Meine Hassliebe zu Storytelling – und was letztlich überwiegt
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Die einen hassen es, die anderen lieben es. Die Rede ist von Storytelling. Ich habe dazu eine Hassliebe entwickelt. Es gibt allerdings eine klare Tendenz.
Und wozu ich tendiere und weshalb das so ist, das erkläre ich dir in dieser Episode. Viel Spaß! Was ist das Erste, das in den Sinn kommt, wenn du an Storytelling denkst? Ganz ehrlich, bei mir war das vor einigen Jahren langatmig, unnötig aufgebläht.
Irgend so ein Gerede um den heißen Brei. Nicht zum Punkt kommen. Das war so das Erste, was mir in den Sinn gekommen ist, wenn ich an den Begriff Storytelling gedacht habe. Ich muss immer an die ganzen Fachbücher denken von irgendwelchen US-Autorinnen oder Autoren, wo mir das echt negativ aufgestoßen ist, wenn unterm Strich mehr Story, mehr Geschichte, mehr drumherum zu finden war als eigentlicher Inhalt.
Ich habe dann immer so gesagt, naja gut, das ist so typisch amerikanischer Erzählstil. Entweder man mag das oder man mag das eben nicht. Und wenn der Inhalt unterm Strich gut ist, dann muss man sich da so ein bisschen durchquälen. Und Amerikaner lieben häufig Storytelling und können das auch häufig sehr gut.
Aber ich bin einfach jemand, der kommt gerne zum Punkt. Und das ist natürlich, wenn man Storytelling machen möchte, ein Problem oder kann zum Problem werden. Dazu sage ich gleich noch was. Und da ich jemand bin, der gerne zum Punkt kommt, tendieren zum Beispiel auch meine Podcast-Episoden dazu, dass sie eher 10 Minuten dauern anstatt 30 oder 45.
Und ich stehe auch eher auf eine hohe Inhaltsdichte. Deshalb tendieren auch meine Webinare dazu, viel zu viel Inhalt transportieren zu wollen in 90 oder 120 Minuten. Weil ich eben nicht der bin, der sich dreimal im Kreis dreht und 100 Geschichten einbaut und die riesen Heldenreise präsentiert und das alles sehr, sehr, sehr, sehr ausführlich macht. Und es schwingt dann aber nur so ein bisschen Inhalt mit.
Das ist überhaupt nicht meins. Und jetzt ist es ja so, dass der Titel dieser Episode lautet Hass, liebe Storytelling, was letztlich überwiegt. Und das, was ich jetzt alles beschrieben habe, das ist das, was für mich dieser, in Anführungszeichen, Hassanteil ist in Bezug auf Storytelling. Das, was ich überhaupt nicht mag, weil ich eben der bin, der gerne schnell zum Punkt kommen will.
Weil ich der bin, der dir lieber in 90 Minuten Webinar ganz, ganz, ganz, ganz viele Tipps gibt und Impulse gibt und dich mit Dingen anregen möchte. Anstatt, dass ich eben dreimal eine Schleife mache und eine Kleinigkeit nur vermittle. Aber es heißt ja nicht umsonst Hassliebe. Es gibt auch einen Anteil der Liebe am Storytelling.
Und dieser Switch kommt jetzt, denn irgendwann habe ich verstanden, dass die Verpackung von Inhalten mindestens genauso wichtig ist, wie der Inhalt per se. So, die Verpackung ist mindestens genauso wichtig, wie der Inhalt per se. Denn wenn ich mal ganz einfaches Bild, eine Praline in einen alten Schuhkarton stecke, dann kann die Praline, was jetzt hier der Inhalt ist, noch so gut sein. Die meisten werden diese Praline erst gar nicht entdecken, weil sie das in einem alten Schuhkarton nicht erwarten.
Nachvollziehbar, oder? So, wenn jetzt aber die Pralinen-Schachtel zur Praline passt, dann wird die Verpackung der Praline gerecht. Dann passt das zusammen. Dann ist das, was an Erwartungen aufgebaut wird, auch das, was man unterm Strich bekommt.
Das heißt, die Verpackung zahlt darauf ein, dass möglichst viele diese Praline dann tatsächlich auch entdecken und genießen können. Dass sie zum Inhalt vordringen oder vorstoßen. Und jetzt kommt aber noch eine Ebene dazu. Denn wenn ich dir nicht nur irgendeine hübsch verpackte Praline dahin stelle, sondern dazu noch ein paar Worte finde, dann verbindest du damit noch etwas.
Wenn die Worte geschickt gewählt wurden, wenn sie für dich relevant sind etc. Ja, dann bekommt das für dich eine noch größere Bedeutung. Du hast noch mehr Lust, die Verpackung aufzumachen und zur Praline vorzustoßen. Mal als Beispiel, wenn ich jetzt sage, stell dir vor, die Praline stammt aus meinem Besuch in Belgien. Da gibt es ja ganz, ganz tolle belgische Pralinen.
Kleine Side-Note, Leonidas. Diese Marke mag ich super gerne. Große Empfehlung, unbezahlt natürlich. Musst aber gerade mal raus.
Also, stell dir vor, aus meinem Besuch aus Belgien bringe ich eine Praline mit. Und die Verpackung der Praline ist aber nicht diese Standardverpackung, die man mitbekommt, sondern ich habe die Verpackung selbst gebastelt. Obwohl Basteln so gar nicht mein Ding ist. Aber ich habe mir extra einige YouTube-Videos angeguckt, schöne Tutorials.
War extra noch in so einem Kreativladen und habe dort einiges an Material eingekauft und mich dann hingesetzt und die Verpackung für die mitgebrachte belgische Praline eben selbst gebastelt. Extra für dich, weil du es mir wert bist. Wenn ich dir das jetzt erzähle, dann wirst du diese Praline auf jeden Fall auspacken. Ist es so oder ist es nicht so?
Anders gesagt, ja, die Verpackung, und das ist ja beim Content eben häufig die Geschichte, diese Verpackung sorgt dafür, dass dich der Inhalt interessiert. Und du siehst ja an dem Beispiel von eben mit der Praline, Storytelling muss auch keine halbe Stunde dauern. Das kann auch nur eine halbe Minute dauern. Oder drei Minuten oder zehn Minuten, das bestimmst du.
Aber es kann kurz sein. Wenn ich dir sage, die Praline, ich habe die neulich aus meinem Urlaub in Belgien mitgenommen und dachte, komm, jetzt willst du aber nicht irgendeine Pralinen-Schachtel da hinstellen für dich, die du vielleicht schon irgendwo anders gesehen hast, sondern ich habe extra für dich mir YouTube-Tutorials angeguckt. Ich war extra noch in einem Kreativladen, den ich erst recherchieren musste, wo der ist und habe mich dann tatsächlich hingesetzt und habe gebastelt, obwohl ich eigentlich der Letzte bin, der bastelt. Ich habe zuletzt in der Kindheit gebastelt.
Aber das ist das Resultat. Vielleicht nicht die perfekte Verpackung, aber die mit Liebe gemachte Verpackung. Ich hoffe, es gefällt dir. Dann ist das so schnell erzählt und bringt aber eine Emotion rein und eine Relevanz für dich und einen persönlichen Bezug.
Und dadurch entsteht eine Verbindung. Du merkst, dieses Storytelling ist ausreichend dafür, dass du auf jeden Fall diese Praline haben möchtest. So, jetzt ist ja der Punkt. Ewig um den heißen Brei reden.
Das war ja so eines der Gefühle, die ich immer hatte in Bezug auf Storytelling. Ja, es gibt natürlich einige, die machen das. Die machen das häufig deshalb, entweder weil sie Spaß am Erzählen haben, oder weil der Inhalt nicht genug hergibt und sie deshalb Füllmaterial brauchen. Aber Storytelling oder Stories sind kein Füllmaterial.
Dazu komme ich gleich nochmal. Ja, das heißt, ewig um den heißen Brei reden muss nicht sein. Bekanntestes Beispiel dafür, zumindest für mich bekanntestes Beispiel dafür, ist immer der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs. Ich bin ein kleiner Apple-Fan, deshalb ziehe ich da immer eine Apple-Story mit rein und erkläre dir das an diesem Beispiel.
Denn bei der Präsentation des iPods, ich weiß nicht, ob du iPod noch kennst, dieser kleine MP3-Player, da hat er bei der Präsentation gesagt, 1.000 Songs in your pocket, 1.000 Lieder in deiner Tasche. Dieser Satz erzeugt sofort Bilder im Kopf. Bei dir sicherlich auch. 1.000 Lieder in deiner Tasche.
Fünf Worte. Es sind nur fünf Worte. Das ist für mich immer so das perfekte Beispiel dafür, wie kurz eine Geschichte sein kann oder wie kurz und wie kompakt man sich ausdrücken kann, ohne dass man jetzt nur auf einer Fakten-Ebene ist und somit eben auch Bilder im Kopf erzeugt. Das heißt, Storytelling muss nicht belanglos oder überflüssig sein.
Ich würde sagen, mehr noch, Storytelling darf nicht belanglos oder überflüssig sein, weil sonst ist es das, was ich eben gesagt habe, Füllmaterial. Und keiner will Füllmaterial haben. Wenn du ein Päckchen aufmachst und da ist lauter Füllmaterial drin, dann interessiert dich das nicht. Das räumst du sofort zur Seite und willst zum Inhalt durchdringen.
Also Storytelling darf nicht belanglos oder überflüssig sein. Storytelling hat die Aufgabe, Fakten und Inhalte schmackhaft zu machen. Storytelling bringt Emotionen rein und sorgt eben für die Bilder im Kopf, für das Kino im Kopf. Storytelling lässt den Inhalt erinnerungswürdig werden.
Und wenn du als Personal Brand der Inhalt bist, das, worum es geht in deinem Content, nicht nur, aber auch, dann wirst du eben auch durch Storytelling erinnerungswürdig. Dann erinnern sich andere an dich. Dann erinnern sich andere an das, was du erzählst. Und das ist doch das, was wir alle möchten.
Wir wollen doch nicht untergehen in der Masse an Content, in der Masse an dem, was eben tagtäglich, stündlich, minütlich publiziert wird. So, und für dich als Personal Brand ist das eben umso wichtiger. Und wie das geht, erinnerungswürdig zu werden, ja, eine enorm wichtige Facette davon, nämlich deine Story, das erfährst du in meinem brandneuen Audio-Training Defining Moments. Erscheint in den nächsten Tagen.
Wenn du die Episode jetzt hörst, ein paar Tage, nachdem sie erschienen ist, dann ist wahrscheinlich auch das Audio-Training schon online und verfügbar. Findest du alles auf meiner Website, julianheck.de oder gehst direkt in die Shownotes zu dieser Episode auf brandingbarista.de, da findest du alle Infos. So. So ist es also zu meiner Hassliebe in Sachen Storytelling.
Du siehst aber jetzt auch nach dieser Episode mit ganz klarer Tendenz zur Liebe, wenn es eben richtig gemacht ist. Und darauf kommt es an, dass es richtig gut gemacht ist, nicht überflüssig, nicht belanglos, sondern einen Zweck erfüllt. Und mich würde jetzt echt mal interessieren, wie ist denn deine Meinung zum Thema Storytelling? Hast du auch eine Hassliebe entwickelt oder hast du dich schon komplett verliebt, wie ich inzwischen?
Oder stehst du mit Storytelling noch so ein bisschen, ja, jetzt fehlt mir der passende Spruch dazu. Es gibt einen schönen Ausdruck dafür, der fällt mir jetzt nicht ein. Aber du weißt, was ich meine. Magst du Storytelling noch nicht so wirklich?
Mich würde es interessieren, schreib mir gerne mal eine Nachricht auf Instagram oder gerne auch auf LinkedIn. Ich schätze das immer, wenn mir Zuhörer und Zuhörerinnen schreiben, dann weiß ich, ihr hört die Episoden, ihr könnt damit was anfangen. Und damit sind Nachrichten auch so ein bisschen ein Feedback-Kanal, Bewertungen natürlich auch. Ich hoffe, dir hat diese Episode gefallen, ein bisschen einen Einblick gegeben.
Ich wünsche dir jetzt viel Spaß beim Finden und Erzählen deiner Story. Gerne, wenn du magst, auch mit meiner Hilfe in Form des Audio-Trainings Defining Moments. Infos dazu ganz, ganz bald. Und wir hören uns dann beim nächsten Mal.
Bleib dir treu, dein Julian. Bis zum nächsten Mal.