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Interview mit Gretel Niemeyer: Verkaufen als Verkaufsmuffel

·44 Min.

Verkaufen. Mal ganz ehrlich, hast du darauf Lust? Ich denke, viele von euch beantworten die Frage direkt mit nein. In der heutigen Folge habe ich daher jemanden ganz besonderes zu Gast. Gretel Niemeyer. Gretel ist Sales Coach, Strategieberaterin und sie coacht Verkaufsmuffel. Hör also unbedingt rein und greife dir den ein oder anderen wichtigen Verkaufstipp ab, damit dir das Thema Verkaufen in Zukunft noch vie mehr Spaß macht und vor allem auch unaufdringlich funktioniert.

Gretel ist Anfang 20 und rutscht beruflich mehr oder weniger durch Zufall in das Thema Verkaufen. Und ab da war die Liebe zum Verkaufen dann bei ihr geboren. Während ihrer Elternzeit ist dann die Idee entstanden, Verkaufsmuffel zu coachen und als selbstständiger Sales Coach durchzustarten. Jetzt geht es los mit wichtigen und lehrreichen Verkaufstipps für dich...

Laut Gretel betrifft der Verkauf nicht nur das Angebot , sondern auch die Person dahinter und ihre Werte. Es ist wichtig, regelmäßig über das Angebot zu sprechen und die richtigen Informationen zu teilen. Dabei nimmt es den Druck weg zu wissen, dass man mit jeder sichtbaren Aktion verkauft.

Es gibt kein Standardrezept für die richtige Art der Kommunikation mit Kunden, aber die Wahl des richtigen Kanals ist wichtig. Direkte Ansprache im direkten Umfeld und bei denjenigen, die einem bereits folgen, ist oft einfacher. Bei niedrigpreisigen Angeboten kann Werbung und der Aufbau eines Funnels notwendig sein.

Entscheidend ist auch eine klare Kommunikation über das Angebot, die Zielgruppe und den Preis. Es ist sinnvoll und hilfreich, eine Liste mit potenziellen Kunden zu erstellen und aktiv auf diese zuzugehen. Eine bestimmte Art der Kontaktaufnahme gibt es dabei laut Gretel nicht. Hauptsache du sprichst mit den Menschen bzw. deiner Zielgruppe. Wichtig ist, dass du für dich aktiv raus gehst, Beziehungen aufbaust und dich kontinuierlich neu erfindest, um erfolgreich in deinem Business zu sein und zu bleiben.

Von ihren Kunden kennt sie es zu gut, dass sie sich unter Wert verkaufen. Sie spricht darüber, wie sie ihren eigenen Wert erkannt hat und dass es wichtig ist, angemessenes Geld für die angebotene Leistung zu verdienen. Geld schafft nunmal Möglichkeiten - nicht nur für dein Business. Es ermöglicht es dir ebenso  wichtige Personen und Organisationen zu unterstützen. 

Es gibt so viele wichtige Tipps in dieser Podcastfolge, nichts desto trotz habe ich hier noch einmal drei wichtige Lehren aus dem Interview für dich zusammengefasst:

🔸 Vertrauen aufbauen: Startet mit internen Aktivitäten, um eine starke Verbindung zu deiner Zielgruppe aufzubauen und das Vertrauen zu stärken. Externe Aktivitäten wie Netzwerk-Events oder das Schalten von Anzeigen können deine Reichweite erhöhen.

🔸 Kontakte aufbauen: Arbeite kontinuierlich daran, dein Netzwerk zu erweitern, um zukünftige Verkäufe zu sichern. Nutze Plattformen wie LinkedIn, um neue Kontakte anzusprechen und Kalendereinträge als Erinnerungen für externe Aktivitäten festzuhalten.

🔸 Klare Kommunikation: Es ist entscheidend, klare und effektive Kommunikationswege sowie die richtige Balance zwischen individueller Ansprache und One-to-many-Kommunikation zu finden. Denke daran, dass Menschen nicht nur dein Angebot kaufen, sondern auch dich als Person und deine Werte.

Am besten hörst du dir die ganze Folge an und schreibst ordentlich mit ;). 

Dir haben Gretel`s Tipps sehr gefallen und du möchtest mehr über sie erfahren? Dann schau doch gern hier vorbei:

Gretel`s Website: https://gretelniemeyer.com/

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Auch ich war bereits zu Gast in Gretel`s Podcast. Hast du die Folge schon gehört? Nein?! Dann höre doch hier direkt rein zum Thema "Was Personal Branding, Sichtbarkeit und Authentizität gemeinsam haben?".

Was nimmst Du Dir mit aus diesem Interview? Schreib uns das gerne an: podcast@julianheck.de

Viel Freude beim Anhören!

Bleib Dir treu,

Dein Julian

Weitere wichtige Links:

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Verkaufen. Mal ganz ehrlich, hast du darauf Lust? Also natürlich das Geld entgegennehmen, darauf haben alle Lust. Aber aktiv auf andere zugehen, Vertrieb, Sales machen, ich weiß, dass es vielen aus meiner Community damit nicht ganz so gut geht.

Und ich muss ehrlich sein, mir ging es eine ganze Zeit lang auch so und heute auch noch ein bisschen. Und deshalb habe ich mal jemanden in dem Podcast eingeladen, die sich damit einfach perfekt auskennt. Und Gretel Niemeyer ist Sales Coach, Strategieberaterin und sie schreibt auf ihrer Webseite, sie coacht Verkaufsmuffel. Und ich glaube, dass sie damit wirklich das Ganze auf den Punkt bringt, weil ich bin eigentlich in der Vergangenheit immer ein Verkaufsmuffel gewesen.

Und vielleicht bist du das ja aktuell auch noch. So, und deshalb tauchen wir jetzt in dieses Thema ein. Ich quetsche sie aus, versuche den einen oder anderen Tipp von ihr zu bekommen, damit uns das Thema Verkauf in Zukunft noch viel mehr Spaß macht und vor allem auch unaufdringlich funktioniert. So, und wir starten jetzt in dieser Episode.

Let's go! Gretel, ich freue mich sehr, dass du dabei bist, hier im Podcast, auch im Videopodcast sozusagen. Und dass ich mit dir über Sales sprechen darf. Ich freue mich auch.

Ich rede nicht über viele Themen lieber als über Sales. Das würden wahrscheinlich aber viele nicht von sich behaupten, weil das Thema Sales ja echt für viele ein super unangenehmes Thema ist. Warum ist das eigentlich so? Was denkst du?

Ich glaube erstmal, dass viele Sales gar nicht als was bezeichnen, was sie selber machen müssen. Tatsächlich, als ich angefangen habe als Sales-Coach, wurde mir klar, dass ich das Vokabular ein bisschen anpassen muss, dass also mit Vertrieb keiner was anfangen kann. Deswegen nenne ich es meistens tatsächlich einfach ganz schnöde verkaufen. Und dann ist es eben so, dass immer noch dieses Staubsauger-Verkäufer-Versicherungsvertreter-Image am Verkäufer hängt.

Also es ist wirklich regelmäßig, wenn ich abfrage, was kommt dir in den Sinn, wenn du an Verkaufen denkst, dann sind immer noch so Sachen drin wie Klinke putzen, schleimig, salesy, nervig. Ich will keinem auf die Nerven gehen. Ja, das sind so die gängigen Dinge, die damit verbunden werden und dass man das dann nicht gern machen möchte, das kann ich verstehen. Das kannst sogar du verstehen.

Sehr gut. Ich mag das schon auch gerne, wenn man mich mag. Ja, das glaube ich mag jeder. Ich habe auf deiner Website gelesen, ich muss es gerade mal ablesen, ich würde auch Kühlschränke in Alaska verkaufen, ist mir aber zu weit weg.

Warst du schon immer ein Verkäufertyp? Also hat es dir schon immer Spaß gemacht zu verkaufen? Oder was anzubieten? Es gibt ja dann irgendwelche Geschichten, wo dann schon, weiß ich nicht, auf dem Flohmarkt verkauft wurde.

Hast du auch so eine Story oder kam das irgendwann später? Nee, habe ich tatsächlich nicht. Ich bin da wirklich so reingerutscht. Ich bin mit Anfang 20, Anfang Mitte 20 wollte ich meine Bachelorarbeit schreiben und bin in einem Hamburger Unternehmen gelandet, bei dem ich dann erst mal so Assistenz der Geschäftsführung gemacht habe.

Und dann haben die gesagt, naja, wir suchen jetzt jemanden für unser spanisches Office, was tatsächlich nur aus einer Person besteht und du kannst doch Spanisch, oder? Dann haben wir also die Praktikantin kurzerhand zur Geschäftsführerin Spanien abgebradet, sage ich mal. Und dann bin ich plötzlich zu spanischen Network Operatoren, also so Vodafone, Orange, Telefonica gerannt und habe dort unsere Angebote rausgehauen und habe festgestellt, das ist ja eigentlich ganz cool. Und ja, so hat das letztlich angefangen.

Und als ich meinen nächsten Job gestartet habe, da war ich Kundenbetreuerin, also letztlich zuständig fürs Account Management, also schon für existierende Kunden. Und was man ja immer vergisst, ist, dass man auch existierenden Kunden noch was anbieten kann und sozusagen Upsell machen kann. Schon der erste gute Tipp, ja. Genau, das ist sowas, was die allermeisten vergessen, dass Verkaufen halt nicht nur diese oft zulässig angesehene Kaltakquise ist, sondern dass es eben auch darum geht, sich um bestehende Kunden und Kundinnen zu kümmern, dass das einfacher ist und eben über Mittel und lange Zeit super viel bringt.

Und so bin ich da reingerutscht. Ja, und wie kam das dann mit der Selbstständigkeit, dass du gesagt hast, ich nehme mir jetzt vor, anderen das Verkaufen beizubringen? Ja, auch total witzig. Und ich glaube, das zeigt eben auch, dass es diesen geradlinigen Weg nicht gibt oder nicht geben muss.

Ich bin 2016 das erste Mal Mutter geworden, 2017 das zweite Mal Mutter, war in meiner Festanstellung nicht mehr so sehr happy, weil ich tatsächlich Werbeplätze in Games verkauft habe und mit dem Mutterwerden so dieses, oh Gott, wofür machst du das denn, du bringst nichts Gutes in die Welt und so. Sinnfragen, ja. So eine Sinnkrise, ganz genau. Und habe dann tatsächlich in der zweiten Elternzeit mir überlegt, womit ich mich selbstständig machen könnte und hatte viele Ideen.

Also ich wollte personalisierbare Bällebäder machen, ich wollte nachhaltiges Spielzeug rausbringen, ich wollte einen Unverpackt-Laden hier vor Ort aufmachen. Ja. Also es war wirklich eher so selbstständig, koste es, was es wolle, egal mit was. So klingt das, ja.

Und dann war ich in einer Mastermind und echt frustriert, weil alle meine Ideen so nach vier Wochen, sechs Wochen Hype irgendwie an so eine Grenze gestoßen sind, eine Machbarkeitsgrenze. Oder ich einfach dann das Feuer nicht mehr hatte, weiterzumachen. Und meine damalige Mentorin hat gesagt, ey komm, setz dich doch nochmal hin, schreib mal auf, was du gut kannst, womit du anderen Menschen geholfen hast, was dir Spaß macht und so weiter. Und die hat sich dann diese Liste genommen und hat mir gesagt, ja Gretel, eigentlich, du solltest Beraterin werden.

Und ich habe wirklich, ich habe gekotzt im Strahl. Ich habe wirklich so gesagt, ich so, was? Willst du in dieser Mastermind und alles, womit du hier um die Ecke kommst, ich sollte Beraterin werden? Wie scheiße ist das denn?

Also ich war wirklich erst mal richtig sauer für ein paar Tage und dann ist es so reingesickert und tatsächlich irgendwann mal auf dem Weg in den Kindergarten zum Abholen der Kids habe ich so gedacht, ey warte mal, verkaufen kannst du richtig gut, verkaufen machst du richtig gut und gerne. Und ich glaube die meisten nicht so sehr. Vielleicht ist das die richtige Idee und tatsächlich muss ich aber sagen, dass ich wirklich noch ziemlich lange dachte, verkaufen sei ein zu kleines Thema, als dass man sich nur mit verkaufen selbstständig machen könnte. Und rausgestellt hat sich es als ziemlich großes Thema wahrscheinlich dann irgendwann, oder?

Ja, in der Tat. Also ich habe halt 2020, habe ich so einen kostenlosen Vier-Wochen-Kurs angeboten. Umsonst kann jeder, so lernst du verkaufen. Und ich dachte halt tatsächlich in meiner Naivität, ja guck mal, du bringst den Leuten das bei, einen Monat lang, dann können die das alle, dann kommt das nächste.

Haken dran. Und habe erst mit der Zeit dann auch gelernt, ach Umsetzung, ach Angst vor Sichtbarkeit, ach fehlender Fokus, ach zu niedrige Preise, ach fehlende Kommunikation. Ha, das kann man doch nicht in einem Monat schaffen und wahrscheinlich auch nicht alleine. Und dann ist es erst so richtig losgegangen auch.

Also ich habe selber ehrlich gesagt nicht daran geglaubt, dass das Thema groß genug sein könnte. Okay. Dir wurde es quasi bewiesen. Im Laufe des Prozesses, ja.

Genau. Du hast schon so ein paar Sachen genannt. Kommunikation, Mindset irgendwie. Wie viel Verkaufen steckt eigentlich im Thema Verkaufen?

Wie viel ist es im Kern, das Thema Sales? Und was ist das drumherum alles? Naja, ich sage halt immer ganz gerne, du kannst eigentlich nicht, also gerade jetzt als Personenmarke, du kannst eigentlich nicht nicht verkaufen. Genau wie du nicht nicht kommunizieren kannst.

Ja. Wenn du sichtbar wirst, dann verkaufst du, weil was kaufen denn die Menschen? Sie verkaufen natürlich dein Angebot, deine Problemlösung auf ein Problem, das es auch geben muss. Aber genauso kaufen sie dich und deine Werte.

Bin ich die einzige Verkäuferin da draußen? Nee, sicher nicht. Aber bin ich die Einzige, die so schnackt, wie ich schnacke, die die Hintergrundstory hat, die ich habe, die das Thema vielleicht so locker und trotzdem strukturiert und fokussiert und mit mal Arschtritt und mal Händchenhalten angeht, wie ich das mache, schon. Und deswegen in jedem Moment, wo ich rausgehe und selbst wenn ich teile, keine Ahnung, dass mir irgendwas zu viel ist oder wenn ich teile, wo ich gerne meine Freizeit verbringe oder was auch immer, dann verkaufe ich eben auch schon.

Und ich finde, wenn wir uns das klar machen, dann kann das im ersten Moment ein bisschen belastend wirken, weil so, oh Gott, jedes Mal, wenn ich rausgehe, dann verkaufe ich auch. Aber ich glaube eher, dass es entlastet, weil es einfach bedeutet, wenn du rausgehst, dass ja auch die Arbeit, die du machst, wenn du rausgehst mit der Person und der Marke, die du im Kern bist, dann ist es auch nicht mehr so anstrengend, weil du dir nicht jedes Mal wieder überlegen musst, wie kommt das denn jetzt an oder wie muss ich das sagen, sondern du bist einfach, wie du bist. Und du, klar, musst auch einen Fokus darauf verwenden, dass du regelmäßig über dein Angebot redest, dass du die richtigen Informationen auch noch mit raushaust und so weiter. Aber ja, ich glaube einfach, dass das einfach einen wahnsinnigen Druck von uns nimmt, wenn wir wissen, wir verkaufen eigentlich immer mit jeder Aktion, mit der wir sichtbar werden.

Ja, absolut. Könnte ich jetzt spontan digitalen Applaus einspielen, ich würde es tun, weil du so viel Wertvolles gesagt hast. Und da natürlich auch die Schnittmenge ist zwischen dem, was du machst und dem, was ich mache. Und trotzdem haben wir ja total wahnsinnig viele irgendwie Probleme damit.

Wir hatten jetzt schon mal so ein Mindset als Thematik, sich trauen. Warum scheitert es da bei so vielen? Was ist da die Hürde, die Hürde im Kopf oder die Blockade, die man hat? Ja, es ist natürlich vielschichtig.

Also da gibt es jetzt keine, es kommen immer Sachen, die immer wieder kommen, aber es gibt jetzt natürlich keine per se Antwort. Aber es gibt einfach viele Sachen, die wir uns so erzählen. Jemand, der introvertiert ist, sagt vielleicht, ich bin introvertiert, Verkäufer müssen aber extrovertiert sein, deswegen kann das gar nicht klappen. So, ich verstecke mich mal.

Das habe ich früher auch gerne gesagt. Genau. Oder es gibt so Sachen, die eben auch mit Geld assoziiert werden. Wenn man denn Geld verdient, das ist dann, dann ist es irgendwie dreckig oder über Geld redet man nicht und so weiter und so fort.

Ganz oft ist es auch so, dass man denkt oder viele denken, es wäre viel einfacher, außerhalb des eigenen Umfelds zu verkaufen. Und ich sage jetzt nicht, dass wir alle Network Marketing machen sollen, um Gottes Willen. Aber viel lieber suchen sich die meisten ganz weit weg irgendwelche Kunden, weil sie Angst haben, was jemand über sie denken könnte. Und ich nehme mich da gar nicht aus.

Ich habe ganz lange meinen LinkedIn-Kanal überhaupt nicht bespielt, weil das war meine alte Welt. Das war so die alte Gretel aus dem Angestellten-Dasein. Und mich hat das wirklich auch Überwindung gekostet, da zu sagen, okay, jetzt zeige ich mich als die Gretel, die ich heute bin. Und wer das scheiße findet, kann gerne gehen.

Und wer das gut findet, kann gerne auf mich zukommen. Und der Funfact ist ja, das Allermeiste davon spielt sich in unserem Kopf ab. Also die allermeisten, auch in unserem Umfeld, feiern das ja total, wie mutig wir sind, dass wir uns das trauen erstmal mit der Selbstständigkeit. Wie cool das ist, was wir da anbieten.

Wie toll das ist, was für Content wir da raushauen. Nur wir selber denken ganz oft, dass da irgendwie, ja, also wir scheitern oft an unseren eigenen Ansprüchen tatsächlich, würde ich sagen. Ja, total, total. Und ich glaube, beim Thema Sales ist es halt speziell nochmal das, was du schon angesprochen hast, teilweise dieses negative Image.

Ich glaube, du schreibst ja auf deiner Webseite auch, du nimmst es dir so ein bisschen vor, das Image des Verkäufers oder des Verkaufens ein bisschen ins Positive zu wandeln. Und ich merke, ich merke das auch, ne, wenn es irgendwie darum geht, Kunden gewinnen dann am besten, ne, klar, Kunden anziehen, am besten nichts dafür tun müssen, so. Aber bloß nicht aktiv ins Verkaufen gehen. Wie viel, wie viel aktiv auf andere zugehen, wie viel vielleicht, wir können es ja konkret machen, in Social Media Nachrichten schreiben, ne, all das, was wir vielleicht auch, ich sag mal, viel negativ empfinden, weil es vielleicht auch viel schlecht gemacht wird, steckt denn im Verkaufen drin.

So, wie viel muss ich denn tatsächlich, ne, wirklich auf andere zugehen, vielleicht sogar telefonisch per Nachricht und wie viel es, ja, sich verkaufen in Social Media, das, was auch Teil vom Personal Branding ist. Ja, ich glaube, auch da gibt es eigentlich keine, es gibt eigentlich keine so Standardnachricht, ne, oder Standard, es gibt kein Standard, kein Standardrezept dafür. Weil zum Beispiel, also es kommt halt auch immer darauf an, wer ist denn dein Kunde, deine Kundin und wo treibt die sich rum und was bietest du auch an. Wenn du zum Beispiel ein 1 zu 1 Coaching hast und nur eine gewisse Platzanzahl zu füllen hast, dann würde ich sagen, ist natürlich der Weg über die Direktansprache, dein direktes Umfeld, die Leute, die dir folgen, viel, viel einfacher und wichtiger.

Weil du da schon näher dran bist, sie sind schon, sie sind schon näher an dir dran, sie kennen dich schon und so weiter. Es ist was ganz anderes, als wenn du jetzt ein niedrigpreisigeres Angebot füllen wollen würdest, bei dem du eben viel mehr Menschen brauchst, die das dann auch buchen. Dann gehst du wahrscheinlich eher über Ads, baust ein Funnel und so weiter. Also es gibt keine, es gibt keine Standardantwort darauf.

Ich würde mir aber immer überlegen, was ist der richtige Kanal für mich und was braucht es, um diesen Kanal vernünftig zu bespielen. Wenn ich also zum Beispiel sage, ich bin bei Instagram, weil Instagram ist gut für mich und da sind meine Kunden und so weiter und so fort. Aber ich zeige mich nicht in den Storys, weil das will ich nicht. Dann kannst du es auch ein bisschen lassen.

Dann ist es halt schwierig. Und ich stelle halt fest, dass ganz, ganz oft ist es viel einfacher für die Menschen, so eine One-to-Many-Geschichten zu machen. Also zu bloggen, ein Newsletter zu schreiben, Posts zu machen und so weiter, statt mal zu sagen, und jetzt nehme ich mir mal eine halbe Stunde Zeit und schreibe einfach mal zehn meiner Follower direkt an. Weil klar, wir sind dann, wir stellen uns irgendwie, oder wir werden verletzlicher.

Weil wenn wir jemanden direkt anschreiben, dann kommt vielleicht nichts zurück oder es kommt ein Nein zurück. Und ich möchte halt gerne, dass wir lernen, dass Nein auch eine coole Antwort ist, weil Nein bedeutet, jemand hat sich Zeit genommen, mir zu antworten. Und zweitens möchte ich, dass wir lernen, dass Verkaufen okay ist und wichtig. Wir können nicht selbstständig sein, wenn wir nicht verkaufen.

Und wir müssen uns das mal erlauben und wir müssen mal aufhören, auch wenn wir Leute anschreiben, immer so zu tun, als wollten wir nur wissen, keine Ahnung, welche Sorte Eis sie da gerade essen. Ja. Weil das ist es ja. Und deswegen bin ich zum Beispiel, wenn ich DMs schreibe, sehr direkt und frage einfach auch, cool, du folgst mir, da freue ich mich drüber.

Wie sieht es denn bei dir aus mit dem Thema Verkaufen? Ist das alles in trockenen Tüchern oder hast du Bauchschmerzen oder irgendwas dazwischen? Ja. So, ich sage nicht, ach guck mal, du bist ja Ernährungscoach, wie lange bist du das denn schon und erzähl doch mal, weil dann kriegst du den Bogen halt irgendwann auch nicht mehr.

Und dann wird es cringe. Also lieber ein bisschen direkter sein, die Abkürzung nehmen, anstatt sich dreimal im Kreis drehen. Und es ist ja auch immer, man sagt ja auch immer, es ist ja ein Numbers Game. Also wenn du nur drei Nachrichten schreibst, dann kriegst du vielleicht nichts zurück oder vielleicht eine.

Wenn du nur ein Vorgespräch vielleicht pro Woche führst, dann ist dieses eine Vorgespräch für dich so unglaublich wichtig. Und dann muss es hoch werden. Wenn du aber da die Frequenzen ein bisschen erhöhst, eben auch durch direktere Nachrichten zum Beispiel, dann hast du auch viel mehr Spielwiese, viel mehr Lockerheit. Und ich sage halt immer ganz gerne auch, dass Verkaufen auch so ein gewisses ausgelatschtes Wort Leichtigkeit braucht oder eben auch so ein bisschen Scheiß-Egal-Haltung.

Ja, da ist viel Wahres dran. Gerade beim Numbers Game im Content ist es ja durchaus ähnlich. Wenn ich mich nur einmal alle zwei Wochen blicken lasse und der Algorithmus hat einen schlechten Tag, dann bin ich ewig lang unsichtbar. Aber ich glaube, vielleicht können wir da noch ein bisschen rein bei der Nachricht.

Ich glaube, dass viele die Befürchtung haben, nicht nur, dass ein Nein kommen könnte, sondern dass sie nerven. Was sagst du denn denen? Na, denen sage ich vor allem erst mal, probiert es mal aus. Also, weil das Schlimmste, was du jetzt hast, was du jetzt gerade schon hast, ist ein Nein.

Ja. Punkt. So, und ja, Punkt Nummer eins, wenn wir verkaufen wollen, müssen wir was dafür tun. Also, mir sagen das immer und immer und immer wieder Kundinnen, jetzt, wo ich in meiner Routine bin, jetzt kommen regelmäßig Sachen rein.

Wenn ich aufhöre, dann hören die auch wieder auf. Wenn ich weitermache, dann kommen die und dann komme ich in so einen Flow. Und ich, also wir dürfen das einfach als Spielwiese und als Ausprobieren sehen. Wir müssen vielleicht am Anfang mal durch diese Angst durch, dass das irgendwer unangenehm finden könnte.

Und ich finde es einfach immer wichtig, so zu schreiben, wie ich das selber gut finden würde. So, meine erste Nachricht, wie gesagt, ist einfach nur, hey, schön, dass du mir folgst. Offensichtlich haben wir noch nicht miteinander geredet, lass mal ändern, wo stehst du, was das Thema Verkaufen angeht, so oder so oder so. Ja.

Und wenn ich dann zum Beispiel jetzt Follow-up-E-Mails mache, was den meisten ja noch schwerer fällt. Also, jetzt haben wir die angeschrieben und jetzt kommt nichts zurück. Und Newsflash, das ist total normal, dass sich 80 Prozent der Leute nicht zurückmelden. Sehr wichtig.

Und dann kommt eine Follow-up-Nachricht von mir und die zum Beispiel, bevor ich die rausschicke, gucke ich immer noch mal, passt die heute in meine heutige Stimmung. Passt die so, würde ich sie heute so schreiben, weil natürlich auch bei Follow-up-E-Mails, da ist viel Copy-Paste dabei, let's face it. Aber ich möchte, dass sie zu meinem heutigen Gefühl passt, so wie sich Gretel heute ausdrücken würde. Und dann schicke ich die raus.

Und sie klingt halt nach mir. Sie klingt nicht nach, oh, hast du meine E-Mail bekommen? Leider habe ich keine Rückhaltung von dir gekriegt, sondern meine Follow-up-E-Mail klingt in etwa so, ey, ich bin Sales-Coach und ich sage allen meinen Kunden, Follow-ups müssen sie machen, in denen ab und zu aufbeißen. Hier also deine Follow-up-E-Mail oder Follow-up-Nachricht.

Ja, smart. Und ich finde halt, wenn wir lernen, dass die Sachen, und das ist ja auch wieder in deinem Thema drin, wenn wir lernen, dass die Nachrichten zu uns passen, dass wir uns nicht verstellen müssen und gerade auch fürs Verkaufen nicht verstellen müssen, weil sonst kauft irgendwer was und bekommt dann was ganz anderes. Wir müssen ja auch noch deliveren. Also wir sollten einfach zusehen, dass wir uns die ganze Zeit nach uns anhören.

Und dann ist es auch kein Problem. Ja, das ist super wichtig. Deshalb funktioniert es auch nicht, dass man auf irgendwelche Vorlagen zurückgreift, die man eins zu eins so anwendet, sondern den eigenen Stil entwickeln. Ja, extrem wichtig.

Ich glaube, das Nachrichtenthema, ich kenne das auch von mir, das ist für viele so groß, aus dieser Angst vor Ablehnung und nicht zu nerven. Aber wie du sagst, einfach mal machen, auch direkt zum Punkt kommen, ohne, dass man vielleicht sagt, lass uns direkt zum Punkt kommen, habe ich auch schon aufgelesen. So, das ist, glaube ich, echt der Weg. Und auch, wie du es eben charmant auch gesagt hast, dass du jetzt nicht erst sagst, wollen wir uns mal austauschen.

Da krieg ich schon, was auch immer. Es gibt, glaube ich, so viele ausgeleierte Formulierungen, wo man sich schon einen Kopf gerade denkt, um Gottes Willen, nicht schon wieder. Ja, aber das geht auch anders. Und ich finde, also so einer der Top-Tipps, also das eine ist natürlich, mach es in einem Moment, wo es dir gut geht, wo du da gerade Bock drauf hast.

Also nicht so, oh Scheiße, jetzt muss ich das machen. Und das Zweite ist halt auch oft so, wenn du unsicher bist, wenn dir irgendwas komisch ist, dann sag das doch. Das kann man auch gut im Verkaufsgespräch sagen. So, jetzt müssten wir langsam wahrscheinlich zum Thema Preis kommen.

Das ist mir jetzt ein bisschen selber unangenehm oder ich weiß gerade selber nicht so richtig, wie ich die Kurve kriegen soll, weil wir uns gerade gut unterhalten haben. Aber gehört dazu, also lass uns jetzt mal über den Preis reden. Also, wenn man einfach auch offen sagt, oh, jetzt sind wir irgendwie abgeschwiffen, aber wir haben nur noch zehn Minuten und mir ist es wichtig, dass du pünktlich rauskommst, weil das einer meiner Kernwerte ist, Pünktlichkeit. Lass mal zusehen, dass wir die zwei Themen, die wir jetzt noch besprechen wollen, dass wir die nicht hinten runterfallen oder dass wir das nicht irgendwie zur Hälfte dann so abgehackt machen.

Und ich finde so wirklich, einfach zu lernen und sich zu erlauben, so zu reden, wie man das machen würde und wie man es selber gut finden würde, macht es so viel einfacher für alle Beteiligten. Ja, ja. Auch das passt wieder zum Text. Ich sage immer, schreib, wie du sprichst.

Der Klassiker. Genauso. Ja. Sprich, wie du sprichst im Verkauf oder normalerweise sprichst.

Ja, genau. Genau. Und überleg dir halt auch, also wenn wir jetzt mal beim Verkaufsgespräch sind, überleg dir halt auch, was soll in diesem Gespräch alles passieren, wie lang ist das Gespräch, wie viel Zeit ist für alles da, sieh zu, dass dein Gegenüber auch zu Wort kommt, dass du die Sachen aufgreifst, dass du hinten raus ein vernünftiges Follow-up machst, dass klar ist, wann ihr das nächste Mal sprecht oder eine Entscheidung fällt und so weiter. weil ich sage immer ganz gerne, es geht halt um Klarheit.

In jedem unserer Businesses geht es, glaube ich, um Klarheit. Und wenn du dort schon zeigst beim Verkaufen, dass Struktur in deinem Prozess ist, dass du zu deinem Wort stehst, dass du die Fäden alle in der Hand hast, dann ist das eben auch schon ein Riesending in puncto Vertrauen, egal mit was du nachher coacht oder was du nachher anbietest. Ja, definitiv. Definitiv.

Empfiehlst du denn auch, auf komplett neue Leute zuzugehen oder eher aus dem Teich an warmen Kontakten oder aufgewärmten Kontakten damit zu arbeiten? Ja, auch das ist wieder unterschiedlich. Es kommt immer noch ein bisschen darauf an, wo du stehst, was du erreichen möchtest. Wenn du jetzt 1000 Follower hast und du hast mit 800 von denen noch nie geredet, dann würde ich sagen, fang mal da an.

To-do ist klar, ja. Genau. Geht aber eben auch darum, bei so einer Verkaufsroutine, die über eine längere Zeit funktioniert, dass du eine gute Mischung hast, aus, ich sage immer, intern umsatzrelevanten Tätigkeiten, kurz Ortis und extern Ortis. Und interne Ortis sind darauf ausgelegt, dass du Vertrauen aufbaust, dass du die Menschen näher zu dir ranholst, dass sie verstehen, was sie mit dir machen können.

Externe Ortis sind alle Sachen, die deine Reichweite erhöhen. Also sowas wie zu einem Netzwerkevent gehen, in einen fremden Podcast gehen, Ads auf irgendwas schalten. Das wären alles externe, umsatzrelevante Tätigkeiten. Und generell geht es halt darum, dass du eine gute Balance aus beidem hast.

Wenn du schon eine E-Mail-Liste hast und Follower hast und so weiter, dann würde ich jetzt erst mal intern anfangen, aber extern immer mitlaufen lassen, weil diese externen Geschichten, das sind die, die dich wirklich aus der Komfortzone stoßen. Das sind die, wo du mit neuen Leuten in Kontakt kommen musst. Und das sind die, die auch am allerliebsten immer erst mal hinten runtergeschmissen werden. Ah, ich habe gar keine Zeit.

Ich musste hier, ah, musste ich die alle anschreiben. Oh, hatte ich keine Zeit mehr für. Deswegen, da würde ich mir zum Beispiel auch so einen kleinen Reminder in Kalender machen oder so, wo wirklich steht, externe ORDs, Fragezeichen, habe ich, und da ist eben auch die Frage, auf welcher Plattform, auf LinkedIn zum Beispiel, es ist viel einfacher, kalte Kontakte anzuschreiben, weil die Leute mit einem anderen Mindset auf dieser Plattform sind. Also, habe ich schon was getan, um mein Netzwerk zu vergrößern?

Ja oder nein? Und wenn nicht, dann sollte das auf jeden Fall in jeder Woche aber auch dran sein, weil es die eben zukünftige Verkäufe dann auch sichert. Absolut. Auch da ist wieder der Punkt Routine.

Ich glaube, das ist echt das A und O, damit man in Flow kommt überhaupt. Ich würde natürlich mal interessieren, wie wichtig findest du denn, weil wir ja gerade die Schnittstellen haben, Personal Branding für Sales? Wie hat das gegenseitige Auswirkungen? Positiv im Idealfall.

Okay, die negativen Sachen, die lässt sich jetzt erzeugen. Vielleicht gibt es auch die. Du darfst gerne raushauen. Nee, ich glaube halt tatsächlich, dass es nur miteinander geht.

Also gerade als Personal Brand, ich habe es ja eigentlich schon gesagt, wir verkaufen halt uns selber und wir verkaufen ja oft eine Dienstleistung, die an uns sehr nah dran ist. Das bedeutet, wenn wir ein Nein bekommen, dann trifft uns das ja auch oft sehr ins Herz oder ins Mark, weil es ist ja was, das uns sehr, sehr, oder das sehr, sehr nah an uns dran ist. Und deswegen glaube ich, es ist wichtig als Personal Brand einerseits eben eine Brand aufzubauen, die uns entspricht, und aber auch zu lernen, dass wir nicht nur diese Brand sind, dass das sozusagen das ist, was man nach außen von uns sieht und dass auch Reaktionen, die zu uns kommen, auf diese oder eine Projektion auf diese Personal Brand sind, die wir da aufgebaut haben, dass wir aber noch viel mehr als das sind, der Privatmensch dahinter sind und dass wir im besten Falle auch lernen können, das ein bisschen voneinander zu trennen. Also ich habe tatsächlich, ich bin jetzt im dritten Jahr meiner Selbstständigkeit, ich habe am Anfang wirklich oft so gedacht, so was soll ich denn eine Personal Brand sein?

Also geht ja gar nicht, passt ja gar nicht. Dann irgendwann habe ich gelernt so, ah ja, guck mal, für einige da draußen ist das schon krass, sich mit mir zu unterhalten, weil offensichtlich hat das mit dieser Personal Brand doch was auf sich. Eine spannende Erfahrung, ne? Ja.

Auf jeden Fall. Und jetzt merke ich eben auch, jetzt wo es noch mal weitergeht und man sagt ja gerne auch, dass eine Selbstständigkeit der Boost schlechthin für Persönlichkeitsentwicklung ist und eben auch für diese Personal Brand, merke ich auch, wie ich lernen möchte, mich ein bisschen davon abzunabeln, um eben vieles nicht persönlich zu nehmen, um die Grenzen zu setzen, finde ich, die wichtig sind, damit ich eben selber auch noch wieder checke, dass ich nicht nur mein Business bin, sondern noch ganz viele Sachen drumherum. Und deswegen finde ich so eine Personal Brand auch total heilsam, weil sie mir einerseits hilft, mich mit meiner Außenwirkung, mit diesen ganzen Themen zu beschäftigen und weil sie mir andererseits aber auch hilft, Abstand zu bekommen und wirklich auch noch mal zu merken, beide Beine, beide Füße auf dem Boden, kretel das da draußen. Auch wenn dich jemand total hyped oder total cool findet, keine Ahnung, wenn deine Tochter hier in der Tür steht und dich anmotzt, dann so, ne, komm mal klar, guck mal noch, wer du noch bist außer dieser Business-Gredel.

Ja, ja, ja, die verschiedenen Rollen, die wir haben, ne, auch wenn man das nicht gerne hört, ne, dass man eine Rolle hat, man denkt da so, man spielt eine Rolle, aber es ist ganz normal, ja. Ja, und wie du ja auch gesagt hast, eine Rolle kann ich ja aber auch nur spielen oder sein, wenn ich sie verstehe. Und das ist ja ein großer Part in deinem Job, so, wer will ich sein, wer bin ich, wofür stehe ich, warum biete ich an, was ich anbiete und das macht dann das Verkaufen nachher auch so leicht, wenn ich einfach weiß, warum ich das mache und wieso ich die richtige Person dafür bin und das wirklich glaube und also wirklich aus Herz um Glaube, ist es viel einfacher rauszugehen und zu sagen, ey, Leute, das ist so geil, was ich anbiete, wer das nicht bucht, ist selber schuld. Total, das ist die richtig souveräne Haltung, ne, die es dann braucht.

Ja. Genau. Magst du verraten, ich frage es einfach mal so offen, wie viel bei dir noch Anteil ist, wo du aktiv auf andere zugehst, vielleicht sogar auf komplett kalte Kontakte und wie viel sozusagen inbound ist, einfach auch durch deine Präsenz, du bist ja auch schon ordentlich dabei, was Instagram und Co. angeht und auch deinen Podcast zum Beispiel.

Also ich würde tatsächlich sagen, dass das aktive Rausgehen immer noch so 50 Prozent sind, auf jeden Fall. Also und mit Rausgehen meine ich da aber zum Beispiel auch mit Followern in uns Gespräch kommen, die mir irgendwie folgen, also jetzt nicht kalt-kalt, aber mit Followern ins Gespräch kommen, die mir irgendwie folgen und mit denen ich keine Art der Beziehung letztlich aufgebaut habe. Also wir haben ja ein ziemlich großes mittlerweile Netzwerk-Event alle zwei Monate, das Coffee Speed Networking und da kommt zum Beispiel so um die 300 Leute rein und die Hälfte davon kommen über Ads. So, das sind also 150 Leute, die mir zum Teil dann auch 30 Prozent davon vielleicht auf Instagram folgen und die mich aber nur durch dieses eine Event dann kennengelernt haben und die dann auch Newsletter bekommen und so weiter und die vielleicht die ein oder andere Story von mir sehen, aber was ich immer wieder feststelle, ist, dass diese Zeit, die du dir nimmst, um den persönlichen Kontakt mal aufzubauen, die ist einfach so, so wertvoll, weil dann lesen sich die Leute wirklich deine Newsletter durch, ganz genau.

Dann interagieren sie wirklich auf deine Storys. Wenn sie einmal mit dir kurz geschrieben haben, dann trauen sie sich auch, dir Fragen zu stellen und so weiter. Also diese Zeit für den direkten Austausch ist super wichtig und bei mir ist zum Beispiel auch so, dass ich jetzt anfange, LinkedIn mehr und mehr zu bespielen, auch automatisiert Dinge auszutesten, wo auch nicht immer das geilste Feedback zurückkommt. Das darf ich dann auch noch mal lernen, dort ein bisschen nachzujustieren.

Ich glaube, das geht es einfach immer darum und das habe ich auch mit einer anderen Vertrieblerin mal besprochen in unserem Podcast. Es geht halt darum, sich immer wieder neu zu erfinden. Immer wieder zu gucken, welcher Weg funktioniert jetzt, welcher Weg funktioniert nicht mehr. Wenn ich meine tausend Follower ausgeschöpft habe und mit denen allen geredet habe, was könnte denn der nächste Weg sein?

Also offen zu sein für das, was gerade abgeht, auch für Entwicklungen in der Welt offen zu sein, das irgendwie anzusprechen, vielleicht ein Angebot nochmal anzupassen, je nachdem, was gerade so abgeht. Ja, das finde ich super wichtig, dass das einfach keine starre Geschichte ist, ähnlich ja auch wie bei der Personal Brand. Also es gibt einfach Sachen. Generell im Business, würde ich sagen.

Ja, genau. Und wir entwickeln uns und wir verändern uns und Sachen sind uns wichtig und das wollen wir dann vielleicht auch zeigen oder teilen. Und genauso verändert sich eigentlich die ganze, ja, auch die Art der Ansprache immer und immer mal wieder. Ja, absolut.

Ich musste eben gerade schmunzeln, als du gesagt hast, wenn ich mit meinen tausend Followern auch schon mal Kontakt hatte, würde man schätzen, 99 Prozent derer, die gerade zuhören, die sind weit davon entfernt und ich schließe mich damit ein, mit den Followern mal einen Kontakt zu haben. Insofern glaube ich, haben da viele, inklusive mir, etwas auf der To-Do-Liste nach dieser Episode. Das ist auf jeden Fall, auf jeden Fall ein Punkt. Ja.

Ja. Cool. Du hast vorhin so ein bisschen das Thema Preise erwähnt. Da würde ich ganz gerne nochmal reingehen, weil ich sehe, da postest du auch viel zu bei Instagram zum Thema Preise und Preise erhöhen und wie geht man damit um.

Wie spielt das Thema Preise denn auf das Verkaufs, Mindset und natürlich auch auf das Verkaufen dann ein? Naja, tatsächlich ist es ganz oft so, dass die meisten Menschen, mit denen ich anfange zu arbeiten, sich erstmal unter Wert verkaufen. Ja. Punkt.

Das kenne ich. Das finde ich wirklich so fullstopp. Weil sie meinen, ihnen würde die Arbeit ja so leicht von der Hand gehen, weil sie den Wert ihrer eigenen Arbeit nicht sehen, den Wert, den es für jemand anders hat und weil sie sich einfach nicht vorstellen können, dass jemand ihnen jetzt was abkauft und dann auch noch zu diesem Preis. Und was eben ganz oft vergessen wird, ist einerseits eben mal zu gucken, welchen Wert erschaffe ich für jemand anderen, wo spart der Zeit, wo ist das was, was die Person alleine nie hingekriegt hätte und so weiter.

Und dann eben auch die kompletten Kosten, die ich habe, mit reinzurechnen. Also wenn wir mal beim Coaching sind, dann sind viele so, ja, hier eine Coachingstunde und dies und das und wenn ich dann aber schon frage, aha, und bereitest du das eigentlich nach und bereitest du das vor und musst du eigentlich auch noch irgendwie das Ding verkaufen, ah ja, und dann eine Rechnung schreiben, ah gut, und Terminkoordination läuft die, ach so. Und da kommt dann einfach, da kommt dann einfach irgendwann raus, so, oh Gott, ja, ist viel zu günstig. Oder wenn jemand sich ein mehrmonatiges Programm erdenkt, sich dann wirklich auch nochmal hinzusetzen und zu sagen, welche Komponenten sind denn da drin und wie viel Zeit benötigst du dafür und wo kommen wir dann ganz lapidar gesagt auch bei einem Stundensatz bei dir raus.

Absolut. Und dann einfach mal zu sagen, so, das kann jetzt nicht unser Ernst sein, ne, okay, was ist denn ein Preis, der sinnvoll ist? Dann erarbeiten wir den Preis, der sinnvoll ist. An dem Ende dieser Session steht meistens eine Schnappatmung und dann gucken wir eben, aha, und wie kommen wir dahin, dass du selber merkst, dass das der faire Preis ist und dass du den vernünftig aussprechen kannst, dass du da wirklich dich nicht irgendwie total nuschelig das ist nämlich, glaube ich, der Punkt, genau, ja.

Oder dich dann nicht raus oder so, ach ja, und den Preis schicke ich dir dann per E-Mail, ne? Also so solche Sachen. Sondern da ist, also meine Kunden sagen gerne auch, sie haben dann so eine kleine Gretel auf der Schulter, weil es gibt dann auch einfach so Sachen, die erlaube ich nicht in Anführungsstrichen. Also ich erlaube dann halt nicht, dass ein Verkaufsgespräch endet, ohne dass der Preis genannt wurde.

Oder ich erlaube nicht, dass wir über, dass wir übers Angebot nur zwei Minuten reden, wenn wir aber vorher 28 Minuten Smalltalk gemacht haben oder so. Und das dann einfach auch wichtig zu lernen, sich den Raum zu nehmen, den eigenen Wert kennenzulernen und diesen Wert zu kommunizieren, weil wir machen das ja nicht nur zum Spaß hier, sondern wir wollen ja auch Geld damit verdienen und ich finde eben auch, wenn wir dann Geld damit verdienen, das ist vielleicht auch noch, ja, ein Glaubenssatz, der ja auch oft kommt, ich brauche ja nicht so viel. So, und da denke ich dann immer so, das ist erst mal schön, dass du nicht so viel brauchst, aber hast du vielleicht noch Leute in deinem Umfeld, die dir wichtig sind, die du unterstützen kannst? Gibt es vielleicht auch noch irgendwelche Organisationen da draußen, deren Werte dir wichtig sind, die du auch vielleicht unterstützen könntest?

Super Impulse. Let's say it, Geld regiert diese Welt und wenn wir kein vernünftiges Geld verdienen und damit dann Organisationen zum Beispiel unterstützen können, die unsere Werte vertreten, wer soll es denn dann machen? Und ja, das finde ich eigentlich, oder das finde ich einfach wahnsinnig wichtig, dass wir lernen, vernünftiges Geld zu verdienen, für das, was wir anbieten. Ja, Geld schafft Möglichkeiten.

Absolut. Ja, genau, genau. Gibt es denn, wenn man jetzt nochmal so zusammenfasst, gibt es denn bestimmte Must-Dos und No-Gos, wo du sagst, das gibst du den Hörern, den Hörerinnen jetzt mit, vielleicht sogar eine Aufgabe, was sollten Sie sich als erstes anschauen? Also ich sage ja immer, verkaufen ist gleich machen, also guckt mal hin, wo könnt ihr heute machen?

Bei einem Expertinnen-Tag vor einem Monat haben mich die Ladies gefragt, so Gretel, wie kann man zwischendurch verkaufen, wie geht das eigentlich? Und da habe ich gesagt, ihr werdet mich hassen, für das, was ich jetzt hier mache und wahrscheinlich Tieren und Federn und keine Ahnung. Aber es gibt eigentlich zwei Sachen, die ihr beachten müsst. Punkt Nummer eins, Klarheit.

Es muss klar sein, was ihr anbietet, wem ihr es anbietet, was es kostet. Wenn ihr anfangt, euch in fünf verschiedenen Angeboten zu verhaspeln und selbst nicht hinter dem Preis steht und nicht genau wisst, für wen das eigentlich ist, dann könnt ihr das auch nicht nach draußen tragen. Es sind die Basics, aber da müssen wir immer wieder zurück. Es ist so.

Es sind leider immer wieder die Basics, genau. Und das Zweite ist halt wirklich machen. Also wenn du jetzt von mir eine Aufgabe kriegen möchtest, dann mach dir eine Liste mit 50 Kontakten und ich weiß, 50 hört sich erstmal viel an, aber mit 50 Menschen, denen du erzählst, was du eigentlich machst und wie man mit dir arbeiten kann. Und mir ist das völlig egal, ob das deine Friseurin ist oder ein Kita-Elternteil irgendwo oder jemand in deiner Social-Media-Bubble.

Aber trau dich, 50 Menschen innerhalb der nächsten vier Wochen zu erzählen, was du machst. Denn du wirst auch dort merken, es wird viel einfacher. Am Anfang ist es vielleicht noch schwierig und beim dritten oder vierten oder fünften oder sechsten oder zehnten Mal weißt du schon, ach, wie hat mein Gegenüber reagiert, ach, das passe ich ein bisschen an, ach, das mache ich so, ach, das mache ich kürzer, das mache ich länger. Und das kann man halt einfach nur üben, indem man es glücklich macht.

Und da kannst du Nachrichten schicken, du kannst direkt mit Leuten reden, du kannst eine E-Mail schreiben, ist mir völlig egal. Aber 50, 50 wären gut. Ich höre einige schlucken. Oder vom Stuhl fallen, ich weiß es nicht.

Aber ja, extrem wertvoll. Aber an der Stelle, und das möchte ich wirklich einmal teilen, verkaufen ist wirklich so, wenn du es einmal erfahren hast, wenn du es einmal gemerkt hast, dass es funktioniert, dann wird es zehnmal leichter. Und dieses eine Mal, es zu merken, dass es funktioniert, das ist jetzt das, wo du durch musst. Das ist das Nadelöhr.

Aber alle meine Kunden sitzen da und schlucken oder fallen vom Stuhl bei den 50. Und wenn sie sich dann aber hinsetzen und eine Liste machen, dann merken sie, ach, die ersten 30 waren leicht. Ah, jetzt überlege ich nochmal. Ach, guck mal, da sind nochmal fünf.

Ach, guck mal, das Netzwerk, in dem ich da bin, da dachte ich, da habe ich einfach nur das Netzwerk aufgeschrieben, aber wenn ich die einzelnen Namen aufschreibe, sind es ja nochmal drei. So, und diese 50, wirklich, es mag dir jetzt erst mal komisch vorkommen, aber nimm dir eine Stunde Zeit, setz dich hin, open your mind, weil darum geht es auch, die Möglichkeit zuzulassen. Ist da noch ein ehemaliger Schulkumpel? Ist da noch jemand, den du mal auf irgendeinem Netzwerk Event kennengelernt hast?

Ist da noch, keine Ahnung, irgendwer, mit dem du dich schon mal, den du aus dem Sportverein kennst oder was weiß ich? Und dann kannst du ja auch da wieder so reden, wie du redest und sagen, ey, pass mal auf, ich habe festgestellt, ich bin selbstständig und ich habe das Gefühl, keiner weiß, was ich eigentlich mache. Also folgendes, ist das okay, wenn ich dir das mal kurz erzähle und du sagst mir dann, was du daraus mitnimmst? Ja, und dann sagt dein Gegenüber wahrscheinlich, ja, mach doch mal und dann kannst du das erzählen.

Ja. Aber das ist auch das Spannende, man denkt dann so, warum sollte sich das jemand anhören? Aber genau wie du es eben gesagt hast, die werden wahrscheinlich sagen, mach mal, klar, kein Thema, bin neugierig. Menschen helfen uns einfach so gerne.

Wir helfen uns einfach so gerne. Wir helfen uns doch selber auch gerne. Das vergessen wir dann immer. Natürlich.

Ja, das fängt bei so Dingen an, ne, jemanden zu fragen, ob man ein Podcast-Interview kann. So haben viele auch wahnsinnig viel Hemmung vor und mehr als nein kann ich kommen. Ja. Oder ein noch nicht.

Ja. Oder wie auch immer. Ja. Sehr spannend.

Und dann vor allem, dann darf man ja auch nochmal nachhaken. Manchmal kommt ein Nein. Ja. Und dann sagt man so, hey, ist okay, wäre schade, weil ich hätte gerne über das und das und das geredet und vielleicht ändert dein Gegenüber auch noch die Meinung oder so.

Also auch das sind ja, ich sage immer, so ein Nein im Sales ist nicht gleich sofort ein endgültiges Nein. Genau, ein endgültig nicht. Genau. Also es ist kein, ein Nein ist ein Nein, sondern manchmal kann man das dann auch noch ganz gut drehen, wenn man charmant darauf reagiert.

Ja, ja, das stimmt. Und charmant kann es auch ein Nordlicht tun, ne? Man denkt ja manchmal so im Norden so ein bisschen stoffelig oder so, aber geht auch charmant. Denkt man das?

Vielleicht ein Vorurteil. Gut, sei es drum. Wie kann man mit dir zusammenarbeiten? Erzähl mal, wie hilfst du anderen?

Genau, wie gesagt, ich bin ja Sales Coach und brenne sehr viel dieses Thema, wie du hoffentlich gemerkt hast und deine Hörer und Hörerinnen auch. Einerseits biete ich eine Mastermind-Gruppe an, die ist allerdings nur für Frauen. Da begleiten meine Geschäftspartnerin Laura und ich selbstständige Frauen durch die Aufs und Abs der Selbstständigkeit. Und ansonsten kann man mit mir auch im 1 zu 1 arbeiten oder für die, die es ganz, ganz eilig haben, in einem VIP-Day, bei dem wir an einem Tag dein Business einmal auf den Links drehen.

Mega. Und die Infos dazu findet man wo? Also am besten findet man mich tatsächlich auf Instagram oder eben über meine Website gretelniemeyer.com. Die wir natürlich verlinken.

Perfekt. Sehr schön. Super. Gretel, es war mir eine Freude, mal über ein Thema zu sprechen, das für mich und viele andere gar nicht so bequem ist, aber glaube ich, ein bisschen bequemer werden darf.

Und deine Tipps haben da prima weitergeholfen. Und ich bin gespannt, dürft gerne mal berichten, sowohl Gretel als auch mir, ob sich jemand an die 50er-Liste ranwagt. Würde mich echt interessieren. Ich werde es tun.

Vielleicht. Also ich freue mich wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, wenn ihr mir einfach auch schreibt, ich bin da dran oder ich habe das gemacht oder so. Ich finde es super. Vielen Dank für diese Einladung.

Ich danke dir. Wir hören uns. Mach's gut. Tschüss.