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Marketing in Krisenzeiten

·14 Min.

Marketing in Krisenzeiten Ich habe lange überlegt, ob ich diese Folge aufnehmen soll. Ob es richtig ist. Heute wird es darum gehen, ob es möglich ist, in Krisenzeiten Marketing zu betreiben. Meiner Meinung nach gibt es kein richtig oder falsch. Diese Episode ist kein Ratgeber, sondern meine Sicht auf die Dinge. Das Letzte, was wir brauchen, sind Vorwürfe und Konfrontationen – wir sind uns einig, wir wollen Frieden. Im Personal Branding ist es so, dass was wir öffentlich machen, auch bewertet wird. Also auf Deine Marke einzahlt. Aktuell sollten wir uns als Mensch entscheiden – und das ist unterschiedlich. Vorwürfe sind hier fehl am Platz. Gerne möchte ich Dir empfehlen, dass zu tun, was für Dich gerade wichtig ist. Ziehst Du dich zurück, ist es genauso okay, wie Deine Meinung zu vertreten und auf einer Demo zu sein. Meine Entscheidung aktuell, am 28.02.2022 ist, dass ich mit dem Marketing weitermache, aber mit Feingefühl. Was also können wir tun? Was kann ich tun? Dafür haben wir für Dich ein paar Informationen und Links zusammengetragen. Zum Schluss: Bitte vergiss nicht, auf Dich zu achten. Etwas zu tun, was Dir guttut. Bleib Dir treu, Dein Julian
Transkript lesen (31 Absätze)

Automatisch transkribiert — einzelne Fehler sind daher möglich.

Es sind gerade sehr besondere Zeiten in negativer Hinsicht und viele Selbstständige fragen sich und fragen auch mich, was soll ich jetzt machen? Soll ich weitermachen wie bisher? Darf ich Marketing machen? Darf ich lachen?

Soll ich jetzt mein Produkt launchen oder nicht? Und ich versuche in dieser Episode ein bisschen Orientierung zu geben, indem ich dir meine Haltung dazu verrate. Die Episode hier ist definitiv besonders und ich muss jetzt auch schon ein paar Mal ansetzen und bitte zu entschuldigen, wenn es nicht ganz so strukturiert abläuft wie sonst, aber wir leben gerade in einer absolut verrückten, wahnsinnigen Zeit. Wir haben jetzt gerade zum Zeitpunkt der Aufnahme den 28.

Februar 2022 und ja, was seit einigen Tagen natürlich in der Welt passiert, was in der Ukraine passiert, ist nicht in Worte zu fassen und allein, dass das Wort Krieg gerade ständig in den Nachrichten auftaucht, wirkt schon so surreal und so fern von dem, was eigentlich sich nach Realität anfühlt oder anfühlen sollte, dass natürlich viel Unsicherheit herrscht. Und sich viele Gedanken machen und ja, natürlich, abgesehen dessen, was sowieso auf der Agenda steht, sich bei vielen Selbstständigen auch Fragen auftun, was ihre Arbeit betrifft, was ihr Marketing betrifft. Kann man eigentlich in dieser Zeit, wo ein paar Autostunden entfernt ein Kriegszustand herrscht, kann ich da normal Marketing machen? Kann ich da normal mein Produkt auf den Markt bringen und dafür werben?

Ist es okay, auch mal einen Post zu machen, wo andere drüber lachen können? Darf ich zum Schmunzeln anregen? All diese Fragen. Und ich merke das, dass das viele beschäftigt und ich bekomme auch aus meiner Community heraus und auch von meinen Kunden direkt diese Fragen gestellt.

Und ich habe dazu jetzt gerade kürzlich einen Post, einen Beitrag in Social Media veröffentlicht, der auf relativ viel Resonanz gestoßen ist. Und deshalb dachte ich, ich mache dazu auch eine Podcast-Episode, auch wenn das Thema an sich natürlich unbequem ist und wir alle geschockt sind in Anbetracht dessen, was gerade in der Ukraine passiert. Aber ich glaube, es ist wichtig, darüber zu sprechen. Und ja, ich habe echt überlegt, soll ich das Thema aufgreifen oder soll ich es nicht aufgreifen?

Aber die Frage, weiter so oder nicht weiter so, vielleicht beschäftigt die dich gerade auch. Ja, darf ich gerade gute Laune verbreiten oder wirkt das seltsam und total am falschen Platz? Ich finde zu Beginn erstmal das Allerwichtigste in dieser Situation ist, es gibt kein richtig oder kein falsch. Weil es ist jetzt auch hier in dieser Episode meine Sicht darauf.

Ja, es ist keine ultimative Empfehlung, es ist kein Ratschlag, diese Episode ist kein Ratgeber, sondern es ist meine Sicht darauf und was ich gerade für, ja, für richtig in Anführungszeichen halte, beziehungsweise was ich für mich gerade als das für mich Richtige rausgearbeitet habe. Und ich finde, das Letzte, was wir jetzt gerade brauchen, ist, sich gegenseitig zu beschuldigen oder Verurteilung auszusprechen, zu sagen, man müsste doch eigentlich und warum gehst du da so damit um und bitte zeig Haltung. Und die anderen sagen wieder, aber äußere dich doch nicht, du bist kein Experte in dem Bereich. Diese Art von Konfrontation ist gerade wirklich das Allerallerletzte, was wir in dieser Situation brauchen.

Ich glaube, wir sind uns alle einig, alle, dass wir keinen Krieg möchten, sondern Frieden. Das ist, glaube ich, das, wo wir alle eine Unterschrift drunter setzen könnten. Nun ist es aber so, im Personal Branding ist es so, dass du, wenn du in die Sichtbarkeit gehst, wenn du dich sichtbar machst, dass alles, was du öffentlich tust, in irgendeiner Form auf deine Marke einzahlt oder einzahlen kann. So, das Problem dabei ist jetzt aber, in dieser Lage, in der wir uns befinden, wir sollten jetzt nicht eine Entscheidung treffen, hinsichtlich, würde das unserer Marke gut tun oder nicht, würde das unsere Marke positiv beeinflussen oder nicht, sondern wir sollten jetzt vor allem als Mensch entscheiden, als Mensch mit einem Bauchgefühl, was wir gerade empfinden, was gut ist und was nicht.

Und sollten uns auch nicht entschuldigen dafür, wenn wir uns gerade für die oder für die Richtung entschieden haben. Und der Umgang mit Krisensituationen ist ja auch bei jedem unterschiedlich. Die einen ziehen sich eher zurück, die anderen teilen ihre Ängste, die anderen teilen ihre Sorgen, die anderen suchen das Gespräch. Es ist der falsche Zeitpunkt für irgendwelche Vorwürfe.

Der Umgang mit dieser Situation ist unterschiedlich. Und das, was dann im Endeffekt im Resultat auch draußen sichtbar wird, ist nun mal dann auch bei jedem unterschiedlich. Und ich stelle das gerade fest, dass einige eher in den Rückzug gehen, sich im Grunde aktuell fast gar nicht mehr zeigen oder nur kurz ihr Schockiertsein äußern. Und andere drehen jetzt im positiven Sinne natürlich gemeint richtig auf, indem sie ganz viele Dinge teilen, indem sie Informationen teilen, die sie sich erarbeitet haben, indem sie zitieren, indem sie ja im Prinzip Hilferufe verstärken durch ihre Reichweite.

Und auch das ist natürlich in Ordnung. Ich möchte dich ja anleiten oder würde dir empfehlen, das ist das Einzige, was ich dir wirklich empfehlen würde, für dich einmal zu reflektieren. Möchtest du aktuell gerne helfen? Möchtest du deine Reichweite, egal wie groß oder klein sie es nutzen?

Dann tu es. Möchtest du öffentlich Haltung zeigen zu dem, was gerade passiert? Dann tu es. Möchtest du dich zurückziehen und das erstmal für dich überhaupt verarbeiten können?

Auch hier tu es. Tu das, was sich für dich gerade richtig anfühlt. Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass man niemandem jetzt ein schlechtes Gewissen einredet, wenn jemand nicht öffentlich aktiv wird oder nicht eine Story macht, wo er an der Demo teilnimmt oder Haltung bezieht oder sonstiges oder eben das Gegenteil davon.

Schlechtes Gewissen ist fehl am Platz. Meine Entscheidung mit der Situation ist aktuell Stand 28. Februar 2022 und ich betone das so, weil sich natürlich auch die Meinung dazu ändern kann, die Haltung dazu ändern kann, aber vor allem auch das Gefühl dazu ändern kann. Meine Entscheidung ist aktuell, ich mache mit dem Marketing weiter, aber mit Feingefühl.

Ich höre jetzt nicht auf, weiß ich nicht, Podcast-Episoden aufzunehmen beispielsweise. Ich höre jetzt nicht auf, für ein Produkt zu werben, das gerade an der richtigen Stelle ist, um beworben zu werden. Ich höre damit nicht auf, weil ich glaube, dass meiner Community nicht damit geholfen ist, wenn ich jetzt gar nichts mehr mache. Ich glaube auch, dass meinen Kunden jetzt nicht geholfen ist, wenn ich jetzt gar nichts mehr mache.

Und um ganz ehrlich zu sein, und das hat jetzt nichts mit Egoismus zu tun oder vielleicht mit gesundem Egoismus, auch mir ist nicht damit geholfen, wenn ich jetzt gar nichts mehr mache. Weil wenn ich jetzt in Schockstarre verfalle und aus Angst, was Falsches zu tun, gar nichts mache, Ich rede jetzt für mich, ganz wichtig, und den ganzen Tag nur noch Nachrichten konsumiere und nur noch ängstlich bin. Ich würde das nicht ertragen. Ich brauche das, dass ich in meiner Wirkungsstätte hier unterwegs bin, dass ich andere inspiriere, dass ich mich in meine Arbeit vertiefen kann, dass ich mich ablenken kann.

Ich kann nicht den ganzen Tag Informationen auf mich einpreschen lassen. Das funktioniert nicht. Das funktioniert für mich nicht. Und das, was ich dir empfehlen möchte, ist, für dich rauszufinden, was gerade richtig ist.

Ist für dich gerade der Rückzug das Richtige? Ist es das Richtige, die Reichweite zu nutzen, die du hast, um auf verschiedene Dinge hinzuweisen? Dazu komme ich auch gleich noch. Was ist für dich gerade das Richtige?

Was fühlt sich für dich gut an? Was ich tun kann, ist, ich kann in meinem eigenen Bereich, in dem, was ich sowieso mache, inspirieren, ermutigen, weiterhelfen, immer mit eingeschaltetem Bauchgefühl, mit absolut ganz, ganz glasklarer Haltung gegen Krieg und für Frieden. Aber, und das ist mir jetzt wichtig zu sagen, auch mit einer Zurückgezogenheit im Kontext einer nicht vorhandenen Außenpolitik-Expertise. Ich werde jetzt nicht ständig irgendwas kommentieren, weil ich mich damit aktuell nicht wohlfühle.

Ihr kennt das vielleicht von den 80 Millionen Bundestrainer im Fußball. So bin ich jetzt auch nicht der 80-millionste Außenpolitik-Experte. Ja, ich habe eine Haltung gegen Krieg, für Frieden. Aber ich kann nicht jede Veränderung, die gerade da ist, kommentieren, weil ich dafür viel zu wenig im Geschehen bin.

Ich habe ein Gefühl, aber das muss ich nicht kundtun. Es ist okay, in meiner Privatsphäre mir eine Meinung dazu zu bilden, mich im Privaten mit anderen auszutauschen, mit Freunden in den Kontakt zu gehen, mit der Familie. Ich muss das nicht in meiner Öffentlichkeit machen. Ich muss das nicht so machen, dass ich im Grunde als Unternehmer, als Selbstständiger hier aktiv werde.

Das heißt, auch hier Bauchgefühl einschalten und gucken, was fühlt sich für dich gut an. Und was ich auch tun kann, ist, ich kann mich natürlich und sollte mich auch informieren. Nicht den ganzen Tag, weil das wiederum tut in der Regel nicht gut, aber informieren, was ist gerade Sache. Ich kann spenden, wenn ich dazu in der Lage bin, ob das jetzt Sachspenden sind oder ob das finanzielle Spenden sind.

Ich kann Informationen teilen, von denen ich weiß, dass sie geprüft worden sind. Ich kann beispielsweise, und das mache ich jetzt auch mit diesem Podcast, ich kann Informationen teilen zu Dingen, die ich tun kann, um Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Ob das jetzt was mit Spenden ist, ob das Notunterkünfte betrifft, ob das die Telefonseelsorge ist. All diese Dinge, Dinge, die man gerade tun kann, um Menschen in der Ukraine gerade zu unterstützen, um andere zu unterstützen, die helfen.

Das haben wir übrigens in den Shownotes zu dieser Episode auf julienheck.de oder direkt unter brandingbarista.de zusammengetragen für dich, falls du da dich einmal umschauen möchtest und schauen kannst, was möchtest du aktuell tun. Das heißt abschließend, nochmal, es ist okay, weiterhin für deine Angebote zu werben. Es ist aber genauso gut okay, es gerade nicht zu tun, wenn es sich nicht gut anfühlt. Es ist okay, Stellung zu beziehen und darüber zu sprechen.

Und es ist genauso okay, das gerade nicht zu tun. Es ist okay, sich zurückzuhalten und nicht darüber zu sprechen. Es ist in Ordnung, wenn du deine Ängste teilst und es ist genauso gut in Ordnung, wenn du das nur im Freundeskreis machst. Was nicht okay ist aus meiner Sicht ist, diese Situation, diese Lage für das Marketing, für das Branding zu missbrauchen.

Das ist gerade der absolut falsche Zeitpunkt. Das ist der absolut falsche Zeitpunkt. Es geht nicht um die Marke, es geht nicht um das Unternehmen, um das Business. Ich muss nicht die äußeren Geschehnisse gerade irgendwie in irgendeiner Form nutzen, um mich gut zu positionieren.

Dafür gibt es genug andere Anlässe. Das ist gerade absolut der falsche Zeitpunkt. Was ich zum Schluss noch sagen möchte ist, vergiss bei all dem, was gerade passiert, bei den äußeren Umständen. Vergiss bitte nicht, dass du auf dich achtest.

Vergiss die Selbstfürsorge nicht. Auch mal abzuschalten, dich auch mal abzulenken, Gutes zu tun. Etwas, das dir Energie gibt. Mir gibt es Energie, für andere etwas Gutes zu tun.

Und deshalb mache ich zum Beispiel auch diese Episode hier. Und ich hoffe, dir hat das vielleicht ein kleines bisschen Orientierung gegeben. Vielleicht konnte ich dich auch ein kleines bisschen inspirieren. Und selbst wenn ich all das nicht konnte, dann findest du zumindest in den Shownotes eine Zusammenstellung hilfreiche Informationen.

Und die helfen dir auf jeden Fall weiter, solltest du aktiv werden möchten. Und falls das nicht so ist, dann ist auch das in Ordnung. Ich wünsche dir jetzt trotz dieser Lage, trotz dieser Zeit, ja, einen guten Tag, gute Tage, eine gute Zeit. Und achte auf dich, wir hören uns in der nächsten Episode wieder.

Bleib dir treu, dein Julian. Bis zum nächsten Mal.