich finde dich so geil, ich möchte für dich, ich möchte mit dir jetzt ein Interview haben, weil ich dich so geil finde.
Und dann sagte der Typ so, ja, was machst du denn? Ja, Videograf, Fotograf. Ja, pass auf. Wenn du mich täglich begleitest, kannst du bei mir arbeiten.
Und seitdem rennt der Typ ihm hinterher mit der Kamera und zwar täglich. Also natürlich nicht privat, aber im Business. Und wenn du dir vorstellst, wenn du halt in New York City sitzt und du hast da irgendwie eine Company mit 500 Leuten und rennst da mal rum und es folgt dir immer einer überall hin mit der Kamera, ja klar, da gibt es von dir massenhaft Material, dann wird es irgendwie hochgeladen. Das ist ja nichts, was der normale Mensch benutzen kann für sich.
Der normale Mensch braucht ja Strategien, die er oder sie nutzen kann, selbst bei einem Mittelständler. Also wollen wir die Kirche im Dorf lassen. Selbst bei einem Mittelständler, der jetzt vielleicht auch wirklich selber 500 Angestellte hat, die machen ja nicht alle Social Media für ihn. Das heißt, der braucht dann vielleicht so zwei, drei, vier Leute in seinem Social Media Team, die das machen.
Aber auch die sind ja zeitlich und ressourcenmäßig limitiert. Das heißt, es bringt überhaupt gar nichts, den Leuten zu sagen, guck dir das bei den ganz Großen ab. Guckst du eher ab in der Bubble, wo Leute unterwegs sind. Wenn du zum Beispiel sagst, wir sind ein Krankenhaus und wir wollen jetzt mit TikTok Azubis finden.
Dann kann man durchaus gucken, was machen andere Krankenhäuser auf TikTok, um Azubis zu finden. Und wenn man dann mal feststellt, okay, die machen halt ohne Ende Dance Reels, weil das auch für Azubis geht, dann muss man vielleicht den Apfel beißen und Dance Reels machen. Aber ansonsten ist es mal extrem wichtig, dieses Zielgruppenverständnis. Wo ich ja auch jemanden wie dich zum Beispiel ganz vorn mit dabei sehe, weil ich glaube, dass so jemand bist, der seine Zielgruppe sehr, sehr gut kennt.
Aber das machen die meisten einfach nicht. Die meisten machen das nicht. Die sagen sich, ich habe da eine geile Idee. Dann fragen sie ihren Kumpel, wie findest du das?
Ja, geil, machen wir. Und das war's dann. Dann wird vielleicht auch irgendwie die Freundin gefragt oder die Mutter oder was weiß ich. Die haben alle keine Ahnung davon.
Und dann wird das gemacht. Aber die Zielgruppe, die muss man fragen. Also Zielgruppenverständnis ist halt mega, mega wichtig zu wissen, was wollen die eigentlich wirklich haben. Und dann musst du auch genau das den Leuten anbieten, auch wenn es vielleicht nicht dein super Steckenpferd ist.
Klar, man soll immer Sachen machen, die einem Spaß machen. Ich würde auch niemandem empfehlen, mach einen Job, den du ätzend findest. Aber es macht auch keinen Sinn, jetzt deine Leidenschaft zu machen und damit halt niemals irgendwie auch nur ansatzweise, Thema Influencer, niemals auch nur ansatzweise irgendwie ein bisschen Geld zu verdienen, weil von irgendwas musst du ja auch leben. Und wie gesagt, bei mir steht noch das Bild hier von Noah Kagan von OKDoc, wo draufsteht, Likes, do not pay the bills, sales, do.
Und so ist es halt. Und bei allem, was du halt in Social Media machst, am Ende muss halt irgendwas für dich monetär dabei rauskommen. Sonst ist es halt ein Hobby. Ja.
Ja. Das stimmt. Es gibt ja immer die so die unbequeme, ich weiß nicht, ob sie unbequem ist, aber eine unbequeme Frage, wie lange dauert es denn, bis ich da Resultate sehe? Wenn wir jetzt mal den Paid-Bereich ausklammern, also ohne Werbeanzeigen, wenn ich jetzt rein organisch wirklich Social Media Marketing mache, kann man das sagen?
Was würdest du da sagen? Das kann man natürlich nicht pauschal sagen, also weil es ist zu unterschiedlich. Es kommt immer auf die Person an oder auf das Produkt, auf die Dienstleistung, was diese Person entsprechend macht und wie das Marketing ist, mit welcher Intensität und so weiter. Aber wenn die Basics stimmen, kriegst du auf jeden Fall in einem überschaubaren Zeitraum Ergebnisse, wenn du es anwendest.
Natürlich ist es einfacher, ein Konzert von einer angesagten Rockband zu vermarkten, als jetzt irgendwie, keine Ahnung, Reifenpolitur für ein Auto. Was beim Auto wahrscheinlich auch noch einfacher ist, weil es auch wieder ein emotional aufgeladenes Thema ist, als bei so anderen Sachen. Wenn du jetzt sagst, du verkaufst irgendwie, keine Ahnung, Schlösser für Gartentore oder irgendwas. Solche Sachen.
Das ist dann schwieriger, definitiv. Es kommt auf das Produkt an, auf die Dienstleistung, wie das Ganze gemacht wird. Aber, nochmal, wenn die Strategie stimmt und wenn du einen Plan hast, eine Methode, um das wirklich nach vorne zu bringen, dann wirst du definitiv Ergebnisse kriegen und zwar nicht irgendwie erst in zwölf oder Monaten oder zwei Jahren, sondern wahrscheinlich im Laufe von so sechs Monaten und etwas drüber hinaus. Weil das ist eigentlich nach meiner Erfahrung auch das, wie es funktioniert.
Wichtig ist halt, wie in jedem Marketing, du musst halt einfach dranbleiben. Das siehst du ja zum Beispiel, also die Musikindustrie, es hat immer ein super Beispiel dafür, wie das früher funktioniert hat, ohne Internet, ohne Online. Jetzt haben wir Spotify, das heißt, für die Promos gesorgt. Aber früher hat ja so ein Künstler irgendwie alle zwei Jahre ein Album rausgebracht und dann wurde auch gnadenlos, wenn da zehn Songs drauf waren, wurden dann locker sechs, sieben Singles veröffentlicht.
Damit die Person, die zwei Jahre immer irgendwie im Fokus ist und auch heute siehst du es ja, da die Musikerinnen und Musiker und die Bands ja nichts mehr verdienen an ihren CD-Verkäufer, gibt es ja gar nicht mehr und Downloads auch nicht, sind sie halt ohne Ende auf Tour. Und es gibt halt nur so ein ganz paar wenige Bands, wie zum Beispiel jetzt sowas wie Rammstein, die halt sagen können, ich mache mal zehn Jahre Pause und dann mache ich wieder eine Konzertstadion-Tournee und zack, kommen dann irgendwie 100.000 Leute. Das schaffen solche Bands, das hat früher auch Michael Jackson geschafft, das schaffen heute auch andere. Aber wenn du mal andere Bands siehst, dann siehst du, die sind ständig auf Tour, also pro Jahr ein halbes Jahr, weil sie halt immer wieder ins Bewusstsein rein müssen.
Und so ist es bei Social Media halt ganz genauso. Insofern ist Social Media eigentlich relativ bequem, denn wenn du in einer Band spielst, da musst du halt ein halbes Jahr auf Tour sein. Und dann bist du ganz schön alle. Das stimmt, das stimmt.
Björn, abschließende Frage, was siehst du denn, mal Blick in die Glaskugel, was siehst du denn so auf uns zukommen? Was wird denn wichtig? Wir haben jetzt über TikTok schon gesprochen, das ist natürlich so ein Trendkanal. Worauf müssen wir ein Auge werfen oder was müssen wir auf dem Schirm haben?
Was denkst du, wie entwickelt sich das? Also, wichtig ist, dass man nie vergisst, worum es bei Social Media eigentlich geht, nämlich den Austausch von Menschen untereinander. Sie sprechen über Themen, die sprechen über Sachen, die sie bewegen, die sprechen über Dinge, die sie spannend finden. Das heißt, wenn man einmal verstanden hat, was die Leute wirklich triggert, ist man eigentlich für jedes Social Network gut aufgestellt.
Denn letztendlich muss eins ganz klar sein, wenn du es, du hast gerade applaudiert, das kann man jetzt nicht sehen, oder im Podcast, aber das ist halt, was von den meisten Leuten immer missverstanden wird. Es ist eigentlich egal, ob du jetzt sagst, ich will Facebook machen oder TikTok. Du musst dir überlegen, die Zielgruppe, die ich ansprechen möchte, finde ich die auf Facebook oder auf TikTok? Wenn du sie auf Facebook findest, sagst du, okay, jetzt mache ich erst mal Facebook.
Dann musst du dir überlegen, die Zielgruppe, mit welchem Content kann ich die ansprechen? Sind das Leute, die eher auf Texte stehen, eher auf Bilder, eher auf Videos? Wenn du rausfindest, die finden Videos geil, dann musst du auf Facebook Videos machen. Und dann musst du dir überlegen, okay, was haben diese Leute für Probleme?
Was hält die nachts wach? Was geht denen im Kopf rum? Was für Ängste, Sorgen, Nöte haben die? Und dann bietest du genau dafür eine Lösung an.
Und dieser Dreiklang, der funktioniert bei TikTok, bei LinkedIn, bei Instagram, bei Facebook auch. Nur das Problem ist, dass die meisten Leute sich nicht die Mühe machen, diesen Dreiklang quasi herauszufinden. Weil ja auch, weißt du ja selber, bist ja auch schon lange dabei, im Internet nach wie vor sich bei manchen Leuten halt dieses Gratis-Thema hält. Und da sagen sie, ja, nee, Strategie, nee, ich brust einfach irgendwas.
Und weil das so geil ist, kommen die Leute schon. Da muss man halt mit Strategie rangehen. Und wenn man das halt entsprechend, ja, nicht hinbekommt und nicht in der Lage ist, dann klappt es halt nicht, dann sollte man vielleicht was anderes machen. Aber das ist auf uns zukommt.
Das heißt, wenn man diese Basics versteht, dann ist man eigentlich auch in zehn Jahren noch gewappnet, wenn es dann in zehn Jahren irgendein anderes Social Network geben sollte. Denn eins ist klar, TikTok ist nicht das Ende der Fahnenstange. Danach kommt auch wieder irgendwas. Denn auch TikTok unterliegt diesen demografischen Wandel.
Das heißt, in fünf bis zehn Jahren werden die Leute, die jetzt vor fünf Jahren bei TikTok waren, furchtbar genervt sein, weil die dann selber 35 sind. Und dann sehen, dass ihre Kinder da unterwegs sind. Und dann werden die Kinder sagen, wir jetzt, also das geht immer weiter. Ob es Facebook noch gibt, wissen wir nicht, muss man gucken.
Aber das Prinzip Social Media, das geht nicht weg. Auch wegen des Metaverse. Wenn das erstmal entsprechend ins Rollen kommt, falls das wirklich passiert. Das Metaverse, das wird wahrscheinlich die direkte Verlängerung von Social Media Marketing werden.
Und auch da treffen sich wieder Menschen, unterhalten sich, reden, tauschen sich aus, gucken sich an, wow, wie geil ist das? Oder wie wirklich ist das denn? Das wird immer so bleiben. Das war auch früher schon so.
Auch bevor es Social Media gab. Wir denken an viele Foren. Wir denken an so lustige Sachen wie Knuddels oder StudiVZ und sowas. Das gab es alle.
Oder ICQ. Ganz oldschool. Das gab es früher schon. Oder AOL Messenger.
Das gab es früher alle schon. Und das wird auf jeden Fall bleiben. Deswegen ist es halt super wichtig, dass man für Social Media eine belastbare Strategie und wirklich Zielgruppe kennt. Zielgruppe weiß, was brauchen die.
Und klar, wenn man eine Person ist, muss auch die Chemie natürlich stimmen. Aber ansonsten ist es das, worauf es ausläuft. Definitiv. Was eine schöne Message zum Ende.
Ein toller Schluss. Zu Beginn Social Media. Warum allgemein Social Media? Und jetzt ist es der Grund.
Weil eigentlich, glaube ich, macht die ganze Vorarbeit und die Herangehensweise wahrscheinlich 90 Prozent aus. Und die Unterschiede in den Kanälen, was man da beachten muss. Die verschiedenen Mechanismen ist nur ein ganz kleiner Teil, den man anpassen muss. Björn, jetzt bist du ja wahrscheinlich überall aktiv.
Haben wir ja schon gehört. Aber die, die jetzt mehr von dir wissen wollen, wo sollen die am besten hin? Naja, im Prinzip die Webseite, björntantau.com mit OE. Oder ansonsten einfach mich googeln.
Also wenn man mich googelt, dann kommt, glaube ich, um die Webseite. Dann kommt, glaube ich, LinkedIn lustigerweise. Dann kommt Facebook. Dann kommt irgendwann der Podcast und so weiter.
Also, wenn man nach Björn Tantau sucht, dann findet man schon eine. Ansonsten Webseite, wie gesagt, facebook.com slash Björn Tantau. Ich heiße überall Björn Tantau mit OE. Also auch TikTok überall dort.
Und da natürlich gerne mir schreiben, interagieren, posten. Und natürlich auch Podcast gerne abonnieren. Und meinen Newsletter, den gibt es auch irgendwo. Ich weiß gerade nicht, wo, aber irgendwo gibt es den.
Wir verlinken alles Wichtige in den Shownotes. Genau. Perfekt. Vielen Dank, dass du dabei warst.
Und wir lesen uns irgendwo in dieser Social-Media-Welt. Ganz sicher. Ist gut. Ciao.
Danke dir. Tschüss. Ciao.