SPOTLIGHT ist offen. Der Marketing Space für Solopreneure.Anmeldung endet inTagenStdMinSekMehr Infos
← Alle FolgenBranding Barista #6

Storytelling - aber ohne Reden um den heißen Brei

·14 Min.

Storytelling verbinden viele mit einer Heldenreise – das meine ich aber nicht. Für mich bedeutet Storytelling, Geschichten erzählen. Geschichten aus der Vergangenheit, Geschichten aus dem Alltag. Schon früher haben wir uns Geschichten erzählt – einfach weil es auch Freude macht und die, die zuhören, sich Geschichten besser merken können! Storytelling lässt Bilder im Kopf entstehen – so wie auch bei Steve Jobs: „Du hast 1000 Songs in Deiner Tasche“ – das ist Storytelling. Wenn es darum geht, etwas zu vermitteln, dann empfehle ich Geschichten. Dies bleibt hängen. Fakten eher weniger. Sprich über Emotionen, Geschichten – erzähle etwas, statt zu berichten. Meine Empfehlung an Dich: Beschäftige Dich mit Storytelling. Was hast Du in den letzten Tagen erlebt, womit Du eine Brücke schlagen kannst? Gerne gebe ich Dir noch 2 Tipps mit: Mache Dir Notizen – was kannst Du aus Deiner Vergangenheit erzählen? Wann hast Du die besten Ideen? Notiere Dir alles – auch wenn Du jetzt noch keine Verbindung zu Deinem Thema/Business hast. Und ich möchte Dir ein tolles Buch empfehlen: Tell me https://amzn.to/3puGNJc (Affiliate-Link) Wenn Du magst, dass Dich Jemand unterstützt, Deine Geschichten zu finden, dann schreibe mir gerne an podcast@julianheck.de. Wir finden gemeinsam Deinen roten Faden. Bleib Dir treu, Dein Julian
Transkript lesen (29 Absätze)

Automatisch transkribiert — einzelne Fehler sind daher möglich.

Julian, das mit dem Storytelling, das mag ich nicht, das kann ich auch nicht, ich lese auch sowas nicht gerne. Moment, wenn so jemand auf mich zukommt, dann empfehle ich ihm genau diese Episode jetzt. Los geht's! Ich weiß, wenn man mich jetzt so sieht, könnte man es nicht denken, aber ich habe tatsächlich mal einige Jahre Fußball gespielt, als Kind, als Jugendlicher und ich vergesse einen Satz meines Fußballtrainers damals nicht, der bleibt mir bis heute noch im Kopf und zwar hat er gesagt, Julian, du bist zwar nicht der Schnellste und du machst vielleicht auch nicht die meisten Tore, aber du bist im Team hier der Stratege, der den Überblick hat und die Bälle super verteilt.

Und um ehrlich zu sein, das bin ich heute auch im Beruf noch, der Stratege mit dem Überblick, derjenige, der die Vogelperspektive einnimmt, die Dinge erkennt, feinfühlig ist, den Blick fürs große Ganze hat, Stratege eben. Ja, das war Storytelling. Das war Storytelling. Ich will das einfach nochmal als Beispiel bringen.

Storytelling verbinden viele mit einer Heldenreise. Und vielleicht kennt der ein oder andere, der jetzt gerade zuhört, auch das ein oder andere Webinar, was du vielleicht schon mal gesehen hast, wo am Anfang ganz viel erzählt wird und ich habe am Anfang dies gemacht und dann kam ich darüber und ich kenne das ja auch und so weiter und so fort. Bis die Person mal zum Punkt kommt. Meine Oma würde jetzt sagen, da ist eine Kuh aufgeflogen, glaube ich heißt es.

Oder ein Affe. Nee, ich glaube eine Kuh aufgeflogen. Also, da wird ewig um den heißen Brei rumgesprochen und ja, das ist nicht das Storytelling, was ich meine. Und ja, das geht mir natürlich auch um Keks.

Ich meine mit Storytelling was anderes, ja. Das heißt, Storytelling heißt ja im Grunde erstmal nur, einfach nur Geschichten zu erzählen. Geschichten von früher, Geschichten aus dem Alltag, Geschichten von mir, Geschichten von Kunden, Geschichten von Dingen, die ich beobachtet habe. All das wiederzugeben und damit etwas zu erklären, also die Geschichte zu nehmen, um etwas, was vielleicht, naja, so wiedergegeben und ein bisschen trocken wäre, zu veranschaulichen, damit man sich das besser merkt.

Und Geschichten erzählen wir uns eigentlich schon immer. Damals am Lagerfeuer, vor vielen tausend Jahren, ja, auch da wurden sich, wurde sich ja schon Geschichten erzählt. Das heißt, mir kann eigentlich keiner sagen, Julian, ich mag keine Geschichten. Vielleicht magst du keine Märchen.

Vielleicht magst du es auch nicht, wenn dir jemand eine Stunde eine Geschichte vorliest. Aber du merkst dir Dinge in Geschichten häufig zumindest ein ganzes Stück besser. Und deshalb will ich immer sagen, Storytelling muss nicht langatmig sein. Also dieses, sich dreimal im Kreis drehen und noch eine Abbiegung machen und nochmal eine Abbiegung machen, bevor man dann zum Punkt kommt, das meine ich damit nicht.

Ein tolles Beispiel. Das ist immer das Beispiel schlechthin. Ich muss dazu sagen, ich bin ein kleiner Apple-Fan, kleiner Apple-Fanboy. Ich habe nichts gegen Microsoft.

Doch, ich habe was gegen Microsoft. Aber du darfst natürlich trotzdem Microsoft nutzen oder auch Android nutzen. Gar kein Thema. Und Steve Jobs lebt ja leider nicht mehr.

Er ist nicht mehr unter uns. Aber der hat 2001 bei der Präsentation des iPods, weißt du noch, dieses Ding, was wie so eine Art Handy ohne großes Display war, wo man einfach nur Musik hören konnte. Ein MP3-Player, könnte man sagen. Der hat bei der Präsentation des iPods, des ersten iPods gesagt, das sind 1000 Songs in deiner Tasche.

Ein Satz mit 1, 2, 3, 4, 5, ich habe es extra aufgeschrieben, mit 5 Worten. Ja, 1000 Songs in deiner Tasche. Dieser Satz ist Storytelling. Warum?

Weil Storytelling lässt Bilder im Kopf entstehen. Und wenn du das hörst, dann merkst du dir das doch viel, viel einfacher, als hätte Steve Jobs gesagt, das Ding hier, der iPod, das iPod, der iPod, hat ein Volumen von, oder ein Speicher von 5 Gigabyte oder von 5120, glaube ich, Megabyte. Das bleibt doch nicht hängen. Und das macht vor allem, und das ist jetzt der große Punkt, das macht ja emotional mal gar nichts mit mir, wenn ich diesen Fakt lese.

Der gehört natürlich dazu. Und wenn ich das jetzt heutzutage vergleiche mit Smartphones oder mit Laptops und ich will dann vergleichen, welcher hat mehr Speicher und so weiter. Das ist nochmal was anderes. Aber wenn es darum geht, etwas zu erzählen, etwas zu vermitteln, dann bleibt sowas viel, viel stärker im Kopf hängen.

Geschichten bleiben eher im Kopf als Fakten. Deshalb empfehle ich auch immer, eher auch in Content, LinkedIn-Content, Instagram-Content und so weiter, eher was zu erzählen, als zu berichten. Und über Emotionen sprechen, über Geschichten, Anekdoten etc. als Fakten zu präsentieren. Fakten, ja, wie viele Fakten merkst du dir, wenn du da ein Webinar hörst?

Du hörst etliche Zahlen und dies und jenes und Informationen, aber du verarbeitest das ja gar nicht so schnell und kannst dir vor allem auch nicht so viel merken. Aber wenn da eine Story ist, die du im Grunde auch noch einen Tag später nacherzählen könntest, dann sitzt das tatsächlich, dann hast du das verankert. Das heißt, ich empfehle dir auf jeden Fall auch, dich mit Storytelling auseinanderzusetzen. Und das ist im ersten Schritt tatsächlich erstmal nur zu schauen, welche Geschichten fallen dir denn selbst im Alltag auf?

Was für eine Geschichte könntest du von heute erzählen? Was hast du in den letzten fünf, sechs, sieben Tagen erlebt, wo du eine Brücke schlagen könntest hin zu dem Thema, womit du dich eben auch so beschäftigst oder worüber du sowieso Content produzierst? Ich will mal ein Beispiel machen. Ich war vor zwei, drei Jahren, vor Corona, vor drei, vier Jahren, war ich an der Nordsee, bin regelmäßig an der Nordsee, auch dieses Jahr wieder.

Ich mag den Norden sehr und ich war da am, nee, das war dann Dänemark, ich bin nämlich immer an der dänischen Grenze und war da am Strand und habe abends den Sonnenuntergang verfolgt. Und ich habe das genossen und dachte dann, ach komm, weißt du was, das sieht so geil aus, Julian, machst ein Selfie. Und dann habe ich mich quasi so hingestellt, habe mich fotografiert, den Sonnenuntergang im Hintergrund und das wäre natürlich das perfekte Bild gewesen, um es für Facebook, für Instagram etc. zu nutzen. Und dann habe ich kurz überlegt und dachte, Moment, ist das jetzt auch was für LinkedIn?

Dann dachte ich im ersten Augenblick, nein, nicht wirklich. Ja, ein Sonnenuntergang Selfie auf LinkedIn publizieren, das passt eigentlich nicht. Das ist eher Instagramable, würde man jetzt sagen. So, und dann habe ich mich aber doch entschieden, das zu nutzen, weil ich dachte, was kann ich erzählen, Storytelling machen, was kann ich erzählen und wie kann ich dieses Bild als Aufhänger nutzen, um etwas zu vermitteln?

Und ich habe das dann ganz simpel gemacht und zwar habe ich in dem Beitrag, den ich dann geschrieben habe, darüber geschrieben, dass es wichtig ist, sich als Unternehmer, als Unternehmerin Pausen zu gönnen und dass es genauso diszipliniert ist, regelmäßig Pausen einzulegen, wie es diszipliniert ist, regelmäßig bestimmte Aufgaben zu verfolgen oder bestimmten Aufgaben nachzugehen. Und dieses Bild war der Aufhänger dafür und ich habe erzählt, dass ich gerade dort war, Pause gegönnt habe, kein Laptop dabei gehabt habe, sondern eben nur mein iPhone in dem Fall, um das Foto auch zu machen. So, das habe ich da genutzt und dann war plötzlich dieses eigentlich private Foto, dieser eigentlich persönliche private Moment super dafür geeignet, um auch in meinem Thema, was rein gar nichts mit Fotografie, was rein gar nichts mit Sonnenuntergang, was rein gar nichts mit Auszeit zu tun hat. Und trotzdem konnte ich es, wie gesagt, wunderbar nutzen, um das auch bei LinkedIn zu publizieren, was jetzt eigentlich nicht typisch LinkedIn ist.

Und mir ist es wichtig zu sagen, Geschichten liegen tatsächlich überall, die findest du überall, sie liegen förmlich auf der Straße. Was ich ganz gerne mache ist, ich erzähle Geschichten, um etwas greifbar machen zu können. Wenn du, ich habe ja schon gesagt, es geht darum, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, wenn du etwas erzählst und dein Gegenüber hat so das Gefühl, er war dabei als Beobachter und hat das irgendwie miterlebt und es sind vielleicht sogar Emotionen entstanden, nachdem du oder während du erzählt hast, dann macht das natürlich was mit deinem Gegenüber und dadurch bleibt es viel mehr hängen. Ich möchte dir zwei Tipps geben zum Abschluss.

Tipp Nummer eins ist, mach dir Notizen. Ich würde tatsächlich an deiner Stelle einmal forschen, welche Geschichten hast du denn aus der Vergangenheit zu erzählen, die in irgendeiner Weise ein Bild dafür sein können, um etwas zu erklären in deinem Themenbereich. Das Fußballbeispiel aus dem Anfang dieser Episode ist jetzt so ein ganz, ganz kleines Beispiel dafür, wie ich das machen kann, Das mit dem Sonnenuntergang war jetzt ein anderes Beispiel, eher aktuell und ich muss sagen, bei mir entstehen die meisten Ideen wirklich nach Gesprächen. Nach Gesprächen mit Kunden, nach Menti-Calls, nach Kooperationsgesprächen oder auch nach Interviews, ich bin jetzt zum Beispiel nach dieser Episode in einem Interview für einen Podcast zu Gast.

Auch danach entstehen Ideen und ich schreibe mir das tatsächlich immer auf. Heute Morgen hatten wir Team-Meeting, auch danach habe ich Ideen, die ich mir dann sofort notiere. Es kann aber natürlich auch sein, dass du nach dem Spaziergang auf Ideen kommst oder während des Spaziergangs oder nach dem Duschen gleich Notizen machst oder nachdem du auf Toilette warst, wo auch immer. Ja, du weißt ganz genau, Ideen findest du überall.

Es ist nur wichtig, mit dem Bewusstsein ranzugehen. Ich notiere mir diese Ideen und die Ideen könnte ich mal irgendwann brauchen, auch wenn ich jetzt noch nicht die Brücke schlagen kann zu meinem Thema. Vielleicht passt diese Anekdote, vielleicht passt diese Geschichte eben zu einem späteren Zeitpunkt mal. Und ein Buchtipp ganz zum Schluss.

Ich weiß, dass viele amerikanische Bücher zum Thema Storytelling sehr aufgebläht sind, wie eben auch amerikanische Geschichten häufig ein bisschen aufgeblähter sind. Aber es gibt ein ganz, ganz tolles Buch, das ist auf Deutsch und das heißt ganz simpel Tell Me, ja, Tell Me. Das Buch findest du auch verlinkt in den Shownotes zu dieser Episode auf brandingbarista.de oder auf meiner Webseite direktjulianheck.de. Und das ist eins, da geht es tatsächlich um das Handwerk, sehr gut geschrieben, sehr präzise geschrieben, aber auch sehr inspirierend mit ganz, ganz vielen Beispielen.

Und naja, ich hoffe sehr, dass du nach dieser Episode ein bisschen von diesem negativen Image, was Storytelling vielleicht für den einen oder anderen hat, wegkommst. Es muss nicht immer aufgebläht sein und um den heißen Brei oder diese typische Heldenreise, sondern Storytelling kann Spaß machen. Storytelling kann kurz und knackig sein und Storytelling hilft vor allem, Inhalte ansprechender zu verpacken. Und die Verpackung ist ja das, was im Marketing und was auch im Branding eine wichtige Rolle spielt, vorausgesetzt der Inhalt stimmt natürlich auch.

Und wenn du magst, dass dir jemand hilft und dich dabei unterstützt, die Geschichten zu finden bei dir, weil es selbst vielleicht nicht ganz 100 Prozent klappt, dann empfehle ich dir, schreib mir einfach eine Nachricht, schreib mir eine E-Mail an podcast.julianheck.de. Was ich ganz gerne mache mit meinen Kunden ist, dass ich so ein bisschen wie Interview mit dir führe, um die Geschichten rauszukitzeln aus dir und dementsprechend auf Dinge zu kommen, auf die du vielleicht sonst alleine nicht gekommen wärst, weil das ist genau der Punkt. Auch wenn ich mit meinen Kunden an einer Über-mich-Seite arbeite, dann interviewe ich im Grunde meine Kunden und finde so den roten Faden in der Geschichte, in der Biografie. Und das könnte man natürlich auch beim Thema Storytelling machen.

Also wenn du da Interesse hast an einer Zusammenarbeit, dann lass uns das gerne machen. Gleiches gilt natürlich dann auch für die Ausarbeitung in Sachen Content. So, und damit haben wir es auch geschafft in dieser Episode. Ich wünsche dir viel Spaß bei der Umsetzung, viel Spaß beim Ausprobieren, beim Experimentieren.

Ich hoffe, ich lese ganz viel von dir in der nächsten Zeit, was nicht nur rein faktenbasiert ist und rational, sondern emotional und ja, eher eine Geschichte als ein informativer Bericht. Und wir hören uns in der nächsten Episode wieder, wenn du magst, wenn dir der Podcast gefallen hat, diese Episode. Hinter das gerne eine Bewertung, Apple Podcasts oder Spotify. Lässt das zu, da freue ich mich immer.

Das ist die Währung des Podcasters. In diesem Sinne, bleib dir treu, dein Julian. Das ist die Währung des Podcasters.